INFO: Bonn (KNA) Donald Trump rotiert schon. Am 4. Juli 2026 feiern die USA ihren 250. Geburtstag – und im November sind die wichtigen Zwischenwahlen. „Jeder unserer Nationalparks, Schlachtfelder und historischen Stätten wird besondere Veranstaltungen zu Ehren von ‚America 250‘ durchführen“, hat der US-Präsident angekündigt. Sogar ein Kampfsport-Event will der 79-Jährige durchführen – ausgerechnet auf dem Gelände des Weißen Hauses.
Am 4. Juli 1776 hatten die 13 nordamerikanischen Kolonien die Unabhängigkeit von England erklärt und damit die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eingeleitet. Trump scheint fest entschlossen, bei den Feierlichkeiten so oft es geht, in der ersten Reihe zu stehen: Schon hat er angekündigt, dass er – entgegen bestehender Gesetze – sein Profil auf der 1-Dollar-Münze zum Gedenkjahr verewigen lassen will.
Zugleich hat die US-Regierung angekündigt, aus Anlass des Jubiläums Ausstellungen in mehreren berühmten Museen auf unliebsame Darstellungen der US-Geschichte kontrollieren zu lassen. Damit sich die richtigen Interpretationen durchsetzen, will Trump außerdem seiner Nation für 40 Millionen Dollar einen gewaltigen Skulpturengarten mit 250 lebensgroßen „Helden“ spendieren – jedenfalls solchen, die der Präsident dafür hält. Interessant ist die Frage, wie sich ein anderer Gedenktag in den Reigen der Feierlichkeiten einfügen wird: Am 11. September jähren sich zum 25. Mal die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York. Auch da sind Helden zu ehren. Und doch gelten die Anschläge als Zeitenwende und Anfang vom Ende der Vormachtstellung der USA.
Adenauer-Geburtstag und Heiliger Franziskus
Eine Gedenkmünze mit Porträt des Geburtstagskindes wird es auch in Deutschland geben: Die Bundesregierung lässt eine 2-Euro-Gedenkmünze „Konrad Adenauer“ prägen. Denn am 5. Januar vor 150 Jahren wurde der erste Kanzler der Bundesrepublik (1876-1967) in Köln geboren. In seinem Wohnort in Bad Honnef-Rhöndorf, seinem Amtssitz in Bonn und in Berlin gab es Gedenkveranstaltungen, außerdem sind Ausstellungen geplant. Im Kölner Dom gab es einen Gedenkgottesdienst. Gleich drei neue Biografien beleuchten das Leben Adenauers.
Einer sie stark prägenden Persönlichkeit wird auch die katholische Kirche im kommenden Jahr die Ehre erweisen: Am 3. Oktober vor 800 Jahren starb Franz von Assisi (um 1181-1226). Sein Ideal radikaler Armut prägte Orden wie die Franziskaner, Kapuziner und Klarissen. Die Diözese Assisi hat beschlossen, die sterblichen Überreste des Heiligen vom 22. Februar bis zum 22. März erstmals öffentlich in Assisi zu zeigen. Das italienische Parlament hat den 4. Oktober, den Gedenktag des italienischen Schutzpatrons, wieder zum staatlichen Feiertag erklärt.
Das Wissen der Welt: Dass man Wissen über solch bedeutende Ereignisse und Persönlichkeiten schnell abfragen kann, ist einem weiteren Geburtstagskind zu verdanken: Am 15. Januar feiert die Internet-Enzyklopädie Wikipedia ihren 25. Geburtstag. Die Wissenssammlung hat Tausende freiwillige Autoren: Seit ihrer Gründung ist Wikipedia rasant gewachsen. Die deutschsprachige Wikipedia hat mittlerweile über 3 Millionen Einträge.
Wer dort stöbert, wird auch weitere wichtige Gedenktage des Jahres 2026 finden: zum Beispiel den 400. Jahrestag der Weihe des Petersdoms am 18. November. 1626 wurde die zentrale Kirche der katholischen Christenheit von Papst Urban VIII. feierlich geweiht. Aus diesem Anlass zeigt die Gallerie Nazionali di Arte Antica des Palazzo Barberini in Rom vom 12. Februar bis zum 14. Juni die große Ausstellung „Bernini e i Barberini“. Sie beleuchtet die besondere Beziehung zwischen Baumeister Gian Lorenzo Bernini und Maffeo Barberini, der 1623 unter dem Namen Urban VIII. Papst wurde.
Ein besonderes Jubiläum feiern auch die Bayreuther Festspiele. Vor 150 Jahren, am 13. August 1876, fanden die ersten Richard-Wagner-Festspiele statt. Höhepunkt des Gedenkjahres ist die große Festmeile am 25. Juli. Den Festakt wird Christian Thielemann dirigieren, mit Beethovens Neunter und dem Vorspiel zu Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“.
Runde Geburts- und Todestage: Für Veranstaltungen, neue Bücher und Ausstellungen werden auch zahlreiche Geburtstagsjubiläen berühmter Persönlichkeiten sorgen: 100ste Geburtstage stehen in diesem Jahr bei Queen Elizabeth (21. April), Marilyn Monroe (1. Juni) und Kubas früherem Staatschef Fidel Castro (13. August) an. Unter den deutschen Schriftstellern wären Siegfried Lenz (17. März) und Ingeborg Bachmann (25. Juni) im kommenden Jahr 100 Jahre alt geworden. Vor 150 Jahren wurde der Weltkriegs-Papst Pius XII. (2. März) geboren.
Am 25. Januar 1776, also vor 250 Jahren, wurde der Hochschullehrer und Publizist Joseph Görres geboren. Und bereits am 24. Januar wird der 250. Geburtstag des Schriftstellers, Komponisten und Zeichners E.T.A. Hoffmann begangen. Auch runde Todestage liefern Anlass für Erinnerungen. Am 26. Mai vor 50 Jahren starb der Philosoph Martin Heidegger. Vor 100 Jahren starben der Architekt Antoni Gaudí (10. Juni) und der Dichter Rainer Maria Rilke (29. Dezember). Und am 27. Mai steht der 350. Todestag des evangelischen Kirchenlieddichters Paul Gerhardt an.
Franz von Assisi und die Franziskaner: Sterbliche Überreste des heiligen Franziskus werden ausgestellt: Assisi (KNA) Anlässlich seines 800. Todestags werden die sterblichen Überreste des heiligen Franziskus von Assisi erstmals öffentlich gezeigt. Vom 22. Februar bis zum 22. März 2026 haben Gläubige die Möglichkeit, direkt vor seinen Reliquien zu beten, teilte die Diözese Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino mit. Der Leichnam des Heiligen werde dazu aus seinem Grab in der Krypta genommen und in der Unterkirche der Basilika zu Füßen des päpstlichen Altars aufgestellt.
Um möglichst vielen Pilgern den Besuch zu ermöglichen, ist eine kostenlose Online-Reservierung eines Termins erforderlich. Dazu ist ein Formular auf der Internetseite sanfrancescovive.org eingerichtet. Dort können auch Termine in Begleitung eines Ordensmanns gebucht werden. Nach dem Tod von Franziskus wurde sein Leichnam unter dem Hauptaltar der neu erbauten Basilika unzugänglich begraben. 1818 wurden die Gebeine wiedergefunden. 1819 wurde in einer wissenschaftlichen Untersuchung die Identität der Überreste bestätigt. Im Laufe der Jahre wurden sie weiter untersucht und konserviert.
Franz von Assisi (um 1181-1226) ist Schutzpatron Italiens und eine der bedeutendsten Gestalten der katholischen Kirche. Sein Ideal radikaler Armut prägte Orden wie die Franziskaner, Kapuziner und die Klarissen. Vergangene Woche beschloss das italienische Parlament, den 4. Oktober wieder als staatlichen Feiertag einzuführen.
Website zum Franziskus-Gedenkjahr: https://sanfrancescovive.org/en/home/
Die Franziskanische Familie
Bonn (KNA) Die Franziskanische Familie vereint mehrere Gemeinschaften. Ihre Wurzeln gehen auf den heiligen Franz von Assisi (1182-1226) und die heilige Klara von Assisi (1194-1253) zurück. 1206 distanzierte sich Franziskus von den Wertvorstellungen seiner wohlhabenden Familie und nannte sich wie viele andere seiner Zeit „Büßer“. Daraus entstand der „Franziskanische Bußorden“.
Außer diesem „Ersten Orden“ rief Franziskus gemeinsam mit Klara von Assisi die Klarissen als weiblichen Zweig (Zweiter Orden) ins Leben. Zudem gründete er einen „Dritten Orden“ für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner.
Die Angehörigen der Gemeinschaft führen ein Leben in Armut und dürfen laut der von Franziskus verfassten Ordensregel kein Eigentum besitzen. Damit gehören sie zu den kirchlichen Bettelorden, die ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit, Schenkungen und Almosen verdienen. Nach Jahrhunderten im grauen Gewand sind Franziskaner heute an einer braunen Kutte mit Kapuze erkennbar. Statt eines Gürtels tragen sie einen weißen Strick mit drei Knoten.
Franziskaner in Dorsten
Abgesehen von zwei kurzzeitigen Zwangsauflösungen im 30-jährigen Krieg und im Kulturkampf, sind die Franziskaner seit 1488 in Dorsten und zwar an dem Platz, wo auch heute Kloster und Kirche stehen.
Im Jahre 1642 errichteten sie zusammen mit der Stadt Dorsten auf ihrem Klostergelände das Gymnasium Petrinum, das 1902 außerhalb des Klosterbereichs im Stadtgebiet neu eröffnet wurde. Ein Jahr später, 1903, wurde ein Teil der Ordenshochschule (Philosophie und Fundamentaltheologie) der Provinz nach Dorsten verlegt. Das blieb so bis zur Zerstörung des Klosters und der Kirche am Ende des 2. Weltkrieges.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche an der gleichen Stelle und das ehemalige Gebäude des Gymnasiums als Kloster wieder aufgebaut. Die Hälfte des Grundstücks wurde 1977 an eine Kaufhauskette verkauft, auf dem verbleibenden Grundstück das jetzige Kloster und die Klosterkirche neu errichtet.
Quelle: https://franziskaner.de/haeuser/dorsten/

