INFO: Am 4. Juli 1776 erklärten die 13 nordamerikanischen Kolonien die Unabhängigkeit von England und leiteten damit die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ein. Heute sind sie flächenmäßig der viertgrößte und nach Einwohnerzahl der drittgrößte Staat der Erde. Ihre Ausdehnung von 9,52 Millionen Quadratkilometern wird nur von Russland, Kanada und China, ihre Bevölkerung von mehr als 341 Millionen Einwohnern nur von Indien und China übertroffen.
Mehrere europäische Staaten hatten sich um die Erschließung des Kontinents bemüht: Als erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet entstand 1565 das von den Spaniern gegründete St. Augustine in Florida, die Franzosen siedelten im heutigen Kanada, die Briten gründeten 1607 Jamestown in Virginia, Schweden ließen sich am Delaware nieder, zahlreiche Deutsche gingen vor allem nach Pennsylvania und die niederländische Siedlung um das spätere New York wurde von England übernommen. Es folgten zahlreiche kriegerische Konflikte zwischen den Mächten in wechselnden Bündnissen mit und gegen die ansässige Bevölkerung, vor allem aber stiegen die Spannungen um das als ungerecht empfundene Steuersystem mit der englischen Krone. Der von Frankreich ab 1775 unterstützte Unabhängigkeitskrieg gegen die von deutschen Truppen verstärkten Briten endete 1783 mit dem Frieden von Paris. Damit erreichten die 13 ehemaligen englischen Kolonien die Ziele ihrer am 4. Juli 1776 verabschiedeten Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und somit die Gründung der USA. Dieser Tag, der Independence Day am 4. Juli bis heute der Nationalfeiertag der USA.
Bereits am 12. Juni des Jahres hatte eine sowohl theologische als auch naturrechtliche Begründung der Menschen- und Bürgerrechte der Konvent von Virginia in der Virginia Declaration of Rights aufgestellt: „All men are by nature equally free and independent, and have certain inherent rights.” („Alle Menschen sind von Natur aus gleich frei und unabhängig und haben bestimmte ihnen innewohnende Rechte.“) Sie findet sich bis heute in der Präambel der „Declaration of Independence“, die von den Delegierten der Staaten am 4. Juli verabschiedet wurde und sofort in zahlreichen Drucken – auch in Deutsch – in Umlauf gebracht wurde: „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.” Damit wurden hier erstmals allgemeine Menschenrechte postuliert, die allerdings in der Praxis erst nur frei geborenen, weißen Männern in vollem Umfang zugestanden wurden.
Die heutige Verfassung wurde am 17. September 1787 verabschiedet. Die ersten zehn Zusatzartikel, die gemeinsam als „Bill of Rights“ bezeichnet werden, wurden 1791 ratifiziert und garantieren eine Vielzahl von unveräußerlichen Rechten. Darin findet sich u.a. das Verbot einer Staatsreligion, die Garantie von Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Recht auf Petitionen, das Recht des Volkes auf den Besitz und das Tragen von Waffen, der Schutz von Person, Wohnung, Papieren und Eigentum vor willkürlicher Durchsuchung, Festnahme und Beschlagnahmung, Regeln für die Gerichtsordnung und die Bestimmung, dass alle Macht, die per Verfassung nicht der Bundesregierung gegeben bzw. den Bundesstaaten nicht entzogen ist, entweder bei den Bundesstaaten oder beim Volk liegt.

