INFO: (KNA) Die Mehrheit der Deutschen hat wenigstens ein ungenutztes Handy oder Smartphone zu Hause. Der Digitalverband Bitkom schätzt die Zahl ausrangierter Handys auf 167 Millionen. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang, so die Mitteilung des Verbands am 16. April 2026. Basis für die Hochrechnung ist eine repräsentative Befragung von rund 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Demnach belief sich die Zahl Ende 2022 noch auf 210 Millionen ungenutzte Handys und Smartphones. Nahezu jeder Zweite gibt an, dass er das Gerät aufbewahrt, da er es womöglich nochmals nutzen möchte. 28 Prozent haben Sorgen, dass persönliche Daten in falsche Hände geraten könnten. 25 Prozent hängen emotional an den Geräten. 19 Prozent geben an, im Alltag keine Zeit für die Entsorgung oder Weitergabe zu finden. Und 11 Prozent wissen nicht genau, wo und wie sie ein Altgerät abgeben können. Wichtige Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Platin sollen damit zurückgewonnen und Elektroschrott vermieden werden.
Handyaktion von missio: Rein rechnerisch verstauben noch 200 Millionen Handys in Schubladen und somit liegen ca. 6.000 Kilogramm Gold in deutschen Haushalten, so das katholische Hilfswerk missio in Aachen: „Wir fordern ein gesetzliches Pfandsystem für Mobiltelefone. Dieses schafft den finanziellen Anreiz, alte Geräte zurückzugeben und somit die Einhaltung der EU-Sammelquote zu ermöglichen. So übernehmen wir globale Verantwortung und gleichzeitig können verschiedene soziale sowie ökologische Folgen unseres Konsums verhindert werden.“
Für missio trägt ein Handypfand dazu bei, illegale Entsorgungen und Exporte zu reduzieren. Der Elektroschrott dürfe nicht zu Umweltzerstörung und gesundheitlichen Schäden im globalen Süden führen: „Es gilt Brände und austretende giftige Flüssigkeiten, die durch Elektroschrott auf Müllkippen entstehen, nachhaltig zu reduzieren. Deutschland ist bei vielen Rohstoffen wie seltenen Erden und Edelmetallen stark abhängig von Importen. Dadurch werden in Ländern wie Ghana und in der Demokratischen Republik Kongo Arbeiter in Minen ausgebeutet. Die Rückgewinnung von Rohstoffen trägt somit zur Verhinderung moderner Sklaverei bei. Indem wir ein Handypfand einführen, können wir die Kreislaufwirtschaft aktiv stärken, damit wertvolle Materialien nicht verloren gehen, sondern zurückgewonnen werden können. So ermöglichen wir einen sinnvollen Umgang mit Ressourcen und schaffen eine solide Basis zur Reduzierung der Abhängigkeit von instabilen Lieferketten, die auch sicherheitspolitisch relevant ist. In den letzten 15 Jahren gab es bereits politische Diskussionen über eine mögliche Pfandhöhe. Die Vorschläge dafür lagen in den meisten Fällen zwischen 10 bis 25 Euro.“
Seit über zehn Jahren wurden missio über 500.000 alte Mobiltelefone gespendet, damit diese anschließend zertifiziert recycelt werden. Trotz dieser Sammelaktion und der Petition zur Recyclingwende habe missio nicht verhindern können, dass sich in den letzten zehn Jahren die Zahl der Handys in den deutschen Schubläden von 100 Millionen auf 200 Millionen verdoppelt haben: „Wir benötigen eine politische Lösung, damit die Berge von Elektroschrott nicht weiter wachsen. Elektroschrott ist nicht nur ein Müllproblem. Es geht auch um Umwelt- und Ressourcenschutz, um strategische Souveränität, Sicherheit und globale Gerechtigkeit.“
In einem Schreiben an Bundesminister Schneider fordert missio im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft die Einführung eines Handypfands auf alle Neugeräte. Dies könne dazu beitragen, dass die Zahl der Mobiltelefone in deutschen Schubläden spürbar sinke und der Schatz an wertvollen Rohstoffen wirklich genutzt und nicht verschwendet wird.
Kontakt: missio – Internationales Katholisches Missionswerk e.V., missio – Internationales Katholisches Missionswerk e.V., Goethestr. 43, 52064 Aachen, Tel. +49 (0)241 7507-00, Fax +49 (0)241 7507-335, Vorstand: Pfarrer Dirk Bingener (Präsident), E-Mail: post@missio-hilft.de. Internet: https://www.missio-hilft.de/mitmachen/aktion-schutzengel/handypfand/
Unser Gesprächspartner: Ioan Brstiak, missio-Regionalstellenreferent im Bistum Rottenburg-Stuttgart, Bischöfliches Ordinariat, Bischof-von-Keppler-Straße 11/1, 72108 Rottenburg, +49 (0)7472 169 1956, E-Mail senden.

