Das denkmalgeschützte Gebäude gehört zur Ev. Kirchengemeinde Dortmund-Südwest , doch die hat nicht genug Geld für die nötigen Erhaltungsmaßnahmen. Also entschloss man sich im Presbyterium, zu einer pragmatischen Lösung zu greifen, berichtet Manfred Stinshoff: „Die Gemeinde hatte beschlossen, diese Kirche mit einem Bauzaun zu umzäunen und diesen Platz total zu sperren, weil man der Verkehrssicherungspflicht ausweichen wollte. Durch die Absperrung kann eben keiner verletzt werden, und es kann nichts weiter passieren. Das wollten wir verhindern, denn dadurch wäre dieser Ort gestorben.“
Zusammen mit Gleichgesinnten gründete Stinshoff deshalb den Förderverein „Treff am Turm“ . Ihr Ziel: Die alte Kirche wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und mit Leben zu füllen: „Wenn wir diese Kirche zum Treffpunkt des Dorfes wieder machen wollen, dann muss das mehr sein als Gottesdienste mit vier oder fünf Leuten, sondern die Kirche muss voll sein. Und das heißt, wir müssen auch andere Veranstaltungen, machen, wo die Leute gerne hinkommen.“
Ein prägender Ort seit 800 Jahren
Über 800 Jahre lang sei die Kirche St. Margareta ein zentraler Punkt des Ortes gewesen, der auch die Menschen hier geprägt habe, ezählt Manfred Stinshoff: „Wenn wir das jetzt total vergessen und das einfach nur als Steinhaufen hinnehmen, dann haben wir was in unserer Kultur und für uns überhaupt verloren.“
Grillabende, Vernissagen, Fotoausstellungen, Konzerte oder auch ein Hochzeitsdinner, das in der Kirche zelebriert wird – das sind nur einige der Ideen des Vereins, die geplant sind oder schon stattgefunden haben. Nicht jedem gefällt das, weiß auch Manfred Stinshoff: „Das ist das Problem, dass natürlich viele Leute sagen: »Das geht doch gar nicht in der Kirche«. Diesen Sinneswandel müssen wir betreiben in positivem Sinne. Das darf nicht zu Streit oder Spannungen führen. Das wird nicht einfach sein.“
Doch ein Anfang ist gemacht. Aus den zehn Vereinsmitgliedern sind inzwischen 50 geworden, bis Jahresende sollen es 100 sein. Durch Spenden, Vereinsbeiträge und Veranstaltungserlöse soll Geld gesammelt werden, um die Kirche Schritt für Schritt zu sanieren. Ob das klappt, weiß keiner. Aber das Presbyterium freut sich über die finanzielle Unterstützung durch den Verein und die Einsatzbereitschaft seiner Mitglieder.
Wer mehr erfahren möchte über die historischen, baulichen und kirchenmusikalischen Besonderheiten der Kirche St. Margareta, findet ausführliche Informationen in diesem Flyer der Stadt Dortmund zum „Tag des Offenen Denkmals 2022“ und auf der Website https://www.kirchbau.de .

