Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) wurde erstmals 1949 veranstaltet und ist eine von den Amtskirchen unabhängige Laienbewegung, die in einem eingetragenen Verein organisiert ist. Die jeweils gastgebende Stadt und die Landeskirche der Region laden den Kirchentag zu sich ein. Alle zwei Jahre findet er in einer anderen deutschen Großstadt statt und lockt dabei jedes Mal bis zu 100.000 Besucher aus dem In- und Ausland an. Eigenen Angaben zufolge versteht sich der Kirchentag „als ein buntes Glaubens-, Kultur- und Musikfestival, eine Plattform für kritische Debatten, ein einzigartiger Anlass, um Gemeinschaft zu erleben.“
Entsprechend umfangreich und vielfältig ist das Programm: Neben Bibelarbeiten und Hunderten von Gottesdiensten gibt es auch politische Diskussionen, Kultur- und Bildungsangebote, Aktionen zum Mitmachen für Kinder und Jugendliche, den traditionellen „Markt der Möglichkeiten“, der wie eine Messe die ganze Palette kirchlicher Aktionen und Angebote umfasst und natürlich ganz viel Musik – von Rap und Pop bis Klassik.
Schwerpunkte des Düsseldorfer Kirchentages , der vom 5. bis 9. Mai 2027 in der Landeshauptstadt stattfinden wird, sind einerseits globale Themen wie Klimaschutz, Frieden, Demokratie und Freiheit. Andererseits wird die gastgebende Evangelische Kirche im Rheinland auch für lokale und regionale Aspekte sorgen. Dazu zählt u.a. ein eigener Thementag, der unter dem Titel „Wohnen im Spannungsfeld zwischen Arm und Reich“ die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Düsseldorf aufgreift. Außerdem soll der sprichwörtliche „rheinische Frohsinn“ ebenso erlebbar werden wie das „junge Gesicht der Kirche“ in Form eines internationalen „Begegnungsortes“.
Dieses Video macht schon mal Appetit auf den Kirchentag 2027 in Düsseldorf:
Roter Faden für das fünftägige Event im Mai 2027 ist das Motto (oder auch Leitwort) des Kirchentages, das diesmal aus dem biblischen Buch des Propheten Jesaja entlehnt wurde und aus nur drei Worten besteht: „Du bist kostbar“ (Jesaja, Kapitel 43, Vers 4) . Damit, so der leitende Geistliche der rheinischen Landeskirche, Präses Dr. Thorsten Latzel, solle eine Wertschätzung gegenüber jedem Menschen ausgedrückt werden – unabhängig von Herkunft, Meinung oder Einkommen.
Das gilt auch und vor allem für Menschen mit Handicap. Die Veranstaltungsorte des Kirchentages werden möglichst barrierefrei gestaltet, wichtige Diskussionsforen von Gebärdendolmetschern übersetzt. Außerdem beschäftigt der Kirchentag eine hauptamtliche Person, die für Inklusion zuständig ist und das Thema auch inhaltlich in das Kirchentagsprogramm einbringen wird.
Weil der Kirchentag eine Basisbewegung ist, können sich darüber hinaus auch Menschen mit eigenen Ideen und Programmangeboten für den Kirchentag bewerben, sagt Max Weber vom Kirchentagsteam der rheinischen Landeskirche: „Der Zeitraum geht bis Mitte September, um sich zu bewerben, um beim Kirchentag mitzuwirken. Zum Beispiel auch am Abend der Begegnung, das ist der große Eröffnungsabend des Kirchentages, bei dem wir als Landeskirche, als Region, als Stadt einladen und ein großes Fest feiern mit bis zu 150.000 Menschen.“

