Der Beitrag zum Nachlesen:
Das erste Viertel des Jahres ist vorbei und da heißt es für mich: Erste Bilanz ziehen. Ich nehme mich und mein Leben in den Blick. Ich stelle mich. Ich stehe zu dem, was war und was ist. Vielleicht habe ich in anderen etwas zerbrochen. Vielleicht bin ich auch zu oft von meinem Weg abgekommen. Vielleicht habe ich in den letzten Monaten auch zu wenig aus meinem Leben gemacht.
Eines steht fest: Ich schaue hin. Ich verstecke mich nicht mehr hinter Entschuldigungen, suche keine Erklärungen. Ich stehe dazu. Es tut mir leid. Ich möchte mich entschuldigen, meine Schuld los werden. Neu anfangen. Noch einmal neu probieren, Dinge anders machen. Ich möchte mich versöhnen. Ich habe keine Gelder hinterzogen, ich habe keine Kinder geschlagen oder andere ins offene Messer laufen lassen. Aber ich hatte keine Zeit, als meine Freundin mich brauchte. Ich habe auf die Uhr geschaut und mich ungeduldig abgewendet, als Frau Berg mir ihre Geschichte zum dritten Mal erzählen wollte. Ich habe Daniel nicht gesagt, dass es gut war, was er gemacht hat. Ich mich selbst oft zu wichtig genommen und mich dabei nicht ernst genommen.
In den Tagen vor Ostern, in denen Christinnen und Christen an Jesu Leiden und Tod am Kreuz denken, wird mir dies besonders bewusst – ich stelle mich, ziehe Bilanz und hoffe auf einen Neuanfang.

