Brot – mehr als ein Kulturgut

Von Daniel Heinze (kath.) Gerade erst wurde der „Internationale Tag des Brotes“ gefeiert, der „Welternährungstag“ und der „Internationale Tag für die Beseitigung der Armut“. Unter all diesen Aspekten ein Blick auf das Nahrungsmittel Nr. 1: Das Brot.

  • 19.10.2026

INFO: Der World Bread Day geht auf die Initiative der in Madrid ansässigen International Union of Bakers and Confectioners (UIBC) aus dem Jahr 2006 zurück. Dieser internationale Interessenverband des Bäckerwesens möchte mit dem Aktionstag rund um das Brot dessen große Bedeutung für die weltweite Ernährung in den Vordergrund rücken. Deutschland ist dank seiner einzigartigen Brotkultur mit 3.000 verschiedenen Brotspezialitäten seiner Innungsbäcker Spitzenreiter in Sachen Brot.

Welternährungstag (KNA) Der Welthungerindex meldet derzeit 645 Millionen Menschen, die hungern. Das liegt an den vielen Krisen und Kriegen, etwa in der Ukraine oder im Iran. Damit hat sich die globale Ernährungslage verschlechtert. Geht der Trend unverändert weiter, werden 57 Länder bis 2030 das Ziel eines niedrigen Hungerniveaus verfehlen. In 32 Ländern mit mäßigen, ernsten oder sehr ernsten Hungerindex-Werten für 2026 hat der Hunger seit 2018, dem letzten Referenzjahr, zugenommen. Der Bericht, der von der Welthungerhilfe, der Entwicklungsorganisation Helvetas und dem Institut für Friedens-sicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht herausgegeben wird, ermittelt die Entwicklung der globalen Hungersituation. Die Ernährungslage macht der Index an vier Punkten fest: an Unterernährung, also dem Anteil der Bevölkerung, deren Kalorienbedarf nicht gedeckt ist; der Wachstumsverzögerung, das heißt, wenn Menschen für ein bestimmtes Alter zu klein sind; Auszehrung sowie Kindersterblichkeit, also der Anteil der Kinder, die vor dem fünften Geburtstag sterben.

Das internationale katholische Hilfswerk missio München hat dazu aufgerufen, mehr gegen den Hunger in der Welt zu tun. Gerade Christinnen und Christen seien dazu aufgerufen, hungernde Mitmenschen
nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern Verantwortung zu übernehmen und Hilfe vor Ort auch durch Spenden zu ermöglichen, mahnt missio-Präsident Wolfgang Huber anlässlich des Welternährungstags am
16. Oktober. Das gelte vor allem für Länder, an deren Rohstoffreichtum sich der globale Norden ausbeuterisch bediene.

Hungerkrisen in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan

(KNA) Die akuten Hungerkrisen in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan sind nach Einschätzung der Organisation «Aktion gegen Hunger» am gravierendsten. In den drei Ländern zusammen lebe fast ein Drittel der weltweit von akuter Ernährungsunsicherheit Betroffenen, heißt es in einer aktuellen Analyse. Im vergangenen Jahr seien 266 Millionen Menschen in 47 Ländern von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen gewesen. 177 Millionen davon lebten in nur zehn Ländern. Damit habe sich die Zahl der akut von Hunger betroffenen Menschen im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt.
Besonders von Ernährungsunsicherheit betroffen sind den Angaben zufolge Frauen, Kinder und gesellschaftlich marginalisierte Gruppen. 30 Millionen Kinder in den untersuchten Ländern seien im Jahr 2025 akut mangelernährt gewesen.

 

  • Daniel Heinze
  • Red
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