Man kennt’s: morgens schon mit dem falschen Fuß aufgestanden, Bahn verpasst, Kaffee verschüttet, Chefin sauer … wie soll der Tag noch was werden? Theresa Demski hat für solche Momente einen Stapel mit kleinen bunten Briefumschlägen. Was drinsteckt, das erzählt Sie im „Augenblick mal!“.
Zum Nachlesen:
Meine beste Freundin und ich haben eine kleine Tradition. Hin und wieder schenken wir uns bunte Umschläge mit Briefen. Für die dunklen Tage. Wir schreiben uns Erinnerungen an gute Zeiten. Manchmal zählen wir gute Eigenschaften des anderen auf oder erinnern uns daran, was wir schon alles überstanden haben.
Diese bunten Umschläge kommen dann erstmal verschlossen in die Schublade. Und an dunklen Tagen, wenn nichts gelingen will, wenn die Sorgen zu groß werden, dann ist einer dieser Umschläge gefragt. Dann nehme ich ganz oben von dem kleinen Stapel ein Exemplar, öffne es und beginne zu lesen. Das tut wirklich immer gut.
Als ich neulich einen dieser Umschläge geöffnet habe, da rieselte mir buntes Konfetti durch die Finger. Neben den selbst geschriebenen Zeilen lag eine kleine Karte. Da stand drauf: Mut ist Angst, die gebetet hat.
Viel mehr brauchte ich in dem Moment nicht, als die Erinnerungen an die Möglichkeit, meine Hände zu falten und zu beten. Alles abzugeben. Zu wissen, dass ich Angst haben darf, aber dass ich mutig werden kann.
Ich hüte den Umschlag jetzt unter meiner Schreibtischunterlage. Zwischen all den Dingen und Terminen meines Alltags erinnert er mich an die einfache und wunderbare Botschaft. Und er erinnert mich auch daran, im Alltagsstress nicht zu vergessen, selbst mal wieder ein paar Briefe zu schreiben und in bunte Umschläge zu stecken.
Ich glaube, hin und wieder brauchen wir alle diese kleinen Erinnerungen an die guten Dinge in unserem Leben, an kleine Erfolge und große Schritte, an Menschen, die bei uns sind und an die Möglichkeit, die Hände zu falten.
Theresa Demski von der Evangelischen Kirche für „Augenblickmal!“

