INFO: Der 28-Jährige Fernsehjournalist engagiert sich bei der Aktion Herz am Telefon der Caritas SkF Essen gGmbH (cse). Meist einmal pro Woche telefoniert er mit einer älteren Dame vom Niederrhein. Manchmal dauern die Gespräche eineinhalb Stunden, manchmal auch nur eine halbe.
Ganz nebenbei bringt das Projekt – wie in diesem Fall – Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch. „Wir halten uns auf dem Laufenden und sprechen über Gott und die Welt. Das Schöne ist, dass es am Telefon ganz unkompliziert möglich ist, Zeit miteinander zu verbringen“, erklärt Pelka die Vorzüge seines Ehrenamtes. Mittlerweile sei man auch vertrauter miteinander im Gespräch und beim Du. Und das, obwohl die beiden sich noch nie persönlich begegnet sind, was beim Projekt Herz am Telefon auch nicht vorgesehen ist. Natürlich gebe es manchmal unterschiedliche Auffassungen, sagt Pelka, aber bisher habe man im gegenseitigen Respekt auch damit umgehen können. Überhaupt sieht er sich in dieser „Beziehung“ eher als Zuhörenden.
Ein besonders schönes Erlebnis für ihn war, als seine „Herz am Telefon“-Partnerin eine Fernsehdokumentation gesehen hatte, die sie berührt hatte, und darüber mit Cedrik reden wollte. „‘Ich habe den ganzen Morgen an Dich gedacht und wollte Dir das unbedingt erzählen‘, hat sie gesagt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wo komme ich sonst regelmäßig in Kontakt mit über 80-Jährigen?“, fragt Cedrik Pelka, der keine Großeltern mehr hat. Bei seinem Job kommt ihm entgegen, dass Herz am Telefon ein Ehrenamt ist, das sich auch bei begrenzten zeitlichen Möglichkeiten gut in seinen Alltag integrieren lässt – und für ihn eine echte Bereicherung darstellt. Mehr über seine ungewöhnliche Telefon-Freundschaft berichtet Cedrik Pelka im caritalks-Podcast, Episode #111 .
Herz am Telefon – Telefonischer Besuchsdienst – Rottstr. 24-26 – 45127 Essen – herzamtelefon@caritas-e.de – Sie erreichen uns Mittwoch 15-17 Uhr und Donnerstag 10-12 Uhr unter 0201 31 93 75 -632.
Internet: https://www.cse.ruhr/ueber-uns/unsere-standorte/standort/herz-am-telefon-telefonischer-besuchsdienst/
Die Jahreskampagne der Caritas 2026
Initiativen wie Herz am Telefon, die den Dialog und die Begegnung zwischen den Generationen fördern, stellt die Caritas in diesem Jahr in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten – passend zum Motto der diesjährigen Kampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen “.
„Denn die gegenwärtigen Herausforderungen, wie der Klimawandel oder die Sicherung von Rente und Sozialsystemen, können nur gemeinsam gelöst werden können“, ist Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen, überzeugt. „In unseren Einrichtungen und Diensten schaffen wir vielfältige Begegnungsorte für Alt und Jung. Hier machen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen die Erfahrung, miteinander auf dem Weg zu sein und voneinander lernen zu können. So, wie beim Projekt „Herz am Telefon“, erklärt die Caritas-Direktorin. Nur gemeinsam könne es gelingen, eine gute Zukunft für alle zu gestalten.
Caritas stellt das Füreinander der Generationen in den Mittelpunkt
Die Caritas in Deutschland stellt das Jahr 2026 unter das Thema gelingender Generationenbeziehungen. Unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ werden Mitgliedsverbände und Einrichtungen der Caritas bundesweit das ganze Jahr über für ein Füreinander und Miteinander der Generationen werben: in Generationencafés und Lesepatenprogrammen, mit Jugendfreiwilligendiensten und Projekten der youngcaritas. Die Kampagne, deren Symbol zwei Schuhe eines Caritas-Generationen-Paars auf rotem Schuhkarton sind, wird mit Veranstaltungen in Passau, Freiburg, Dortmund und Schwerin eröffnet. Im Laufe des Jahres sollen bundesweit 10.000 Schuhpaare auf zu Generationenpyramiden gestapelten roten Schuhkartons die Begegnungsorte der Caritas sichtbar machen.
Beim Kampagnenauftakt in Passau sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar. Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen! Das gilt für den Klimawandel und die Folgen der Pandemie genauso wie für die Verteidigung unserer freiheitlichen Ordnung und für die Wahrung des sozialen Friedens.“
Der Deutsche Caritasverband stellt zum Kampagnenstart seine fünf zentralen Forderungen für einen starken Sozialstaat aller Generationen vor: Reformen der Sozialversicherungen, die das Vertrauen aller Generationen stärken; eine Familien- und Bildungspolitik, die allen Kindern und Jugendlichen gleiche Teilhabechancen bietet und gesellschaftliche Mitverantwortung fördert; die Schaffung von Begegnungsräumen und Stärkung des Ehrenamts; und eine nachhaltige Klimasozialpolitik.
In Dortmund eröffnet Dr. Susanne Pauser, Vorständin Personal und Digitales des DCV, die Kampagne bei einer Smartphone-Sprechstunde, bei der junge ehrenamtlich Engagierte Seniorinnen und Senioren bei der Nutzung von elektronischen Endgeräten helfen. „Füreinander und Miteinander von Jung und Alt ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Es geht nicht um eine Generationengerechtigkeit, für die jede Generation um ihr Stück des Kuchens kämpfen muss und jedes Opfer aufgewogen wird, sondern um die Bereitschaft, für die anderen Generationen einen Beitrag zu leisten. Diese Bereitschaft wächst auf dem Vertrauen, dass Hilfe und Unterstützung jedem zugutekommen, wenn er in Not ist,“ so Pauser.
Dr. Oliver Müller, Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe, weist beim Besuch einer internationalen Frauenteestube der Caritas in Schallstadt auf die internationale Dimension der Kampagne hin: „Jede Generation verdient faire Chancen – überall auf der Welt. Wo Krieg, Gewalt und politische Umbrüche das Leben bestimmen, verlieren Kinder ihre Bildung, Mädchen ihre Zukunft und Familien ihre Stabilität – mit Folgen, die sich über Jahrzehnte fortsetzen. Menschen, die sich dort für Kinderrechte, Bildung und den Schutz von Frauen einsetzen, geben Hoffnung weiter – über Generationen hinweg.“
Dr. Friedrich von Schönfeld, Vorstand Finanzen und Recht des DCV: „In einer Zeit, in der sich ganze Generationen in altershomogene, digitale Blasen zurückziehen, braucht es Sozialräume, in denen echte Begegnungen möglich sind. Freiwilliges Engagement ist ein starker Treiber solcher Begegnungen. Gefragt sind daher Angebote für alle Altersgruppen, die eine erneute Einbindung in die Gesellschaft ermöglichen.
Der Deutsche Caritasverband engagiert sich seit über 125 Jahren für Menschen in Not. Mit bundesweit fast 740.000 Mitarbeitenden, über 500.000 ehrenamtlich Engagierten und rund 25.000 Einrichtungen und Diensten unterstützt die Caritas jährlich rund 13 Millionen Menschen. In nahezu allen sozialen Bereichen – von der Kinder- und Jugendhilfe über die Pflege älterer Menschen bis hin zur Begleitung von Menschen in Krisensituationen – setzt sich die Caritas für ein solidarisches Miteinander und die Stärkung des Sozialstaats ein. Er ist zudem weltweit mit mehr als 600 Projekten in 77 Ländern gemeinsam mit lokalen Caritas-Organisationen, mit kirchlichen und säkularen Partnerorganisationen sowie staatlichen Stellen an der Seite von Menschen, die in existenziellen Krisen sind, aktiv.
Informationen zur bundesweiten Jahreskampagne der Caritas gibt es unter www.caritas.de/kampagnen

