Dabei beobachtet der Leiter des CVJM Gelsenkirchen-City, Ralf Keddigkeit, seit Jahren zwei gegenläufige Trends: Zum einen wächst der Zulauf, immer mehr Menschen sind am „Fest der Liebe“ offenbar alleine und suchen die Gemeinschaft. Auf der anderen Seite wird es immer schwieriger, genug Geld für die CVJM-Feier einzusammeln, denn die Aktion ist ganz auf Spenden angewiesen. Im vergangenen Jahr hätte die traditionsreiche Weihnachtsfeier beinahe ausfallen müssen, weil den Organisatoren noch etwa 2.000 Euro fehlten. Die Presseberichterstattung darüber motivierte aber am Ende doch noch so viele Unterstützer, dass das Fest 2024 stattfinden konnte und sogar noch ein Grundstock für die diesjährige Feier übrigblieb.

Der geschmückte CVJM-Saal wartet auf die Gäste der Weihnachtsfeier. (Foto: CVJM | Ralf Keddigkeit)
Die findet am 24. Dezember von 19 bis 22 Uhr wieder im CVJM-Haus an der Bokermühlstraße 22 statt – insgesamt bereits zum 58. Mal. Die Veranstalter rechnen mit etwa 100 bis 150 Gästen. Unter ihnen dürften auch diesmal wieder Menschen sein, die auf der Straße leben, aber auch Senioren*innen. Was Ralf Keddigkeit erschüttert: Es kommen auch immer mehr junge Frauen mit ihren Kleinkindern. Die Feier ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Und wenn das Fesz gegen 22 Uhr endet, wird jeder Gast mit einem kleinen Geschenk verabschiedet.
Heiligabend-Feiern speziell für Alleinstehende gibt es auch an anderen Orten in NRW. Zu den Größten zählt dabei die Heiligabend-Feier in der Wuppertaler Stadthalle , organisiert von Diakonie, Caritas und dem CVJM Elberfeld. Hier versammeln sich an Heiligabend ab 19 Uhr bis zu 600 Gäste an langen festlich gedeckten Tafeln. Betreut und bewirtet werden sie von etwa 100 ehrenamtlichen Helfern. Neben einem ausgiebigen Essen gibt es für die Besucher weihnachtliche Musik und ein Bühnenprogramm. Die Eintrittskarte kostete drei Euro, der Löwenanteil der Kosten wird aber über Spenden finanziert.
Ähnlich große Teilnehmerzahlen wie in Wuppertal verzeichnet zum Beispiel die Weihnachtsfeier des CVJM in den Düsseldorfer „Rheinterrassen“. Die Besucher erhalten jeweils eine Geschenktüte, erleben zwischen 17 und 20 Uhr ein weihnachtliches Programm mit Musik und Weihnachtsansprache und bekommen auch ein festliches Weihnachtsessen serviert. Möglich wird das durch Spenden finanzierte Angebot vor allem dank der gut 200 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen
Das Angebot des CVJM, das sich ausschließlich an Männer richtet, gibt es bereits seit 1927. Seitdem haben über 70.000 Menschen daran teilgenommen. Eine weitere Heiligabend-Feier in der Landeshauptstadt ist dagegen nur für alleinstehende Frauen gedacht und wird vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ausgerichtet. Die Veranstalter rechnen nach eigenen Angaben in diesem Jahr mit rund 350 Besucherinnen.

