Da sein für die Menschen hinter der Uniform


„Früher hat man die Vorstellung gehabt: Wer in einer der Blaulichtorganisationen unterwegs ist, der weiß, was er tut, und um die muss man sich nicht kümmern“, sagt die Polizeiseelsorgerin Dorothea Jüngst. „Aber dann hatten wir auch schlimme Großschadenslagen in Deutschland, wo wir kapiert haben: Nein, in solchen Situationen brauchen die auch Begleitung, gar keine Frage, weil auch die haben eine Psyche, die verletzlich ist.“ Tatsächlich können bei den Polizeikräften im Laufe nur einer Dienstwoche viele schlimme Bilder und Erlebnisse zusammenkommen. In derart belastenden Situationen stehen haupt- und nebenamtliche Polizeiseelsorger der beiden Kirchen für Gespräche bereit. Deutschlandweit arbeiten derzeit allein 200 evangelische Theologen als Polizeipfarrer, davon 60 hauptamtlich. Sie betreuen Polizeibeamte nach belastenden Einsätzen, in Stresssituationen oder in schwierigen persönlichen Lebenskrisen.

Zu den Aufgaben der Polizeiseelsorge gehören außerdem die berufsethische Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten, die Begleitung von Einsätzen sowie spirituelle Angebote wie Gottesdienste und Einkehrtage. Besonders gern besuchen Polizistinnen und Polizisten in NRW einen Gottesdienst, der der immer am 29. September stattfindet. Er ist dem Erzengel Michael gewidmet – dem Schutzheiligen der bewaffneten Ordnungskräfte.

Am 2. Juli 1962 unterzeichneten das Land NRW sowie evangelische und katholische Kirche eine „Vereinbarung über Polizeiseelsorge in Nordrhein-Westfalen“. Das 50jährige Jubiläum wurde am 2. Juli 2012 in Düsseldorf mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Maximilian und anschließendem Festakt im Düsseldorfer Maxhaus gefeiert.

Weitere Infos und Ansprechpartner gibt es unter http://www.polizeiseelsorge.de/ (bundesweit) sowie regional unter https://polizeiseelsorge.de/in-der-naehe/nordrhein-westfalen/ bzw.     http://www.polizeiseelsorge-rheinland.de/

  • 29.03.2026
  • Manfred Rütten
  • Red
Polizeiseelsorge
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