Unser Gesprächspartner: Heino Falcke, Astrophysiker, Radioastronom und bekennender Christ, geboren 1966 in Köln, ist Professor an der Radboud-Universität Nijmegen. Nach Physikstudium und Promotion an den Universitäten Köln und Bonn arbeitete er als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) und kam über Stationen in den USA als Professor an die Universität Bonn und ab 2007 an der Radboud-Universität Nijmegen. Seine mit einem die Erde umspannenden Radioteleskopnetzwerk unternommenen Forschungen zu Schwarzen Löchern, die er 2019 mit einem Bild zeigen konnte, veröffentlichte er 2020 in einem populärwissenschaftlichen Buch (Licht im Dunkeln: Schwarze Löcher, das Universum und wir). Falcke ist Prädikant der Evangelischen Kirche im Rheinland und hält Gottesdienste in der Evangelischen Kirche Frechen.
„Der Big Bang“: Ursprung des Universums
Am 20. Juni 1966 – vor 60 Jahren – starb in Löwen der katholische Priester Georges Lemaître, der Entdecker des „Big Bang“, mit dem die gesamte Schöpfung und das Universum begann. Der im wallonischen Charleroi geborene Jesuitenschüler studierte neben Theologie am Priesterseminar von Mecheln Mathematik und Physik in Löwen, wurde 1920 promoviert und 1923 zum Priester geweiht. Nach Studium in Cambridge übernahm der Astrophysiker und Theologe 1925 eine Professur in Löwen und veröffentlichte seine Erkenntnisse 1927 in einer kleinen belgischen Fachzeitschrift – zwei Jahre früher als der US-Forscher Edwin Hubble (1889-1953), dem heute allgemein die Erkenntnis von der Ausdehnung des Weltalls zugeschrieben wird. Erst 1931 übersetzte Lemaître seinen Aufsatz auch ins Englische und forderte ein eigenes Urheberrecht nie ein.
Aus der Beobachtung, dass Galaxien permanent auseinanderdriften, schloss er, dass sie früher näher beieinandergelegen haben müssen. Das lege nahe, dass das gesamte Universum ursprünglich in einem einzigen Punkt konzentriert gewesen sei – im „Ur-Atom“, das „im Moment der Entstehung des Universums explodierte“. Papst Pius XII. (1939-1958) nahm Lemaître Ende 1940 in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften auf. Lemaître theologische Antwort auf die Frage, wer der Auslöser für diesen Ur-Impuls gewesen sei, wurde von der Wissenschaft stark abgelehnt, von der Päpstlichen Akademie aber 1951 als Theorie für den Beginn der Welt anerkannt – er entspringe einem Schöpfungsakt Gottes. Nach heutiger Erkenntnis ist dieser „Urknall“ vor rund 13,8 Milliarden Jahren zeitlich festzulegen.
Der letzte Beweis für die Richtigkeit der Urknall-Theorie kam erst nach Lemaîtres Emeritierung in Löwen 1964. Ein Jahr später entdeckten die beiden jungen Astrophysiker Arnold Penzias und Robert Wilson in Holmdelb/New Jersey 1965 konstant schwache Radiowellen einer kosmischen Hintergrundstrahlung, das Echo des einst verlachten „Big Bang“. Lemaître starb am 20. Juni 1966 mit 71 Jahren in Löwen. Nach ihm sind ein Asteroid des „Hauptgürtels“ zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter benannt, ein Mondkrater und ein Transportgefährt zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS.
Die Bibel beschreibt den in allen Religionen thematisierten Anfang der Welt gleich zu Beginn im Buch Genesis als Schöpfungsakt Gottes. Auch im Neuen Testament wird die Überlieferung des jüdischen Tanach aufgenommen und im Prolog des Johannesevangeliums auf Jesus Christus bezogen. Das im Jahr 325 formulierte Bekenntnis von Nicäa, das heute von allen großen christlichen Kirchen anerkannt wird, nennt Jesus Christus göttlich und wesenseins mit Gottvater. Er wird als „Schöpfer des Himmels und der Erde“ (factor coeli et terrae) bezeichnet: „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen…“.
Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre: Der am 30. Januar 1995 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufene Welttag zur Bekämpfung der Wüstenbildung und Dürre (A/RES/49/115) wird jedes Jahr am 17. Juni 2026 veranstaltet. Er will auf die fortschreitende Wüstenbildung aufmerksam machen, durch die die Erde jedes Jahr etwa 12 Millionen weitere Hektar fruchtbaren Bodens verliert. Schätzungen zufolge sind weit über eine Milliarde Menschen und etwa ein Drittel aller landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Erde von Bodendegradation und damit potenziell auch von Desertifikation betroffen. Weitere Infos: https://www.unccd.int/events/desertification-drought-day/2026

