Der Winter als Waffe in der Ukraine


INFO: Die Ukraine ist dem härtesten Winter seit Kriegsbeginn ausgesetzt. Nachts fallen die Temperaturen auf Minus 20 Grad. Gleichzeitig zielen jeden Tag Wellen massiver russischer Angriffe auf das Stromnetz. Der Winter wird zur Waffe und die ukrainischen Großstädte versinken in Dunkelheit und Kälte. „Die Bedingungen, unter denen die Menschen in den ukrainischen Städten leben, sind unmenschlich, sie sind lebensbedrohlich“, erklärt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz.

Angesichts dieser Lage hat Renovabis umgehend gehandelt: Um den Ukrainerinnen und Ukrainern zu helfen, stellte das katholische Osteuropa-Hilfswerk eine sofortige Winternothilfe von 500.000 Euro zur Verfügung, um mit Projektpartner Caritas-Spes in der Diözese Kyjiw-Zhytomyr im Großraum Kyjiw unter anderem Wärmestuben einzurichten: In großen aufblasbaren Zelten, die mit Hilfe von Notstromgeneratoren beheizt werden, können sich mehr als 5.000 Menschen aufwärmen, heißen Tee trinken und seelsorgerische Hilfe durch die örtlichen Pfarrer annehmen. In Zhytomyr im Westen von Kyjiw sollen für Senioren, Großfamilien und Binnenvertriebene warme Mahlzeiten in einer Sozialküche bereitstehen und in Charkiw, das jeden Tag besonders starkem Beschuss ausgesetzt ist, verteilen Renovabis-Partner Lebensmittel und Hygieneartikel. Für diese und weitere Hilfsprojekte ist das Hilfswerk auch auf Unterstützung durch Spenderinnen und Spender angewiesen, so Pfarrer Schwartz. „Der Kälte des Winters müssen wir die Wärme unserer Herzen entgegensetzen.“ Durch die Winternothilfe ergänzt Renovabis seine umfangreiche Unterstützung von Projekten in der Ukraine, für die das Hilfswerk seit Kriegsbeginn bereits mehr als 20 Millionen Euro aufgewendet hat. Wer den Menschen in der Ukraine helfen möchte: Hier alle Informationen.

Renovabis: Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Der Name stammt aus Psalm 104: „Renovabis faciem terrae – Du (Gott) wirst das Antlitz der Erde erneuern“. Das 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründete Hilfswerk mit Sitz in Freising unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in 29 Ländern in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Dazu gehören kirchlich-pastorale Projekte wie Jugendseelsorge, Familienseelsorge, Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, Bau von Kirchen und Gemeindezentren, soziale Projekte und Bildungsprojekte, Altenheime, Tageszentren für Kinder aus sozial schwachen Familien, Projekte für Straßenkinder und für Menschen mit Behinderung, Förderung von Schulen und Berufsschulen und weitere Projekte, wie Ausbildung von Journalisten, Förderung von Medienarbeit und Nothilfe (z.B. für Flüchtlinge oder im Fall von Naturkatastrophen).

Nach eigenen Angaben wurden seit der Gründung knapp 27.000 Projekte im kirchlich-pastoralen, sozialen und Bildungsbereich in 29 Ländern mit fast 900 Millionen Euro unterstützt. Pfarrer Professor Dr. Thomas Schwartz ist seit Oktober 2021 Hauptgeschäftsführer der Solidaritätsaktion Renovabis. Der 58 Jahre alte Theologe war in den letzten zehn Jahren Pfarrer der Pfarrgemeinde Sankt Michael in Mering, nahe Augsburg im Landkreis Aichach-Friedberg. Zugleich war er als Honorar-Professor für Wirtschaftsethik an der Universität Augsburg tätig. Er ist der fünfte Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis.

Kontakt: Renovabis, Domberg 27, 85354 Freising, Tel. 08161 / 5309-0, Fax 08161 / 5309-11, E-Mail: info@renovabis.de, Spendenkonto: IBAN: DE24 7509 0300 0002 2117 77, BIC: GENODEF1M05, LIGA Bank eG. Mehr: www.renovabis.de/

Spendenkonto: Renovabis e.V., IBAN: DE94 4726 0307 0000 0094 00, BIC: GENODEM1BKC, Bank für Kirche und Caritas eG. Die Spenden können auch an Pfarreien übermittelt werden. Dabei sollten Umschläge mit dem Hinweis „Spende Renovabis 2022“ versehen werden. Auf Wunsch stellt die Pfarrei auch gerne eine Spendenbescheinigung aus. Renovabis bietet auch die Möglichkeit zur Online-Spende unter www.renovabis.de/spenden/ihre-online-spende .

Unser Gesprächspartner: Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz (57) wurde am 26. April 2021 durch den Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz zum Hauptgeschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland berufen. Der Priester, Theologe, Honorarprofessor, Autor, Verleger und Fernsehmoderator Thomas Schwartz wurde 1964 in Landstuhl/Pfalz geboren. Nach dem Abitur am Johanneum in Homburg 1983 trat er in das Noviziat der Hiltruper Herz-Jesu-Missionare ein und legte dort später seine erste Profess ab. Im Wintersemester 1984/1985 nahm er sein Studium der katholischen Theologie an der Universität Münster auf. Es folgten Studien der Philosophie an der Universität Augsburg sowie theologische Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, wo er 1990 die Priesterweihe empfing. Danach wirkte er zunächst als Kaplan und nach seiner Promotion 2001 in Freiburg als Hochschulpfarrer in Augsburg. Seit 2010 war er Pfarrer in Mering, von 2005 bis 2014 zudem Professor für Angewandte Ethik an der Hochschule Augsburg und ist seit 2014 Honorarprofessor für Wirtschaftsethik an der Universität Augsburg.

Kontakt: Pfarrer Dr. Thomas Schwartz, Tel. 08161 / 5309-12, Fax 08161 / 5309-11, E-Mail: ts@renovabis.de, Internet: https://www.renovabis.de

Solidarität mit der Ukraine

Vor dem 4. Jahrestag des Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar rief der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz dazu auf, die Ukrainerinnen und Ukrainer weiter zu unterstützen: „Wir erleben die Rückkehr der Autokraten. Der Universalismus wird verdrängt von Nationalismus und Imperialismus“, beklagte der Limburger Bischof Georg Bätzing in einem Interview der „Zeit“. Das dürfe nicht die Zukunft sein. Zwar könne die Kirche den Krieg nicht beenden, jedoch für das Überleben der Menschen im Winter materielle Hilfe vor Ort organisieren.

Nach Angaben des Roten Kreuzes ist das Leben für Ukrainer durch Kälte und Angst zermürbend. Im fünften Kriegswinter brauchten 12,7 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, dazu gehöre laut Rotem Kreuz auch psychologische Unterstützung. Nach Diakonie-Angaben sind rund 15 Millionen Menschen tief traumatisiert. In den zentraleren Teilen der Ukraine suchten unterdessen 3,6 Millionen Menschen Schutz, so der Leiter der Diakonie-Katastrophenhilfe, Martin Keßler. Denn Angriffe auf die Energieinfrastruktur gefährdeten bei anhaltender Winterkälte das Überleben Hunderttausender Menschen.

Caritas international und die Partnerorganisationen begegnen der aktuellen Lage mit einer landesweiten Winterhilfe: Warme Kleidung, Schlafsäcke, Hygieneartikel und Haushaltswaren werden verteilt, mit Bargeld-Hilfen aus Mitteln der Bundesregierung können die Menschen Brennstoffe kaufen, mobile Pflegeteams suchen kranke und alte Menschen in ihren Häusern und Wohnungen auf. Laut offiziellen Angaben seien mittlerweile mehr als eine Million Menschen ohne Strom, Wasser und Heizung, in vielen Vierteln der ukrainischen Hauptstadt gebe es nur noch wenige Stunden am Tag Strom, so Caritas international. Viele der landesweit 70 Caritas-Zentren wurden zu Schutz- und Wärmepunkten“, wo Brennstoffe und Heizmaterial sowie Schlafsäcke und warme Kleidung ausgegeben. Der Bedarf übersteige aber bei weitem die Mittel. Die Diakonie-Katastrophenhilfe hat seit Kriegsbeginn 2022 rund 79 Millionen Euro an Spenden für die Ukraine-Hilfe erhalten und eingesetzt, die Caritas rund 72 Millionen Euro und mehr als 7,1 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer unterstützt. In den Caritas-Projekten in der Ukraine seien fast 3.000 Mitarbeitende und weitere 9.700 Freiwillige im Einsatz.

  • 24.02.2026
  • Christof Beckmann
  • Red
Der Winter als Waffe in der Ukraine
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