Die kreative Vielfalt sozialer Arbeit

  • 26.07.2026

INFO: Caritas überrascht mit ungewöhnlichen Projekten: Wer bei der Caritas vor allem an Pflege, Beratung oder Kindertagesstätten denkt, wird von der neuen Ausgabe der Zeitschrift „caritas in NRW“ überrascht. Unter dem Titel „Ungewöhnlich? Skurril? Sozial!“stellt das Magazin außergewöhnliche Projekte aus Nordrhein-Westfalen vor, die zeigen, wie kreativ und innovativ soziale Arbeit sein kann.

Ob eine Kaffeerösterei, eine Plauderbank ohne Smartphones, eine queere Demenzgruppe, eine mobile Gesprächsbar auf dem Friedhof oder Menschen mit psychischer Behinderung, die als „Stadtheld*innen“ ihre Nachbarschaft mit Graffiti verschönern – die Reportagen machen deutlich, dass Caritas dort neue Wege geht, wo klassische Angebote allein nicht mehr ausreichen. Die Projekte verbinden Menschen, stärken Teilhabe und reagieren auf gesellschaftliche Herausforderungen mit ungewöhnlichen Ideen.

„Hinter diesen Ideen stehen Menschen, die Gemeinschaft erleben, Selbstvertrauen gewinnen, Talente entdecken und neue Perspektiven entwickeln“, schreibt Chefredakteur Markus Lahrmann. „Caritas war immer dann besonders stark, wenn sie gesellschaftliche Entwicklungen aufgegriffen und kreative Lösungen für soziale Nöte gefunden hat. Das gilt heute mehr denn je. In einer Zeit, in der sich viele Menschen nach Zugehörigkeit, Sinn und Zusammenhalt sehnen, braucht es Mut zu neuen Wegen.“

So berichtet das Heft unter anderem über die „ansprechBar“, bei der Ehrenamtliche auf Friedhöfen Kaffee ausschenken und einfach Zeit für Gespräche schenken. Aus beiläufigen Begegnungen entstehen oft intensive Gespräche über Trauer, Einsamkeit oder persönliche Lebensgeschichten.
Ein weiteres Beispiel ist die „Plauderbank“ an einem Berufskolleg in Paderborn. Dort gilt eine einfache Regel: Kein Smartphone. Die von einer Caritas-Auszubildenden initiierte Sitzgelegenheit soll Jugendliche wieder miteinander ins Gespräch bringen und bewusst Räume für persönliche Begegnungen schaffen.

Auch der „Bleib Du!“-Treff in Düsseldorf zeigt, wie passgenaue soziale Angebote aussehen können. Die Gruppe richtet sich an homosexuelle Männer mit Demenz und bietet einen geschützten Raum, in dem sie ohne Vorurteile über ihre Biografie sprechen und Gemeinschaft erleben können.
Ergänzt wird das Schwerpunktthema durch weitere Reportagen über inklusive Kulturprojekte, nachhaltige Initiativen, Gesundheitsangebote und ungewöhnliche Formen des Ehrenamts. Gemeinsam zeichnen sie das Bild einer Caritas, die Menschen nicht nur unterstützt, sondern gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestaltet. Die neue Ausgabe der Caritas in NRW erscheint in diesen Tagen und ist online unter www.caritas-nrw.de verfügbar.

Caritas in NRW: Zeitschrift der Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn, Chefredakteur Markus Lahrmann, Hubertusstraße 3, 40219 Düsseldorf, +49 211 5160662-0, +49 211 5160662-5, E-Mail: redaktion@caritas-NRW.de, Internet: www.caritas-nrw.de . Probeheft bestellen: vertrieb@caritas-nrw.de.

Deutscher Caritasverband: Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Sozialverband Europas und größte Wohlfahrtsverband in Deutschland. Mit rund 690.000 hauptamtlichen Mitarbeitern – 80 Prozent sind Frauen – ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff „caritas“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Sitz des 1897 gegründeten Verbands ist Freiburg. Wichtige Bedeutung haben die Büros in Berlin und Brüssel.
Rund 700.000 Menschen arbeiten beruflich in den knapp 25.000 Einrichtungen und Diensten der 6.200 rechtlich eigenständigen Träger, die der Caritas bundesweit angeschlossen sind. Rund 13 Millionen Menschen suchen jährlich bei der Caritas vor Ort und in der Online-Beratung Kontakt und Hilfe. Zu den Einrichtungen der Caritas zählen Kitas, Pflegedienste, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendheime, Obdachloseneinrichtungen, Schülerhorte, Frauenhäuser, Hospize und viele mehr. Die Einrichtungen und Dienste werden von mehreren hunderttausend Ehrenamtlichen unterstützt. Die Arbeit der Caritas wird nicht zentral gesteuert. Die 27 Diözesancaritasverbände und 340 Ortscaritasverbände organisieren die Arbeit vor Ort. Unter dem Dach des Deutschen Caritasverbandes organisieren sich zudem 17 Fachverbände wie der Verband katholischer Altenhilfe, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) oder der Malteser-Hilfsdienst (MHD). Hinzu kommen rund 250 karitativ tätige Ordensgemeinschaften. Teil des Verbands ist die Hilfsorganisation Caritas international, die Katastrophen- und humanitäre Hilfen organisiert.

Mehr: https://www.caritas.de

Weitere Informationen zu den Diözesancaritasverbänden , Zentralstatistik

Katharina Ganz wird neue Caritas-Präsidentin
Der Caritas-Aufsichtsrat wählte die 56 Jahre alte promovierte Theologin und Sozialpädagogin 8. Juli in Freiburg. Die Ordensschwester übernimmt das Amt im Februar von Eva Maria Welskop-Deffaa, die seit 2021 an der Spitze von Europas größtem Wohlfahrtsverband stand. Sie wird nach fast zehn Jahren im Vorstand in den Ruhestand gehen.

Der Vorsitzende des Caritasrats, Frank Johannes Hensel (Köln), erklärte: “Schwester Katharina wird mit ihrer Führungserfahrung, ihrer theologischen und spirituellen Verankerung, ihren praktischen Erfahrungen in der sozialen Arbeit und ihrem politischen Gestaltungswillen eine große Bereicherung für den Deutschen Caritasverband sein.“ Die aus Franken stammende Ganz war bis 2025 Leiterin der Ordensgemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen mit Niederlassungen in Deutschland, Südafrika und den USA. Zuvor arbeitete sie als Sozialpädagogin und begleitete Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Ganz tritt für mehr Rechte von Frauen in der Gesellschaft und in der katholischen Kirche ein: „An der Frauenfrage entscheidet sich die Zukunft der katholischen Kirche“, sagt sie.

  • Stefan Klinkhammer
  • Red
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