Hier findet man zum Beispiel die sogenannte Wiedmann-Bibel, benannt nach ihrem Schöpfer, dem Künstler Willy Wiedmann. Sie ist 1.170 Meter lang, ausklappbar, besteht aus 3.333 Bildern und stellt das gesamte Alte und Neue Testament dar. Seit 2019 steht sie im Guinness-Buch als die längste Bibel der Welt. Das internationale beachtete Kunstwerk wird im Frankfurter Bibelmuseum aufbewahrt.
„Am anderen Ende der Skala“ – so schreibt das evangelische Onlinemagazin »Sonntagsblatt« – „steht die hebräische Nano-Bibel, die 2015 Einzug ins Guinness-Buch erhielt: Das Alte Testament, eingraviert auf einem Chip von der Größe eines halben Quadratmillimeters. Entwickelt hat sie Ohad Zohar, ein Physiker am Technion in Haifa. Lesbar ist sie nur mit einem Elektronenmikroskop – Gottes Wort für das digitale Zeitalter.“
Rekordverdächtig ist auch die weltweite Verbreitung der Bibel. Schätzungen zufolge gibt es weltweit fünf Milliarden Exemplare. Die komplette Heilige Schrift bzw. Teile davon wurden bisher in mehr als 2.000 Sprachen und Dialekte übersetzt. Zum Vergleich: Die berühmte „Harry Potter“-Buchreihe liegt in 80 Sprachen vor. Laut Wikipedia liegen Übersetzungen der kompletten Bibel „in 769 Sprachen vor, das vollständig übersetzte christliche Neue Testament in 1.755 und Teilübersetzungen in weiteren 1.348 Sprachen. Damit ist die christliche Bibel das am weitesten verbreitete und auch das am häufigsten übersetzte Buch der Welt.“
Die Wycliffe-Bibel zum Beispiel ist eine der ersten vollständigen Übersetzungen ins Englische aus dem 14. Jahrhundert. Die „Hawaiian Pidgin“ ist eine Bibel, die in der lokalen hawaiianischen Kreolsprache verfasst ist. Seit 2012 gibt es auch eine vollständige Bibelübersetzung in Inuktitut, der Silbensprache der kanadischen Inuit. Die Arbeit daran hat 34 Jahre gedauert. Noch länger – nämlich rund 300 Jahre – nahm die Übersetzung der Bibel in die Stammessprache der Mohawk aus Südkanada in Anspruch. Sie wurde 2024 vorgestellt.
Warum „Buch der Bücher“?
Ihren Beinamen „Buch der Bücher“ trägt die Bibel aber nicht wegen dieser Rekorde oder ihrer herausragenden Stellung. Die Bezeichnung ist vielmehr wörtlich zu nehmen: Die Bibel ist nämlich eine Sammlung von insgesamt 66 Büchern: 39 bilden das Alte Testament, 27 das Neue Testament. Die Autoren der biblischen Bücher – geschichtliche, prophetische und poetische – repräsentieren unterschiedliche Sprachen und Kulturen über einen Zeitraum von mehr als 1500 Jahren.
Dass in der Bibel trotzdem ein roter Faden, eine gemeinsame Zielrichtung deutlich wird, führen Christen und Juden auf das geheimnisvoll inspirierende Wirken des Geistes Gottes zurück. Sie sehen darin die fortlaufende Offenbarung des Willens Gottes an die Menschen, denen er seine unbegreifliche Liebe mitteilen will. Wer sich auf seine Botschaft einlässt, soll ihre Gültigkeit erfahren.
Für die 1189 Kapitel mit insgesamt 31.000 Versen braucht man bei normaler Lesegeschwindigkeit ca. 49 Stunden. Wem das zu viel ist oder zu lange dauert, kann sich gegen Bezahlung bei www.getabstract.com/ auch eine Kurzfassung besorgen. Die Lesedauer wird hier mit gerade mal 15 Minuten angegeben! Mehrere Theologen und ein Journalist haben das Kunststück fertiggebracht, die Bibel so „einzudampfen“, dass der eilige Leser am Ende Bescheid weiß über die Grundzüge der alttestamentarischen Geschichte Israels, das Leben und Wirken des Jesus von Nazareth, die Gründungsgeschichte der christlichen Kirche und die Hauptaussagen der Bibel

