Einsamkeit: Fluch und Segen

  • 01.07.2026


INFO: „Einsamkeit ist eine ambivalente Erfahrung, ist offen in beide Richtungen, kann Fluch und Segen sein“ – so heißt es zur aktuellen Ausstellung im Maxhaus, dem katholischen Stadthaus mitten in der Düsseldorfer Altstadt: Einsamkeit, Fluch und Segen. „Einsamkeit berührt uns alle: Sie kann als Fluch belasten und zugleich als Segen neue Klarheit schenken. Die interaktive Ausstellung lädt dazu ein, diese Spannbreite zu erkunden: von Momenten des Rückzugs bis zu Erfahrungen innerer Stärke. Entdecke Impulse, Perspektiven und Mitmach-Stationen, die dazu anregen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und Wege zwischen Distanz und Verbundenheit neu zu denken.“ So nähern sich die Besuchenden beim Gang durchs Maxhaus auf vielfältige Weise dem Thema Einsamkeit. Da gibt es Stationen mit Musik, Gemälden, Zitaten, Sitzsäcken und Spiegeln. Öffnungszeiten: Di–Fr, 11–18 Uhr & Sa, 11–17 Uhr, Eintritt frei

Offenes Gesprächsangebot: Zeit für dich – 15 Minuten zum Innehalten für deine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Einsamkeit. Weitere Termine: Do. 02.07.26: 15 – 17 Uhr, Sa. 11.07.26: 15:30 – 16:30 Uhr, Sa. 05.08.26: 15:30 – 16:30 Uhr, Sa. 26.09.26: 15:30 – 16:30 Uhr, Sa. 31.10.26: 15:30 – 16:30 Uhr

Führungen durch die interaktive Ausstellung: Treffpunkt Maxhaus-Foyer, für Gruppen besteht die Möglichkeit, eine individuelle Führung zu vereinbaren: fuehrungen@maxhaus.de. Weitere Termine zu Führungen und Hinweise zu einschlägigen thematischen Veranstaltungen hier .

Adresse: Maxhaus – katholisches Stadthaus in Düsseldorf, Leitung: Dr. Peter Krawczack Schulstraße 11 40213 Düsseldorf, Tel. 0211 / 90 102 50 Fax 0211 / 90 102 56, E-Mail: kontakt@maxhaus.de, Internet: https://www.maxhaus.de/einsamkeit/

Aktionswoche gegen Einsamkeit vom 22. bis 28. Juni 2026: Auch in diesem Jahr ruft das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ vom 22. bis 28. Juni 2026 dazu auf, Menschen zusammenzubringen, Begegnungen zu schaffen und über das Thema Einsamkeit zu sprechen. Unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen“ sollen die Öffentlichkeit, Betroffene und Angehörige zum Thema sensibilisiert und über Hilfsangebote informiert werden. Die Aktionswoche startet mit der am 22. Juni in Berlin und online in Kooperation mit dem BMBFSFJ ausgerichteten 5. KNE-Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ . Darüber hinaus sind in ganz Deutschland vielfältige Aktionen von Organisationen, Institutionen, Unternehmen und Einrichtungen geplant.

Im Rahmen der Aktionswoche 2026 hat auch die Allianz gegen Einsamkeit – ein breites Bündnis aus Bund, Ländern, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – offiziell die Arbeit aufgenommen. Aktionswoche und Allianz wollen Einsamkeit sichtbar machen und gemeinsam nach Lösungen suchen, um dieser wirksam zu begegnen. Damit führt die Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag verankert, die im Rahmen der „Strategie gegen Einsamkeit“ 2023 begonnenen Initiativen fort und unterstützt bestehende Netzwerke. Das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) setzt sich mit den Ursachen und Folgen von Einsamkeit auseinander und fördert die Erarbeitung und den Austausch über förderliche und hinderliche Faktoren in der Prävention von und Intervention bei Einsamkeit in Deutschland. Mehr: https://kompetenznetz-einsamkeit.de/aktionswoche#Aktionen

Umfrage: Junge Erwachsene besonders häufig einsam: (KNA) In einer neuen, repräsentativen Umfrage berichteten 42 Prozent der Menschen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren von Einsamkeitsgefühlen, bei den Befragten zwischen 31 und 54 Jahren lag der Anteil mit 31 Prozent deutlich niedriger. Nach den Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden hatte das Gefühl des Alleinseins gerade unter jungen Menschen in der Corona-Zeit von 2020 bis 2022 stark die öffentliche Debatte bestimmt. Seither veränderte sich das Stimmungsbild nur geringfügig: 2022 hatten die entsprechenden Werte 45 Prozent in der jungen Gruppe und 33 Prozent bei den über 30-Jährigen betragen. „Das Einsamkeitsempfinden hat sich seit der Corona-Pandemie kaum zurückgebildet. Damit bestätigt sich, dass Einsamkeit unter jungen Erwachsenen kein kurzfristiges Phänomen während und nach der Pandemiezeit ist, sondern besonders für die Generation Z zu einer anhaltenden psychosozialen Belastung zu werden scheint“, sagte Expertin Sabine Diabaté. Die Generation Z umfasst Personen, die etwa zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Die Untersuchung fußt auf der sogenannten Freda-Langzeitstudie zu Beziehungen und Familienleben in Deutschland, für die zweimal jährlich rund 30.000 Personen befragt werden. Frauen berichteten seit 2022 durchweg etwas häufiger als Männer, sich einsam zu fühlen. Zuletzt – im Winter 2024/2025 – berichteten 36 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer von Einsamkeit. Partnerschaften, soziale Netzwerke und Bildung wirkten zwar schützend – gleichzeitig erhöhten prekäre Lebensverhältnisse und soziale Unsicherheit das Risiko für Einsamkeit. Gerade junge Erwachsene erlebten durch multiple Krisen unsichere Zukunftsperspektiven.

Neue Studie diagnostiziert bei der Generation Z Höchstgrad an Isolation: Augsburg (KNA) Junge Erwachsene fühlen sich laut Studie isolierter als andere Generationen. „Wir können wissenschaftlich belegen, dass die Generation Z mit Abstand die einsamste Generation ist und auch bleiben wird, wenn wir nicht gegensteuern“, erklärte Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung mit Blick auf die Jugendtrendstudie 2026 am 18. Juni in Augsburg. Am einsamsten fühlen sich laut Studie Männer der Generation Z (16- bis 31-Jährige). Verantwortlich für diese Entwicklung ist demnach auch die Nutzung von KI und Sozialen Medien. „Soziale Medien können antisozial wirken: Je mehr man davon konsumiert, desto stärker die soziale Isolation“, so Studienleiter Maas. So berichteten Mitglieder der Generation Z am häufigsten über eine leere Social Battery, die höchste Internetnutzung und die höchste KI-Offenheit. Sie waren auch häufigsten von globalen Einsamkeitsgefühlen betroffen. Der Begriff „Social Battery“ bezeichnet das Überforderungsgefühl bei zwischenmenschlicher Kommunikation im analogen Setting.

Da eine Mehrheit der befragten Jugendlichen selbst strengere Begrenzungen bei Smartphone- und Social-Media-Nutzung befürworte, sei ein Smartphoneverbot bis einschließlich der siebten Klasse sowie eine gesetzliche Altersgrenze von 16 Jahren für Social Media plausibel. KI könne im Bildungsbereich ergänzend eingesetzt werden, dürfe aber das eigene Denken nicht ersetzen. Zugleich müsse Grundlagenkompetenzen wie Lesen und Rechnen verlässlich vermittelt werden. Außerdem brauche es mehr psychosoziale und pädagogische Angebote und sichere soziale Räume. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg befragte das Institut für Generationenforschung von Januar bis Februar 2026 junge Menschen zu ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen. Um diese Daten besser einzuordnen, wurden etwa auch Eltern und Lehrkräfte befragt. Insgesamt nahmen 4.865 Personen an der Studie teil.

Papst Leo: Besucht eure Großeltern! Leo XIV. ruft dazu auf, die Einsamkeit von älteren Menschen zu lindern. Das schrieb er am 15. Juni 2026 in einer Botschaft zum Welttag der Großeltern und älteren Menschen, der am 26. Juli begangen wird. Er bitte „alle, insbesondere für die Jüngeren, ihre Großeltern, die älteren Familienmitglieder und auch diejenigen zu besuchen, die keinen Besuch erhalten“, so Leo XIV. in dem Schreiben. In manchen Pflegeeinrichtungen bestehe die Gefahr, „dass die Einzigartigkeit des Menschen sich auf die Nummer seines Bettes oder sein Krankheitsbild reduziert“. Dem solle man mit Besuchen nach Kräften entgegenwirken. Senioren sollten sich der Gebrechlichkeit nicht schämen. „Gerade diese Schwäche birgt ein neues Potenzial, das auch die anderen Lebensabschnitte erhellt. Denn wenn sie angenommen und anerkannt wird, macht die Gebrechlichkeit das Herz offen für gegenseitige Unterstützung und für die Anrufung Gottes“. Wörtlich schreibt der Papst: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen.“ Der Papst bittet alle, die seine Botschaft lesen, „mit mir beständig um einen baldigen Frieden in der ganzen Welt zu beten“. (vatican news) 15/06/2026: Wortlaut: Papst-Botschaft an Senioren

  • Annette Florin
  • Red