Entenfamilie

  • 16.09.2026

Der Beitrag zum Nachlesen:

Ich bin im Urlaub mit Rad in Holland unterwegs – am Stadtrand einer holländischen Kleinstadt. Auf einmal sehe ich sie auf dem Rasenstreifen am Radweg direkt neben der Straße entlangwatscheln. Eine Entenmutter mit ihren 6 Küken. Ich komme ihnen langsam näher. Die Entenmutter wechselt vom Rasenstreifen auf die Straße. Ich springe sofort vom Rad und gebe dem Auto, das angefahren kommt ein Stoppzeichen.

Die Fahrerin sieht die Entenfamilie und hält an. Das nächste Auto, das von hinten kommt, weiß nicht was los ist und überholt langsam das erste Auto – trotz der Warnzeichen. Glück gehabt, die Entenfamilie weicht aus. Inzwischen sind auf beiden Fahrbahnspuren Autos stehen geblieben. Eine Autofahrerin auf der Gegenfahrbahn steigt aus, scheucht die Entenfamilie zurück in Richtung Radweg, steigt ein und fährt weiter.

„Falsche Richtung“ denkt die Entenmutter. Sie hat eine Mission. Sie will auf die andere Seite. Sie watschelt wieder zurück auf die Straße mit den piepsenden Küken im Schlepptau. Hüpft auf den Mittelstreifen und ist auf der Gegenfahrbahn. Ein SUV-Fahrer kommt angerast. Auch er reagiert auf die Stoppzeichen und kommt kurz vor der Entenfamilie zum stehen. Glück gehabt. Die Entenmutter und die Küken hüpfen auf den Seitenstreifen der anderen Straßenseite. Sie haben es geschafft. Die Entenmutti watschelt zu einem kleinen Fußpfad und sieht, die Luft ist rein- keine Gefahr mehr auf dem Weg. Der SUV Fahrer rast weiter. Alle atmen durch.

Die kurze Szene hat knapp 5 Minuten gedauert. Etwa 20 Autofahrer und Radfahrer haben miteinander dafür gesorgt, dass der Verkehr einen kurzen Moment für die Entenfamilie still stand. Zusammenarbeit und Kooperation haben geklappt für diesen Augenblick. Ich frage mich, muss ich in diesem Hitzesommer nicht noch vielmehr zusammen mit anderen für den Schutz von Tieren und ihrer Lebenswelt tun?

  • Max Testermann
  • Red
Entenfamilie
  • AM260916