INFO: Die Herstellung von Spielzeug weltweit ist eine Milliardenbranche: Der Umsatz liegt weltweit bei über 100 Milliarden US-Dollar, in Deutschland erwirtschafteten die rund 600 Spielwarenhersteller 2020 Umsätze in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Doch selbst hinter beliebten Marken lauern oft Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, so Kritiker vor allem mit Blick auf China, den größten Spielzeugproduzent und Exporteur nach Deutschland (über 50% aller Importe). Moniert werden dort überlangen Arbeitszeiten, geringe Löhnen, gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz, auch in Vietnam, Indonesien, Indien und Osteuropa. Dagegen wendet sich „eine Multi-Stakeholder-Initiative mit Mitgliedern aus der Spielwarenbranche und der Zivilgesellschaft“, so die Fair Toys Organisation e.V.: Die 2020 gegründet Fair Toys Organisation e.V. setzt sich für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten sowie die Verringerung der Umweltauswirkungen in der Spielzeugproduktion ein und möchte mehr Transparenz in die globalen Lieferketten der Spielwarenbranche bringen. Basis jeglicher Arbeit ist der Verhaltenskodex der Fair Toys Organisation (PDF).
Auch kirchliche Organisationen sind Mitglied in dem außergewöhnlichen Zweikammersystem der Mitglieder. Sie setzen sich zusammen aus Spielwarenhersteller, Spielwarenhändler und deren Verbände auf der einen Seite, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Körperschaften des öffentlichen und kirchlichen Rechts und Gewerkschaften auf der anderen Seite. Zentrales Entscheidungsorgan des Vereins ist der achtköpfige Vorstand, der sich zu gleichen Teilen aus Mitgliedern der Zivilgesellschaft und aus der Spielwarenbranche rekrutiert: Romero Initiative (CIR): Maik Pflaum; Katholische Arbeitnehmer Bewegung Diözesanverband Eichstätt e.V.: Kurt Schmidt; Mission Eine Welt: Dr. Jürgen Bergmann; Nürnberger Bündnis Fair Toys: Helga Riedl; HEUNEC Plüschspielwarenfabrik GmbH & Co KG: Barbara Fehn-Dransfeld; plasticant mobilo GmbH: Sven Grabosch; sigikid, H.Scharrer & Koch GmbH & Co.KG: Axel Gottstein; MGA Zapf Creation GmbH: Thomas Eichhorn. Daneben gibt es ein hauptamtliches Team in der Geschäftsstelle der Fair Toys Organisation in Nürnberg mit derzeit drei Mitarbeitenden. Mehr Informationen im FPC-Manual (PDF) und im FTO-Strategiepapier (PDF).
Fair Toys Siegel: Das Fair Toys Siegel zeichnet Unternehmen aus, die in hohem Maße die Anforderungen und Kriterien des Fair Performance Checks erfüllen. Hierbei wird betrachtet, inwiefern das Unternehmen glaubhaft soziale und ökologische Verantwortung für seine Lieferkette übernimmt. Unternehmen, die die sechs Mindestanforderungen des Fair Performance Checks erfüllen sowie mindestens 75 % der zu erreichenden Punkte erhalten, dürfen das Fair Toys Siegel nutzen. Aktuell sind das die Unternehmen Heunec GmbH und Co. KG und plasticant mobilo GmbH. Die genauen Ergebnisse aller Unternehmen sowie mehr Infos zum Siegel: siegel.fair-toys.org/ . Kontakt: Geschäftsstelle Fair Toys Organisation e.V., Königstr. 64, 90402 Nürnberg, +49 (0)911 2346-382, E-Mail: info@fair-toys.org, Internet: https://www.fair-toys.org/
Christliche Initiative Romero e.V. (CIR): Auch im Bereich der Spielzeugproduktion deckt die CIR Missstände auf und setzt sich mit lokalen Nichtregierungsorganisationen vor Ort für gerechte Arbeitsbedingungen ein, um eine ethische Spielzeugproduktion zu fördern. Kontakt: Schillerstraße 44a, D-48155 Münster, E-Mail: cir@ci-romero.de, Tel. +49 (0) 251 / 67 44 13 – 0, Fax +49 (0) 251 / 67 44 13 – 11, Internet: https://www.ci-romero.de/

