INFO: Kinder und Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen fahren in den Sommerferien mit den katholischen Jugendverbänden auf Sommerlager und Ferienfreizeiten, erleben dort unvergessliche Tage, geprägt von Gemeinschaftsgefühl, selbstbestimmter Freizeit und vielfältigen Bildungsangeboten. Diese Erholung vom Schulalltag organisieren die Kinder- und Jugendverbände aus den Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn. Mit dabei sind die ganz klassischen Zeltlager von Pfadfinderinnen und Pfadfindern beim Bauern auf der Wiese, aber auch Ferienfreizeiten in Häusern, oft in Österreich, der Schweiz oder in Dänemark. Darüber hinaus locken auch Ferien zu Hause und Ferienspiel-Angebote für Kinder und Jugendliche in der Heimat. Für alle Kinder und Jugendlichen seien selbstbestimmte Freiräume, in denen sie sich unabhängig von Institutionen wie Familie und Schule ausprobieren können, wichtig, so die Organisatoren. Die Angebote der Jugendverbände wie Ferienfreizeiten biete die Möglichkeit, sich zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln. Gut 20.000 Kinder und Jugendliche sind jedes Jahr in ganz NRW in 500 Freizeiten unterwegs, die ohne die rund 5000 ehrenamtlichen Leiter und Leiterinnen nicht möglich wären.
Bund der Deutschen Katholischen Jugend: Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Seit 1947 vertritt er die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den katholischen Jugendverbänden. Schon lange vor 1947 waren katholische Kinder und Jugendliche in Jugendverbänden organisiert, etwa bei der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) oder in der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ). Doch nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernahmen, wurden Jugendverbände verboten und mussten der von den Nazis organisierten und kontrollierten Jugendarbeit weichen. Nach dem Krieg begann in Altenberg die Hauptstelle für Jugendseelsorge im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz ihre Arbeit. Auch die Verbände nahmen ihre Arbeit wieder auf und gründeten schließlich auf einer Tagung vom 24. bis 28. März 1947 in Hardehausen in der Nähe von Paderborn den BDKJ als „Einheit in Vielfalt”.
Im Bundesverband organisiert sind: Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ), Christliche Arbeiterjugend (CAJ), Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens (J-GCL), Katholische Junge Gemeinde (KjG), Katholische Landjugendbewegung (KLJB), Kolpingjugend , Katholische Studierende Jugend (KSJ), Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), Quickborn Arbeitskreis , Unitas-Verband , mit beratender Stimme: Aktion West-Ost , Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV), DJK-Sportjugend , Internationaler Bauorden , Schönstatt-Mannesjugend (SMJ). Sitz ist seit 1947 das 1908 als Sekretariat des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD) gegründete Jugendhaus Düsseldorf. Es ist zugleich die Landesstelle des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Nordrhein-Westfalen e.V. (BDKJ NRW e.V.), dem Zusammenschluss der fünf nordrhein-westfälischen BDKJ Diözesanverbände Aachen, Essen, Köln, Münster, und Paderborn sowie der Landesarbeitsgemeinschaften der Mitgliedsverbände des BDKJ. Im BDKJ in NRW wirken rund 285.000 Kinder und Jugendliche mit.
Kontakt: BDKJ-Bundesstelle, Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf, Tel. 0211 / 4693–0, Fax 0211 / 46 93 – 120, Mail: infos@bdkj.de, Internet: www.bdkj.de ;
BDKJ-Landesstelle NRW, Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf, Tel.: 02 11 / 4 49 35-0, Fax: 0211 / 4 49 35-23, E-Mail: info[at]bdkj-nrw.de , www.bdkj-nrw.de .
Ferien auf Ameland: Seit über 35 Jahren gibt es das „Katholische Ferienwerk Ameland“. Jedes Jahr fahren etwa 60-70 Gruppen mit über 5.000 amelandbegeisterten Kindern, Jugendlichen, Betreuenden und Kochteams aus ganz NRW und bundesweit auf die Insel und verbringen dort „Ferien mit Kirche“. In pastoraler und organisatorischer Hinsicht werden die Gruppen von drei Pastoralteams des Bistums Münster unter der Leitung von Pfarrer Karsten Weidisch unterstützt, die medizinische Betreuung übernimmt der MHD aus Münster. Während den Sommerferien in NRW stellen die Malteser für die auf Ameland stattfindenden Ferienfreizeiten seit 1959 eine sanitätsdienstliche Betreuung der Ferienlager sicher.
Kontakt: Malteser Hilfsdienst e.V., Diözesangeschäftsstelle Münster, Sebastian Barkemeyer, Daimlerweg 33, 48163 Münster, Tel.: 0251 97121-92, E-Mail: ameland@malteser.org, Internet: www.malteser-muenster.de/dienste/sanitaetsdienst-ameland .
Die Arbeitsgemeinschaft „Katholisches Ferienwerk Ameland“ ist ein Zusammenschluss von Trägern von Ferienerholungsmaßnahmen auf der niederländischen Nordseeinsel Ameland. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft können alle Entsendestellen werden, die deren Ziele und Aufgaben unterstützen. Die am 28.01.1989 in ihrer jetzigen Form ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft „Katholisches Ferienwerk Ameland“ feierte 2024 ihr 35jähriges Bestehen und zählt derzeit über 98 Mitglieder, aus deren Reihen im Sommer 2025 aktuell 68 Ferien-Freizeit-Gruppen mit insgesamt 5.105 Personen (Teilnehmende, Betreuer und Kochteams) nach Ameland reisen.
Die Arbeitsgemeinschaft hat u. a. folgende Aufgaben: Vertretung der Interessen der Entsendestellen gegenüber den Einrichtungen auf Ameland (VVV, Kommune, Verein der Camphofbesitzer und Katholische Kirchengemeinde); Erstellen von Arbeits- und Informationsmaterialien; Mitarbeit bei der Planung und Gestaltung von Seelsorge (Einsatz von Pastoralteams in den Sommerferien); Mitarbeit bei der sozialen und medizinischen Versorgung in Kooperation mit der MHD-Diözesangeschäftsstelle Münster. Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft besteht aus fünf Personen, die Geschäftsstelle hat ihren Sitz derzeit in Mülheim an der Ruhr.
Geschäftsstelle: Arbeitsgemeinschaft Katholisches Ferienwerk Ameland, c/o Michael Guthoff, Broicher Waldweg 88, 45478 Mülheim/Ruhr, Mail: info@katholisches-ferienwerk-ameland.eu.
KjG Katholische junge Gemeinde
Die Katholische junge Gemeinde (KjG) ist ein demokratisch organisierter Kinder- und Jugendverband, der sich nach den katholischen Pfarreien in den Diözesen der Bundesrepublik Deutschland strukturiert. Sie hat nach eigenen Angaben deutschlandweit etwa 80.000 Mitglieder in 24 Diözesanverbänden.
Grundlagen und Ziele: In der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) schließen sich junge Christinnen und Christen zusammen. Demokratisch und gleichberechtigt wählen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer die Leitungen und entscheiden über die Inhalte und Arbeitsformen des Verbandes. Ihre jeweiligen Bedürfnisse und Interessen bestimmen das verbandliche Leben. Die Gruppen, Projekte und offenen Angebote der KjG bieten Raum für Begegnungen und Beziehungen, gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Handeln. Die KjG unterstützt sie darin, ihr Leben verantwortlich zu gestalten und eigene Lebensperspektiven zu entwickeln. Sie ermöglicht ihnen einen Zugang zum christlichen Glauben und ermutigt sie zu einem selbstverantworteten religiösen Leben. Die KjG fördert auf vielfältige Weise, soziale, pädagogische und politische Verantwortung zu übernehmen und unterstützt die Entwicklung persönlicher Interessen und Fähigkeiten. Die KjG greift die Fragen und Anliegen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf und befähigt sie, sich in Kirche und Gesellschaft zu vertreten. Insbesondere setzt sie sich dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Pfarr- und Kommunalgemeinde gleichberechtigt mitgestalten können. Mit ihrem Engagement steht die KjG ein für eine demokratische, gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft und Kirche. Sie wendet sich gegen jede Art der Ausgrenzung und Unterdrückung von Menschen und gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen.
Kontakt: KjG Bundesstelle, Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf, Tel.: 02 11 / 98 46 14 – 0 , Fax: 02 11 / 98 46 14 – 29, Mail: bundesstelle(at)kjg.de Internet: www.kjg.de
Thomas Morus – Patron der KjG
Thomas Morus wurde am 6. Februar 1478 in London geboren. Er machte sich schon in jungen Jahren einen Namen als Anwalt, Politiker, Gelehrter und Schriftsteller. Mit 25 Jahren war er bereits Mitglied des Unterhauses. Als überzeugter Christ hatte Thomas Morus lange geschwankt, ob er Mönch oder Jurist werden solle. Seine Entscheidung, eine weltliche Laufbahn einzuschlagen, hat ihn jedoch in keinster Weise daran gehindert, sich mit theologischen Fragen zu beschäftigen und in der Kirche Verantwortung zu übernehmen. Während im Mittelalter der Glaube an die Vorbestimmtheit des Menschen durch sein unentrinnbares Schicksal vorherrschte, glaubte der Humanist Morus an die Vernunft und Handlungsfreiheit, die jedem Menschen von Gott gegeben ist. In diesem Bewusstsein erzog und lehrte Thomas Morus seinen Sohn und seine drei Töchter. Dass seine Töchter die gleiche akademische Ausbildung bekommen konnten wie sein Sohn, war Morus sehr wichtig und damit war er sicher seiner Zeit weit voraus, weil Mädchen damals nicht einmal die Schule besuchen konnten.
Unter König Heinrich VIII. – bekannt wegen seiner zahlreichen Ehefrauen – war Thomas Morus ein angesehener Politiker. Als sich der Papst weigerte, die erste Ehe Heinrichs aufzulösen, wollte sich der König von der römisch-katholischen Kirche trennen und selbst Oberhaupt der englischen Kirche werden. Heinrich brauchte einen klugen Politiker, um sein Vorhaben dem Volk schmackhaft zu machen, doch Morus ließ sich dafür nicht gewinnen, sondern stand fest zur Einheit der Kirche. Den Eid, den Heinrich die Bischöfe und seine Beamten schwören ließ, verweigerte Thomas Morus. Auch als er daraufhin in den Londoner Tower eingesperrt wurde, blieb er seinem Glauben und seinem Gewissen treu. Am 6. Juli 1535 wurde Thomas Morus enthauptet. Seinen Humor, für den Thomas Morus bekannt war, hat er sich bis zuletzt bewahrt. Eine Anekdote erzählt, dass er den Henker bei seiner Hinrichtung gebeten habe, beim Zuschlagen mit dem Beil auf seinen Bart zu achten, da dieser keinen Hochverrat begangen habe.
„Niemals hätte ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre.“
(Thomas Morus)
500 Jahre „Utopia“ von Thomas Morus
Im Jahr 1516 veröffentlichte Thomas Morus einen in lateinischer Sprache verfassten philosophischen Dialog mit dem langen Titel „Von der besten Staatsverfassung und von der neuen Insel Utopia, ein wahrhaft goldenes Büchlein, genauso wohltuend wie heiter.“ Morus führte mit seinem Text das Wort Utopie in den Sprachgebrauch ein. Er begründete das Genre der literarischen Utopie und schuf einen Klassiker der Weltliteratur. In dem schmalen Buch skizzierte er die Lebenswelt von „Utopia“, einer kleinen Republik auf einer fiktiven Insel im Atlantik. Dort gelten Prinzipien wie Gerechtigkeit und Gleichheit. Es gibt kein Geld, keinen Privatbesitz und ebenso wenig Arbeitslosigkeit, dafür kostenfreie Bildung und medizinische Behandlungen für jedermann. Für die damalige Zeit waren das radikale Gedanken. Die Bewohner seines Inselstaates „Utopia“ genossen uneingeschränkte Religionsfreiheit – denn es sei „dumm und arrogant, alle anderen zum eigenen Glauben zwingen zu wollen“. Allerdings zögerte Thomas Morus selbst nicht, als Amtsträger Anhänger der Reformation verfolgen und verbrennen zu lassen. Auch sein Buch ist nicht unumstritten. Ob „Utopia“ tatsächlich eine mögliche oder bessere Welt darstellen sollte, wird nicht ganz klar. Der Name der Insel ist ein Wortspiel aus dem griechischen „Outopia“ („Nichtort“) und „Eutopia“ („glücklicher Ort“). Handelt es sich um Sozialkritik oder um eine Satire? Morus wechselt ständig zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit und zwingt den Leser durch diesen doppelten Boden zu eigenen Überlegungen. 500 Jahre nach seiner Veröffentlichung scheint das Buch aktueller denn je. In „Utopia“ geht es nicht nur um das ideale Staatswesen, sondern um Vernunft, Toleranz, Menschlichkeit und Lebensfreude – also um wesentliche Werte der Moderne. In einem Europa, das heftig über Zuwanderung und Terrorismus diskutiert, bleibt die von Morus aufgeworfene Frage brennend: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

