Hinfallen, aufstehen, …


Der Beitrag zum Nachlesen:

Schwupps. Einen kurzen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Hingefallen. Auf allen vieren vor der Reinoldikirche in Dortmund. Schmerzen. Obwohl es schon einige Wochen her ist, hab ich immer noch damit zu tun.

Die Hämatome im Knie und im Schienbein halten sich hartnäckig. Hingefallen – angehalten im Alltag. Das tut weh. Im Leben passiert das öfter: Hinfallen, zu sich kommen, aufrichten, neu losgehen und dann wieder hinfallen. Gescheitert, wieder nicht geschafft. Ganz schnell werde ich in solchen Momenten von der Realität eingeholt. Und Gedanken wie „Ich kann nichts, ich bin nichts wert, ich bin nicht wichtig“ kommen in mir sofort hoch. Ich fühle mich abgrundtief verlassen, allein.

Mein Schreien verstummt, meine Seele weint. Und ich merke, wie wenig Kraft ich selbst habe. In dieser Woche, ein paar Tage vor Ostern, denke ich an Jesus, an den Mann, der am Kreuz gestorben ist. Er kennt den Schmerz, er erfährt das Leid am eigenen Körper, auch er ist abgrundtief verlassen. Sein Schreien ist gebrochen, seine Seele weint – dort am Kreuz auf Golgatha. Hingefallen – hingerichtet.

Christinnen und Christen glauben, dass Gott in Jesus den Menschen ganz nah ist und Gott durch ihn selbst das Hinfallen durchlebt. So bin ich in meinem Hinfallen, im Scheitern des Alltags und im Tod nicht allein. Gott geht mit. Das nimmt das Hinfallen und den Tod nicht weg – aber es gibt mir ein anderes Gefühl. Sicherheit. Daran glaube ich ganz fest – und das trägt mich durch mein Leben.

  • 31.03.2026
  • Max Testermann
  • Red
Hinfallen, aufstehen, ...
  • AM260331