INFO: Der niederrheinische Marien-Wallfahrtsort Kevelaer ist nach dem bayerischen Altötting die größte katholische Wallfahrtsstätte in Deutschland. Die Wallfahrt geht auf Marienerscheinungen während des Dreißigjährigen Krieges 1641/1642 zurück. Zu dem unscheinbaren Heiligenhäuschen mit einem kleinen Kupferstich der Luxemburger Madonna setzte ein beträchtlicher Pilgerstrom ein. 1654 entstand um den schlichten Bildstock nach dem Vorbild von Scherpenheuvel in Brabant die vier Meter hohe sechseckige Gnadenkapelle. Gezeigt wird ein kleines Papierbild „Unserer Lieben Frau von Luxemburg“ (Consolatrix afflictorum / Trösterin der Betrübten). 1663 wurde an der Rückseite ein Altar gebaut und 1874 neu errichtet. Der Pilgerzulauf ebbte durch alle Generationen und Jahrhunderte bis heute nicht ab: Kevelaer zählt, besonders seit Papst Johannes Paul II. am 2. Mai 1987 den Gnadenort besuchte, jährlich mehr als 800.000 Pilger aus dem In- und Ausland.
Informationen: Wallfahrtsleitung im Priesterhaus, Kapellenplatz 35, 47623 Kevelaer, Tel. 02832 / 93380, Fax 02832 / 9338111, E-Mail: info@wallfahrt-kevelaer.de. Internet: https://www.wallfahrt-kevelaer.de/ , Download Wallfahrt Kevelaer App .
Gedanken zum Wallfahrtsmotto „Raum geben“ (Wallfahrt Kevelaer)
Seit einigen Jahren ist es spürbar geworden: „Es wird eng!“. Diese Redewendung hat unterschiedliche Bedeutung und Anwendung in unserem Sprachgebrauch. Immer aber geht es bei Enge darum, dass eine Situation auftritt, die uns vor Herausforderungen stellt. „Es wird eng!“ sagt jemand. Er meint damit, dass man in Schwierigkeiten gerät, wenn zum Beispiel eine knappe Deadline bevorsteht. Wenn eine unangenehme Situation droht – also, die Lage sich zuspitzt. Wenn man im Alltag unter Druck gerät oder die Zeit knapp wird, dann gilt das ebenso. „Es wird eng“, das kennen wir aus dem Straßenverkehr. In Zeiten der leeren Kassen merken wir das auch in unserem Sozialsystem, der Gesellschaft, der Weltwirtschaft und vielleicht auch in unserem eigenen Geldbeutel am Ende des Monats. Anderen ist es beim Dialog, unserem Miteinander und im politischen Leben längst zu eng geworden. Auch unser Klima sendet uns ähnliche Botschaften: „Das wird eng!“, wenn das mit der Wahrung der Schöpfung noch irgendwie gelingen soll.
Enge nimmt uns Raum. Aber da, wo Raum fehlt, bringt eine Erfahrung von Enge auch immer ein ganzes Bündel an weiteren Sorgen und Ängsten mit sich. Ja, die Zeiten, in denen wir leben, lassen den Eindruck von Enge durchaus zu. Vielleicht ist es genau deswegen gut und richtig, wenn die Weite im Wallfahrtsjahr 2026 im Mittelpunkt steht. Wer sich auf einen Pilgerweg macht, der gibt den Fragen, Sorgen, Nöten und Anliegen einen Raum. Dieser Raum wird zu dem Ort, an dem Hoffnung, Tröstung und Mut wieder möglich sind. Das gilt für unsere persönlichen Anliegen, aber auch in den Sorgen und Herausforderungen dieser Welt, unserer Zeit und auch der Kirche. Wenn Jesus im Evangelium sagt: „Kommt und seht!“ (Joh. 1,37), dann öffnet er uns den Raum für eine solche Erfahrung. Da ist dann wieder Platz für unsere Neugierde, unsere Fragen und Anfragen. Auf die Frage: „Wo wohnst du?“ antwortet er eben nicht mit einem Vortrag oder einer sachlichen Erklärung. Jesu Antwort ist die Einladung zu einer persönlichen Erfahrung. In der Bibel im Johannesevangelium geht es aber noch weiter: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen!“. Das bedeutet ja: Der Raum, den uns unser Gott öffnet, der bietet uns viele Möglichkeiten und lässt auch Platz für uns; in aller Unterschiedlichkeit. Da ist Raum für unsere Sehnsucht. Raum für unseren Dank. Es gibt Raum für unsere Sorgen und Anliegen. Raum für Neues und Altbewährtes.
Für das Wallfahrtsjahr 2026 freuen wir uns in Kevelaer auf alle Menschen, die zu uns kommen. Wir öffnen dazu gerne unsere Räume. Den Kapellenplatz mit der Gnadenkapelle. Das Fenster mit dem Blick auf das kleine Bild vom großen Trost. Wir öffnen Räume der Stille und des Gebetes. Wir freuen uns auf Räume der Begebung und der festlichen Gottesdienste. Auch die Musik wird uns im kommenden Jahr wieder viele Klangräume hier in Kevelaer öffnen.
Fühlen Sie sich alle eingeladen und willkommen auf dem Kapellenplatz. Vielleicht ist eine Wallfahrt oder der Besuch an diesem besonderen Ort genau der richtige Schritt, um den vielen Erfahrungen von Enge dieser Zeit zu begegnen.
Quelle: https://www.wallfahrt-kevelaer.de/wallfahrt/wallfahrtsmotto-2026
Wallfahrtsland NRW: In Nordrhein-Westfalen gibt es mit über 50 Wallfahrtsorten die meisten in ganz Deutschland. So kennt allein das Bistum Münster 28 große und kleine Wallfahrtsorte, zu denen rund 1,5 Millionen Christen jährlich aufbrechen: Zu den meist besuchten zählen nach Kevelaer die Marienwallfahrtsorte Telgte, Bethen bei Cloppenburg und Eggerode bei Schöppingen, Haltern mit dem Annaberg, der Kreuzwallfahrtsort Stromberg bei Oelde, Warendorf, Herzfeld bei Lippetal, Xanten-Marienbaum und Kranenburg. In Kevelaer zählen die Wallfahrt der Motorradfahrer sowie im August die Wallfahrt der Tamilen und die Bocholter Fußwallfahrt zu den größten Ereignissen im Pilgerjahr. Aber auch das Rheinland ist reich an jahrhundertealten Pilgerorten. Wer hier pilgern möchte, findet zahlreiche Anregungen in einem 2019 erschienenen Buch von Walter Töpner: „Pilgerland Rheinland, Wege und Wallfahrtsorte, 288 Seiten, Verlag: Edition Lempertz, Bonn 2019, ISBN-13: 9783960583264, ISBN-10: 3960583265.
Das NRW-Wallfahrtsorte-Wiki: Aachen , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Aldenhoven , Gnadenkapelle Maria, Zuflucht der Sünder; Altenberg , Altenberger Dom („Dom Unserer Lieben Frau zu Altenberg“); Bergheim , Schmerzhafte Mutter in der Remigiuskirche ; Biesfeld , Schmerzhafte Mutter Gottes; Billerbeck ; Bocholt ; Bödingen , Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes ; Bonn , Kreuzbergkirche , Heiliger Stiege und Schmerzhafte Mutter; Büderich , Wallfahrtskapelle Maria in der Not; Buschhoven , Marienwallfahrtsort mit der „Rosa mystica“; Coesfeld , Coesfelder Kreuz ; Dalhausen , Marienwallfahrtsort; Darup , Wallfahrtskapelle zum Heiligen Kreuz; Düsseldorf-Benrath , Schwarze Muttergottes von Benrath; Düsseldorf-Bilk , Vierzehn Nothelfer in der Stoffeler Kapelle ; Düsseldorf-Gerresheim , Basilika St. Margareta mit Heilig-Blut-Reliquie; Eggerode , Marienwallfahrt Unsere Liebe Frau vom Himmelreich ; Essen , Wallfahrt zur „Goldenen Madonna „; Frechen-Grefrath , Schmerzhafte Mutter (früher Bottenbroich ); Ginderich ; Goch ; Grotewiese , Meinerzhagen; Haltern am See , Wallfahrt auf den Annaberg ; Heimbach , Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Heimbach; Heisterbacherrott , Wallfahrt zum Apostel Judas Thaddäus ; Herford , Herforder Vision ; Herzfeld (Lippetal) , Wallfahrtskirche St. Ida von Herzfeld ; Ittenbach , Schmerzhafte Mutter Gottes; Kalk (Köln) , Schmerzhafte Mutter Gottes in der Kalker Kapelle ,Kevelaer , Marienwallfahrtsort; Kinzweiler ; Knechtsteden , Schmerzhafte Mutter; Köln , Minoritenkirche (Grab des seligen Adolph Kolping ); Köln , Schrein der Heiligen Drei Könige (Kölner Dom ); Köln , St. Maria in der Kupfergasse (Schwarze Madonna von Köln); Kornelimünster , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Kranenburg ; Leverkusen –Alkenrath , Seliger Gezelinus ; Lüftelberg (Meckenheim ), St. Petrus (Lüftelberg) mit dem Grab der Hl. Lüfthildis ; Marialinden , Schmerzhafte Mutter Gottes; Marienbaum , Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt (Marienbaum) ; Marienheide , Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung ; Mönchengladbach , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Neuss , Quirinus von Rom , Hildegunde von Neuss/Schönau und Cornelius ; Neviges , Nevigeser Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“; Nothberg ; Stammheim (Köln) , Die freudenreiche Mutter Gottes; Stiepel ; Stromberg , Heiliges Kreuz; Telgte , Gnadenbild der Schmerzhaften Maria aus Lindenholz; Werl , Marienwallfahrtsort, Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung ; Xanten
Online-Pilgerportal für das Rheinland: Ein neues digitales Pilgerportal informiert über Pilgerwege im Rheinland. Unter www.rheinland-pilgern.de (www.rheinland-pilgern.de ) sind mehr als 3.000 Orte sowie 176 Touren mit insgesamt rund 6.000 Kilometern durch das Rheinland zu finden. Der Service für Fuß- und Radpilgernde sei „einmalig in Deutschland“, so die Macher. Auf dem Portal sind unterschiedliche Informationen wie Tourenlänge, Streckenprofil, Dauer und Höhenmeter sowie Reportagen zu einzelnen Wallfahrtsorten veröffentlicht. Zudem können Nutzende eigene Pilgerwege einstellen und teilen.

