„Lighter“: ein himmlischer WM-Hit

  • 05.07.2026


In Deutschland bleiben in der Regel die Lieder im Gedächtnis, die die TV-Sender während ihrer WM-Übertragungen immer wieder spielen. Magenta TV, der als einziger deutscher Sender alle 104 WM-Spiele überträgt, setzt als Begleitmusik für seine Berichterstattung aus den USA, Kanada und Mexiko auf Helene Fischer und ihren Song „Heute Nacht“. Das ZDF hat sich für „Kurz für immer“ vom deutschen Singer-Songwriter Wincent Weiss entschieden, während die ARD in diesem Jahr ganz auf eine WM-Hymne verzichtet.

Ein Album statt nur Singles

Mit drei Gastgeberländern, 48 Mannschaften und 104 Spielen ist das WM-Turnier 2026 das bislang größte seiner Art und dürfte dem Weltfußballverband Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Auch beim Thema Musik denkt die FIFA inzwischen groß: Statt nur einen einzigen offiziellen WM-Song zu veröffentlichen, gibt es seit der WM 2022 in Katar gleich einen ganzen Soundtrack. Das FIFA-World Cup Album 2026 enthält insgesamt 18 Tracks, darunter Songs von Anitta, Stormzy, LISA und den Rolling Stones. Einige Titel wie der Song „Lighter“ von US-Rapper Jelly Roll wurden bereits vorab im März 2026 veröffentlicht, um die Stimmung zur WM aufzubauen und langsam zu steigern.

Offizielle WM-Titelmelodien, etwa „El Rock del Mundial“ zur WM 1962 in Chile, gab es schon recht früh. Aber die eigentliche Ära der globalen WM-Hits setzte erst 1990 ein. Italien präsentierte mit „Un’estate italiana“ von Gianna Nannini und Edoardo Bennato einen Song, der bis heute als Mutter aller WM-Hymnen gilt. Pathos, große Melodien und ein Refrain, den Millionen Fans auch 36 Jahre später noch mitsingen können – mehr Fußballsommer geht kaum. Seitdem gehört zur Weltmeisterschaft fast selbstverständlich ein offizieller Song mit internationalen Stars.

WM 1998 brachte den Durchbruch

1994 folgte „Gloryland“, ordentlich, aber ohne den Kultstatus seines Vorgängers. Vier Jahre später explodierte die Stimmung dann endgültig: Ricky Martins „La Copa de la Vida“ machte die WM 1998 in Frankreich zu einer riesigen Latin-Pop-Party. „Go, go, go! Ale, ale, ale!“ – dieser Refrain dürfte selbst Menschen geläufig sein, die seit Jahren kein Fußballspiel mehr gesehen haben.

Die WM 2002 in Japan und Südkorea brachte Anastacias kraftvolles „Boom“ hervor, ehe Deutschland 2006 mit gleich mehreren musikalischen Erinnerungen glänzte. Offizieller FIFA-Song war „The Time of Our Lives“ von Il Divo und Toni Braxton. Im Gastgeberland blieb allerdings vor allem Herbert Grönemeyers „Zeit, dass sich was dreht“ im Gedächtnis – ein Lied, das bis heute regelmäßig bei Fußballübertragungen oder Fanfesten erklingt, obwohl es gar nicht der offizielle FIFA-Titelsong war.

Den absoluten Höhepunkt erreichte die WM-Musik jedoch 2010 in Südafrika. Shakiras „Waka Waka (This Time for Africa)“ entwickelte sich zu einem weltweiten Megahit und dürfte der erfolgreichste WM-Song überhaupt sein. Parallel dazu wurde K’naans „Wavin’ Flag“ – ursprünglich für eine Werbekampagne gedacht – für viele Fans zum eigentlichen Lied dieses Turniers. Selten waren offizieller und inoffizieller WM-Hit gleichermaßen so präsent.

Der Soundtrack zum deutschen WM-Titel 2014

Danach wurde es schwieriger, diesen Gipfel zu erreichen. 2014 versuchten Pitbull, Jennifer Lopez und Claudia Leitte mit „We Are One (Ole Ola)“ das brasilianische Lebensgefühl einzufangen. Der Song lief rauf und runter – blieb aber nie so tief im kollektiven Gedächtnis wie „Waka Waka“. In Deutschland feierte man den WM-Sieg der eigenen Mannschaft lieber mit „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourrani und Helene Fischers Schlager „Atemlos durch die Nacht“. Beide Lieder wurden auch live gesungen, als die deutschen Nationalspieler beim Fanfest am Brandenburger Tor den WM-Pokal präsentierten – vor damals rund 500.000 begeisterten Anhängern. Die Fanmeile musste bereits Stunden vor der Ankunft der Mannschaft wegen Überfüllung geschlossen werden.

Zur WM 2018 in Russland versuchten Nicky Jam, Will Smith und Era Istrefi ihr Glück. Ihr Song „Live It Up“ war ordentlich produziert – aber nach dem Finale sprachen die meisten Fans wieder über Frankreichs zweiten Stern statt über den Soundtrack.

Bei der WM 2022 in Katar verabschiedete sich die FIFA vom Prinzip des einen großen Titels und veröffentlichte erstmals einen ganzen offiziellen Soundtrack mit mehreren Liedern. „Hayya Hayya (Better Together)“ eröffnete das Musikprojekt, später kamen unter anderem „Arhbo“ und Jungkooks „Dreamers“ hinzu. Vor allem Letzterer entwickelte sich international zu einem der nachhaltigsten Songs des Turniers.

(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)

  • Manfred Rütten
  • Red
Ein himmlischer WM-Hit
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