INFO: Nur wenige wissen, dass die tollen Tage eng mit der christlichen Fastenzeit verbunden sind. Das zeigt eine im Auftrag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) entstandene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die am Mittwoch, 4. Februar 2026 in Köln veröffentlicht wurde. Danach weiß ein Drittel der Bevölkerung (31 Prozent) weiß „ungefähr“, dass Karneval einen religiösen Hintergrund hat, 29 Prozent ist der religiöse Zusammenhang dagegen unbekannt.
Nur sieben Prozent der befragten Bevölkerung ist laut der Umfrage die religiöse Bedeutung der tollen Tage genau bekannt. Im Westen sind es acht Prozent, im Osten etwas weniger mit fünf Prozent. Bei Männern und Frauen gibt es demnach kaum Unterschiede im Wissen. Auf Basis der „YouGov Frage des Tages“ wurden laut Angaben des Meinungsforschungsinstituts 3.504 Personen in Deutschland ab 18 Jahren am 3. Februar 2026 befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind demnach repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Alle Fragen zum religiösen Hintergrund von Karneval, Fasching und Fastnacht: https://yougov.de/topics/overview/survey-results/daily/2026/02/03/5dc80/3
Karneval, Fasching, Fastnacht
Die zumeist in katholisch geprägten Regionen veranstalteten „närrischen Tage“ vor der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit heißen im Rheinland Karneval, in Mainz und Umgebung Fastnacht, im schwäbisch-alemannischen Gebiet Fasnet und im bayrisch-österreichischen Raum Fasching. „Domenica ante carnes tollendas“ nannte die Kirche den „Sonntag vor der Fleischenthaltung“ früher, das Wort „Fastnacht“ ist seit dem 12. Jahrhundert im Mittelhochdeutschen bekannt. Seit dem 13. und 14. Jahrhundert gehören Gastmähler, Trinkgelage, Reiter- und Tanzspiele zu dieser Zeit, in der die bestehende Ordnung außer Kraft gesetzt und im Narrengewand verspottet wird. Die Geistlichkeit billigte den Wunsch der Laien nach „leiblichen Genüssen“ vor der harten Fastenzeit und unterstützte die Entfaltung des Festes. Papst Sixtus IV. (1471-1484) ließ sogar die Gehälter der Universitäts-Lektoren mit drei Prozent besteuern, um Karnevalsfeiern zu finanzieren. Anders die Reformatoren: Sie hatten das vorösterliche Fasten abgeschafft und wollten das vorangehende „äußerst unfromme Spektakel“ (Martin Luther) nicht dulden.
Der 2015 verstorbene Bonner Kulturhistoriker Wolfgang Herborn hat in seiner „Geschichte der Kölner Fastnacht von den Anfängen bis 1600“ nachgewiesen, dass der Begriff „Karneval“ in Deutschland erst um 1699/1700 belegt und aus Venedig importiert ist. Den „Fastelovend/Fasteleer“, rheinisch für den Fastnachtsabend vor Beginn der vorösterlichen Fastenzeit, gebe es dagegen schon seit dem Mittelalter. Wie bei anderen Feiertagen üblich, war dies ursprünglich der Dienstag vor dem Aschermittwoch, der im Jahr 1091 bei der Synode von Benevent als Fastenbeginn festgelegt wurde. Der Rosenmontag erhielt erst in jüngerer Zeit ein größeres Gewicht.
Höhepunkte der närrischen Zeit („Session“), die offiziell am 11. November begonnen hat und bis Aschermittwoch dauert, sind Weiberfastnacht am Donnerstag vor Aschermittwoch, der Karnevalssamstag und -sonntag, sowie der Rosenmontag mit seinen farbenprächtigen Umzügen und der Veilchendienstag. Der Aschermittwoch ist ein variabler Termin, der sich von Ostern her errechnet. Ihm geht im christlichen Festkalender die österliche Fastenzeit (Quadragesima) voraus, deren Länge von 40 Tagen auf das Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4, 2) und weitere Termine aus dem Alten Testament zurückgeht. Seit Ende des 11. Jahrhunderts werden die Katholiken in den Gottesdiensten am Aschermittwoch mit einem Aschenkreuz bezeichnet. Die aus gesegneten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße, steht aber zugleich für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt.
Buchtipp: Wie sehr die Welt der Narren und das ausgelassene Treiben in der „5. Jahreszeit“ von der christlichen Spiritualität geprägt sind, beschreibt Peter Krawietz, selbst ein profilierter Narr in der Mainzer Fastnacht und Vizepräsident im Bundesvorstand des „Bund deutscher Karneval“. Krawietz, Peter: „Spiritualität der Narren: Spiritualität der Begegnung – konkret“, 104 Seiten, gebunden, € 14,90, ISBN 978-3-429-06739-7, 2. Auflage in Arbeit, herausgegeben von Bernhard Brantzen, Hubertus Brantzen, Ulrike Kostka und Markus Vogt.
… und was hatten wir sonst noch an Themen?
Blasiussegen: Bleibt gesund
Auch den aufmerksamen Jecken ist nicht entgangen, dass er sich gegen allfällige Erkältungen diesmal termingenau wappnen kann: Auch an diesem Wochenende wird der Blasiussegen gespendet …
INFO: Der Blasiussegen ist ein Sakramentale der katholischen Kirche. Er wird nach der Messe am Gedenktag des heiligen Blasius, dem 3. Februar, gespendet, traditionell oft schon tags zuvor am Fest Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) und auch am darauffolgenden Sonntag. Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Bereits in einer von Aëtios von Amida im 6. Jahrhundert verfassten Sammlung medizinischer Texte findet sich der Blasiussegen als „Mittel“ gegen Halskrankheiten und verschluckte Fischgräten. Andere Segnungen am Blasiustag (wie die von Wasser, Brot, Wein und Früchten) sind heute nicht mehr gebräuchlich.
Im Segen zum Schutz gegen Halskrankheiten kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck. Die Spendung des Blasiussegens erfolgt durch einen Priester oder Diakon. Dabei werden vor dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen auf der Höhe des Halses gehalten. Der Segen aus dem Benediktionale lautet: Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. oder: Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.
180. Geburtstag: ‚Die Sternsinger’
Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ in Aachen feierte am 2. Februar seinen 180. Geburtstag. Gegründet wurde das Hilfswerk 1846 auf Initiative der 15-jährigen Auguste von Sartorius, die von der Not der Kinder in China und Afrika gelesen hatte. …
INFO: „Getreu dem Motto ,Kinder helfen Kindern´ tragen die Sternsingerinnen und Sternsinger die Idee von Auguste bis heute weiter. Mit ihrem großartigen Einsatz ermöglichen sie Mädchen und Jungen in der Einen Welt ein besseres Leben“, erklärte Sternsinger-Präsident Pfarrer Dirk Bingener: „Die Sternsingerinnen und Sternsinger, unsere Partner vor Ort und die vielen Unterstützer und Spender, sie alle sind Teil dieser erfolgreichen, 180-jährigen Geschichte.“ In der Historie des Kindermissionswerks, von der Gründung des Vereins „Werk der Heiligen Kindheit“ bis heute, gab es viele prägende Ereignisse: Die Erhebung des Vereins zum Päpstlichen Werk durch Papst Pius XI. im Jahr 1922, die erste Sternsingeraktion 1959, bei der seitdem rund 1,4 Milliarden Euro an Spenden zusammenkamen, oder die Aufnahme des Sternsingens in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes 2015.
Beim Blick auf die aktuelle Weltlage werde die Arbeit des Hilfswerks immer wichtiger, sagt Pfarrer Dirk Bingener. „Kriege, Konflikte, Klimawandel, der Wegfall internationaler Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit – die Folgen davon sind vor allem für Kinder und Jugendliche in den Entwicklungs- und Schwellenländern spürbar. Wir werden uns, so wie damals Auguste, weiter mit ganzer Kraft für den Schutz und die Rechte von Kindern einsetzen“, unterstreicht Bingener. Ausführliche Informationen zur Geschichte des Kindermissionswerks: https://www.sternsinger.de/ueber-uns/auguste-von-sartorius/

