INFO: Liudger (lateinisch: Ludgerus), Patron des Bistums Münster und zweiter Patron des Bistums Essen, wurde um 742 in der Gegend von Utrecht, vermutlich in Zuylen an der Vecht geboren und stammte aus einem weit verzweigten friesischen Adelsgeschlecht. Erzogen unter Aufsicht des heiligen Gregor von Utrecht an der dortigen Domschule und später bei Alkuin in York, empfing er im Jahr 777 in Köln die Priesterweihe und machte sich nach Friesland auf, um dort zu missionieren. Als dort die Sachsen unter Führung von Widukind einfielen, flüchtete Liudger nach Italien, verbrachte zwei Jahre im Kloster Montecassino und studierte die Mönchstraditionen des Benediktinerordens – ohne jedoch selbst Mönch zu werden. Karl der Große rief Liudger nach Deutschland zurück und übertrug ihm die Mission der Friesen und Sachsen. 794 gründete Liudger in der Siedlung Mimigernaford ein Stift und lebte selbst mit seinen Mitarbeitern in dem „Monasterium“, dessen Name sich bis heute im Stadtnamen „Münster“ wiederfindet. Kurz darauf, um 800, rief er sein Eigenkloster im heutigen Essener Stadtteil Werden an der Ruhr ins Leben. Am 30. März 805 weihte ihn der Kölner Erzbischof Hildebold (787–818) zum ersten Bischof von Münster. Ludgerus unternahm ausgedehnte Missionsreisen in Friesland und Sachsen, gründete rund 40 Pfarreien, ließ den Dom und die Domschule errichten, zahlreiche Kirchen, das Frauenklosters in Nottuln und die beiden Benediktinerabteien in Helmstedt.
Bischof Liudger starb nach einer Predigt am 26. März 809 in Billerbeck, wo er einen Tag zuvor, am Passionssonntag 809, seine letzte heilige Messe feierte. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam in seine Bischofsstadt Münster überführt und nach Intervention von Kaiser Karl am 26. April 809 seinem Wunsch folgend in der Krypta des Klosters Werden bestattet. Seit dem Mittelalter ist das dortige Grab des Heiligen Ziel von Wallfahrten und seit 1128 werden die Gebeine Liudgers aus Dankbarkeit für die Abwehr einer Hungersnot einmal im Jahr jeweils am 1. Wochenende im September in feierlicher Prozession durch Werden getragen. Die Benediktinerabtei wurde 1803 aufgehoben.
Nach Liudger sind zahlreiche Kirchen sind benannt, auch Schulen und kirchliche Einrichtungen. Er gilt als „internationaler Heiliger“, weil seine Wirkungsgebiete heute in Deutschland, den Niederlande und im flämischen Belgien liegen und weil er sein Leben ganz in der Tradition des heiligen Paulus, der Gewinnung der Völker für den christlichen Glauben gewidmet hat. Besonders im Bistum Münster finden sich sehr viele Darstellungen, auch im Münsteraner Dom, den er unter das Paulus-Patrozinium stellte. Gewöhnlich wird Liudger in bischöflichen Gewändern mit einem Kirchenmodell in der Hand dargestellt, oft auch mit Wildgänsen, weil er durch ein Wunder sein Missionsgebiet von der Gänseplage befreit haben soll.
Gedenken in Billerbeck: Auch am Sterbeort von Luidgerus, wird sein Andenken wachgehalten: Für Pfarrer Hans‑Bernd Serries, seit zwanzig Jahren Propst in Billerbeck, ist das jährliche Gedenken rund um den Sterbetag am 26. März mehr als ein liturgischer Termin: „Wir sind ein Ort, an dem daran erinnert wird, dass hier im Jahr 809 ein Glaubenszeuge gestorben ist mit der klaren Botschaft, dass im Tod Leben ist. Seine Botschaft ist bis heute lebendig. (…) Der Satz, der Ludgerus zugeschrieben wird – ‚Ich verkünde euch Christus‘ – ist für mich bis heute Kern unseres Auftrags. Und genau das motiviert mich hier in Billerbeck“, sagt er. Seit 2009 geht die Gemeinde in Erinnerung an den heiligen Ludgerus am Sonntag vor dem Festtag den Sint‑Lürs‑Weg von Gerleve nach Billerbeck. So auch am Sonntag, 22. März. In diesem Jahr hat Serries kurze Impulse ausgewählt, die auch an den Seligen Clemens August und damit an den 70. Nachfolger des heiligen Ludgerus erinnern. Er möchte damit die beiden nah beieinanderliegenden Todestage verbinden. Start ist um 14 Uhr an der Abteikirche Gerleve. Am Donnerstag, 26. März, beginnt der Ludgerus-Festtag um 9 Uhr mit dem Morgenlob in der Sterbekapelle des heiligen Ludgerus im Billerbecker Dom. Am Nachmittag machen sich Bewohnerinnen und Bewohner des St.-Ludgerus-Stifts zur Wallfahrt auf und feiern um 15.30 Uhr einen Wortgottesdienst. Den abendlichen Höhepunkt bildet die Festmesse mit dem Essener Weihbischof Ludger Schepers um 19 Uhr. Auch in Billerbeck werden am 13. Juli, 20. Juli und 3. August jeweils um 18.30 Uhr erneut die historischen Galen‑Predigten gelesen. Eingebettet sind sie in die ökumenischen Friedensgebete, die seit einigen Jahren montags abends stattfinden. Am ersten Abend übernimmt der emeritierte Bischof Felix Genn die Lesung. Für die weiteren Termine haben Schulministerin Dorothee Feller und Landrat Christian Schulze Pellengahr zugesagt.
Die Propsteikirche St. Ludgerus, in Billerbeck, auch als Ludgerusdom bekannt, wurde 1892-1898 durch den Münsteraner Architekten Wilhelm Rincklake (1851-1927) erbaut. Die nahezu 100 Meter hohen Türme der neugotischen Basilika sind die höchsten im ganzen Bistum. Der Überlieferung nach steht sie an der Stelle, an der früher das Sterbehaus Liudgers gestanden haben soll. Daran erinnert auch die Sterbekapelle im Südturm, in dem seit 1992, dem 1250. Geburtstag des Bistumsgründers Liudger, die Liudger-Europa-Glocke schlägt. Der Friesen- und Sachsenapostel ist in der rund 12.000 Einwohner zählenden Stadt allgegenwärtig. Er ist der Namensgeber eines der drei katholischen Kindergärten, einer Grundschule und des Altenwohnheims, neben dem Ludgerus-Brunnen steht eine Skulptur, die den Hl. Ludgerus mit den Gesichtszügen seines späteren Nachfolgers Clemens August Kardinal von Galen zeigt. Er hatte hier 1934 hier erstmals in der Öffentlichkeit gegen die nationalsozialistische Rassenlehre Stellung bezogen. Internet: https://www.domsite-billerbeck.de/
Jubiläumsprogramm in Dinklage: Zum Jahrestag der Kardinalserhebung von Bischof Clemens August von Galen vor genau 80 Jahren, am 17. Februar 1946, hat die Kirchengemeinde St. Catharina, Dinklage, ein vielfältiges Jubiläumsprogramm vorgestellt: Jubiläumsprogramm
Basilika St. Ludgerus in Essen: Die Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden, Grablege des Hl. Ludgerus, gilt als einer der bedeutendsten spätromanischen Kirchenbauten im Rheinland. Sie zu Beginn des 9. Jahrhunderts entstandene Klosterkirche der um 800 gegründeten ehemaligen Benediktinerabtei Werden wurde im 13. Jahrhundert im romanischen Stil umgestaltet. Außerhalb des eigentlichen Kirchengebäudes befindet sich die Krypta mit dem Schrein des heiligen Liudger, dem ersten Bischof von Münster und Gründer der Abtei. Die 1979 eröffnete Schatzkammer bewahrt den Rest einer ehemals sehr umfangreichen Sammlung der Abtei mit frühmittelalterlichen Zeugnissen der Gold- und Silberschmiedekunst, Elfenbeinschnitzereien, Skulpturen und Reliefs, Gemälde, Handschriften und Paramente. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10–12 Uhr und 15–17 Uhr. Kontakt: Basilika St. Ludgerus, Brückstraße 54, 45239 Essen, Tel. 0201 / 491801, E-Mail: schatzkammer@st.ludgerus-werden.de, Internet: www.schatzkammer-werden.de .
Ludgerus-Gemeinschaft e.V.: Die 1710 gegründete Ludgerusbruderschaft in Werden und die 1959 entstandene Communitas Sancti Ludgeri (CSL) haben sich 2018 zur Ludgerus-Gemeinschaft e.V. zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft kirchlichen Rechts versieht die Kirchenwache und den Schatzkammerdienst und wirkt am jährlichen Ludgerusfest mit. Die „Umtragung der Gebeine des hl. Liudger“ am ersten Sonntag im September geht auf ein Gelübde des Abtes Bernhard von Wevelinghoven von 1128 gegen eine Hungersnot zurück. Kontakt: vorstand@ludgerus-gemeinschaft.de, Internet: https://www.schatzkammer-werden.de/ludgerus-gemeinschaft/ .

