Matthias-Kapelle in Hürth-Stotzheim


INFO: Willy Winkelhag vom Lindenhof in Hürth-Stotzheim vermarktet Tulpen direkt ab Feld an die Verbraucher, war fast zwölf Jahre Vorsitzender der Kreisbauernschaft Köln/Rhein-Erft und vertrat bis 2026 als Vorsitzender die Interessen von rund 800 Landwirten in der Region. Im Vorstand ist der zum Ehrenvorsitzenden der Kreisbauernschaft Gewählte weiter Beisitzer und Vertreter der Mitglieder in seiner Heimatstadt.

Bereits vor acht Jahren baute er neben seinem Wohnhaus in Hürth-Stotzheim eine kleine Kapelle zu Ehren des hl. Matthias, die am 17. September 2018 von Weihbischof Peters aus Trier geweiht wurde. Als langjähriger Trierpilger pflegt Willy Winkelhag einen besonderen Bezug in die alte Wallfahrtsstadt. Seine Kapelle – die Fenster sind aus einem Schweinestall und die Tür stammt aus einem alten Kloster in der Eifel – ist inzwischen Ziel vieler Besucher. In Hürth selbst gibt es an der Pfarrkirche St. Katharina eine St.-Matthias-Bruderschaft, die zu den ältesten Vereinigungen des Ortes gehört, sich in jedem Jahr zu Fuß auf die Wallfahrt zum Grab des Apostels Matthias in Trier macht und 2023 ihr 300-jähriges Bestehen feierte.

Pilgern und Wallfahrten: Pilger sind sicher seit ältesten Zeiten die ersten großen Reisenden gewesen und Wallfahrt ist nicht nur eine spezifische Ausdrucksform katholischer Frömmigkeit, wie der Blick auf die anderen Weltreligionen zeigt. „Gnadenorte” des Christentums sind etwa das Heilige Land, wo Jesus gelebt und gelehrt hat, gekreuzigt wurde und auferstand; die Gräber der Apostel und großer Heiliger wie in Rom, Assisi oder Santiago de Compostela und Marien-Wallfahrtsorte wie Lourdes, Loreto und Fatima, aber auch die deutschen Pilgerziele wie Altötting, Werl oder Kevelaer, wo Pilger den Zuspruch der Gottesmutter erbitten. Normalerweise kommen pro Jahr etwa 1 Million Menschen nach Altötting, rund 800.000 nach Kevelaer, aber auch nach Telgte oder ins kleine Eggerode.

In Nordrhein-Westfalen gibt es mit über 50 Wallfahrtsorten die meisten in ganz Deutschland. So kennt allein das Bistum Münster 28 große und kleine Wallfahrtsorte, zu denen rund 1,5 Millionen Christen jährlich aufbrechen: Zu den meist besuchten zählen nach Kevelaer die Marienwallfahrtsorte Telgte, Bethen bei Cloppenburg und Eggerode bei Schöppingen, Haltern mit dem Annaberg, der Kreuzwallfahrtsort Stromberg bei Oelde, Warendorf, Herzfeld bei Lippetal, Xanten-Marienbaum und Kranenburg. In Kevelaer zählen die Wallfahrt der Motorradfahrer sowie im August die Wallfahrt der Tamilen und die Bocholter Fußwallfahrt zu den größten Ereignissen im Pilgerjahr. Aber auch das Rheinland ist reich an jahrhundertealten Pilgerorten. Wer hier pilgern möchte, findet zahlreiche Anregungen in einem 2019 erschienenen Buch von Walter Töpner: „Pilgerland Rheinland, Wege und Wallfahrtsorte, 288 Seiten, Verlag: Edition Lempertz, Bonn 2019, ISBN-13: 9783960583264, ISBN-10: 3960583265. Online-Pilgerportal für das Rheinland: Unter www.rheinland-pilgern.de (www.rheinland-pilgern.de ) sind mehr als 3.000 Orte sowie 176 Touren mit insgesamt rund 6.000 Kilometern durch das Rheinland zu finden.

Das NRW-Wallfahrtsorte-Wiki: Aachen , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Aldenhoven , Gnadenkapelle Maria, Zuflucht der Sünder; Altenberg , Altenberger Dom („Dom Unserer Lieben Frau zu Altenberg“); Bergheim , Schmerzhafte Mutter in der Remigiuskirche ; Biesfeld , Schmerzhafte Mutter Gottes; Billerbeck ; Bocholt ; Bödingen , Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes ; Bonn , Kreuzbergkirche , Heiliger Stiege und Schmerzhafte Mutter; Büderich , Wallfahrtskapelle Maria in der Not; Buschhoven , Marienwallfahrtsort mit der „Rosa mystica“; Coesfeld , Coesfelder Kreuz ; Dalhausen , Marienwallfahrtsort; Darup , Wallfahrtskapelle zum Heiligen Kreuz; Düsseldorf-Benrath , Schwarze Muttergottes von Benrath; Düsseldorf-Bilk , Vierzehn Nothelfer in der Stoffeler Kapelle ; Düsseldorf-Gerresheim , Basilika St. Margareta mit Heilig-Blut-Reliquie; Eggerode , Marienwallfahrt Unsere Liebe Frau vom Himmelreich ; Essen , Wallfahrt zur „Goldenen Madonna „; Frechen-Grefrath , Schmerzhafte Mutter (früher Bottenbroich ); Ginderich ; Goch ; Grotewiese , Meinerzhagen; Haltern am See , Wallfahrt auf den Annaberg ; Heimbach , Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Heimbach; Heisterbacherrott , Wallfahrt zum Apostel Judas Thaddäus ; Herford , Herforder Vision ; Herzfeld (Lippetal) , Wallfahrtskirche St. Ida von Herzfeld ; Ittenbach , Schmerzhafte Mutter Gottes; Kalk (Köln) , Schmerzhafte Mutter Gottes in der Kalker Kapelle ,Kevelaer , Marienwallfahrtsort; Kinzweiler ; Knechtsteden , Schmerzhafte Mutter; Köln , Minoritenkirche (Grab des seligen Adolph Kolping ); Köln , Schrein der Heiligen Drei Könige (Kölner Dom ); Köln , St. Maria in der Kupfergasse (Schwarze Madonna von Köln); Kornelimünster , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Kranenburg ; Leverkusen Alkenrath , Seliger Gezelinus ; Lüftelberg (Meckenheim ), St. Petrus (Lüftelberg) mit dem Grab der Hl. Lüfthildis ; Marialinden , Schmerzhafte Mutter Gottes; Marienbaum , Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt (Marienbaum) ; Marienheide , Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung ; Mönchengladbach , alle sieben Jahre Heiligtumsfahrt ; Neuss , Quirinus von Rom , Hildegunde von Neuss/Schönau und Cornelius ; Neviges , Nevigeser Wallfahrtsdom „Maria, Königin des Friedens“; Nothberg ; Stammheim (Köln) , Die freudenreiche Mutter Gottes; Stiepel ; Stromberg , Heiliges Kreuz; Telgte , Gnadenbild der Schmerzhaften Maria aus Lindenholz; Werl , Marienwallfahrtsort, Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung ; Xanten .

Matthiasgrab in Trier: Der jüdische Schriftgelehrte Matthias, gestorben um 63 in Jerusalem, wurde nach der Apostelgeschichte der Bibel nach dem Tod des Judas durch Los zu den zwölf Aposteln gewählt. Der Legende nach sollen seine Gebeine im 3. Jahrhundert im Auftrag von Kaiserin Helena durch den Trierer Bischof Agritius in die damalige Reichshauptstadt Trier geholt und in der romanischen Benediktinerabtei St. Matthias im Süden der Stadt aufbewahrt worden sein. Ihre Geschichte geht bis ins 3./4. Jahrhundert zurück. Heute zählt die Mönchsgemeinschaft elf Mitglieder. Sie bilden seit 2004 mit den sechs Brüdern des Priorates auf der Huysburg in der Nähe von Halberstadt eine Gemeinschaft. Mit St. Matthias gehört es der internationalen „Benediktinerkongregation von der Verkündigung“ an.

Nach der Einweihung der neuen Stiftskirche durch Papst Eugen III. (1145 – 1153) nahm vor allem im Rheinland seit der Mitte des 12. Jahrhunderts eine besonders lebendige Verehrung Fahrt auf, die zur Gründung zahlreicher Pilgerbruderschaften führte. Trierer und Kölner Bischöfe verboten jedoch im Zuge der Aufklärung Ende des 18. Jahrhunderts die Wallfahrten zum Apostelgrab. Erst ab 1927 wurden nach der Wiederbelebung der aufgehobenen Abtei in Trier die Wallfahrten wiederbelebt. So kommen bis heute die meisten Pilger aus den Bistümern Köln, Aachen und Trier – meist in den Wochen vor und nach Pfingsten. Träger der Wallfahrten sind die vielfach im Rheinland seit Jahrhunderten verbreiteten Matthiasbruderschaften.

Kontakt zur Erzbruderschaft des heiligen Matthias in Trier : Abtei St. Matthias, Matthiasstr. 85, 54290 Trier, Tel. 0651-1709209, Fax 0651-1709243, E-Mail: smb@abteistmatthias.de, Internet: https://www.sanktmatthiaspilger.de . Weitere Links: Pfarrei St. Matthias: www.st-matthias-trier.de, Matthiaswallfahrt: www.matthiaswallfahrt.de

Der Jakobsweg: Jakobus der Ältere (Gedenktag katholisch: 25. Juli, *am See Genezareth in Galiläa, dem heutigem Kinneret, + um Ostern 43 in Jerusalem) war nach der Bibel ein Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, predigte erfolglos in Spanien, kehrte nach Jerusalem zurück, wo er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde. Der Leichnam des damit ersten Märtyrers unter den Aposteln (Apostelgeschichte 12, 1-2) wurde nach der Legende von seinen Jüngern nach Spanien gebracht. Trotz schon früh geäußerter Zweifel entwickelte sich aus der 816 geweihten Jakobskirche in Santiago de Compostela („Sternenfeld“) ab dem 11. Jahrhundert eines der größten Wallfahrtsziele der Christenheit – neben Rom und Jerusalem.

Das europäische Wegenetz, das Jakobspilger seit dem 9. Jahrhundert begehen, führt vom Baltikum über Polen, Deutschland, die Schweiz und Frankreich zum Grab des Apostels Jakobus im äußersten Nordwesten Spaniens. Im Mittelalter erstreckten sich die Tagesetappen meist von einem „heiligen Ort“ zum nächsten. Neben den fast zahllosen Zubringern gab es je nach Zählung vier bis sechs Hauptrouten durch Frankreich. Der „Weg der Deutschen“, die „Via Lemovicensis“, ging von Vézelay in Burgund aus und war der Hauptweg für Pilger aus Nord- und Westdeutschland sowie aus Osteuropa. Der sogenannte Küstenweg für Engländer und Iren verlief entlang der französischen Atlantikküste bis nach Spanien. Weiter östlich verliefen die „Via Turonensis“ über Paris, Tours und Bordeaux, die „Podiensis“ über Le Puy und Conques, die „Tolosana“ über Arles und Toulouse sowie der sogenannte Pyrenäenweg über Béziers und Foix. Seitdem 1982 Papst Johannes Paul II. und 1987 der Europarat zur Wiederbelebung der Jakobswege aufriefen, setzte eine Renaissance dieser „europäischen Kulturbewegung“ ein. In Deutschland verstärkte der Erlebnisbericht des Entertainers Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ (2006) zusätzlich eine Renaissance des Pilgerns, auch spielen neben religiösen touristische und sportliche Motive eine Rolle.

Mehr: Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V., Harscampstr. 20, 52062 Aachen, Tel. 0241 / 47 90 127, www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de. Sankt Jakobusbruderschaft Düsseldorf e.V., E-Mail: sankt-jakobusbruderschaft@t-online.de, Internet: www.jakobusbruderschaft.de . Mehr: Sankt – Jakobusbruderschaft Düsseldorf e.V. , St.Matthiasbruderschaft Mayen , St.Jakobusbruderschaft Trier e.V. , Santiago-Freunde Köln .

DBK-Arbeitshilfe zur Zukunft des Pilgerns: Pilger-Experten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) haben im Dezember 2024 Zukunftskonzepte für das Pilgern in Deutschland vorgestellt. Die neue Vielfalt der Pilger und Wallfahrer erfordere neue Antworten, da sich gerade in Krisenzeiten Menschen aufmachten, um ihre Sorgen, ihren Dank und weitere Anliegen an heilige Orte zu tragen, dort eine Kerze zu entzünden und ihre Nöte ins Gebet zu bringen. Die neue Arbeitshilfe mit dem Titel „Du zeigst mir den Weg ins Weite. Zur Zukunft des Pilgerns und Wallfahrens“ ist das Resümee aus drei Expertengesprächen der DBK zum Handlungsfeld Pilgern und Wallfahrten mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wallfahrtsseelsorge, von Pilger- und Wallfahrtsbruderschaften, von lokalen Tourismusbüros an Wallfahrtsorten, von Pilgerreiseanbietern, der (Religions-)Soziologie, Ethnologie und Pastoraltheologie. -> Download

 

  • 05.05.2026
  • Stefan Klinkhammer
  • Red
Matthias-Kapelle in Hürth-Stotzheim
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