„Mein Vater war ein Held“

  • 02.08.2026

Die 1 kg schwere Sprengladung, die Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einer Aktentasche zu einer Besprechung mit Hitler und weiteren Militärs in die Lagebaracke eingeschmuggelt hatte, explodierte zwar und tötete mehrere anwesende Offiziere – Hitler selbst wurde aber nur leicht verletzt. Seine Vergeltung war schnell, brutal und gründlich: Aus dem Kreis der Attentäter und Helfer überlebten nur wenige die Verfolgung durch Militär, Polizei und Gestapo. In Schauprozessen vor dem „Volksgerichtshof“ wurden sie von dem berüchtigten Richter Roland Freisler öffentlich beschimpft, gedemütigt und zumeist zum Tode verurteilt. Ausführliche Infos zum Attentat und seinen Folgen gibt es z.B. unter http://de.wikipedia.org/wiki/20._Juli_1944

Distanz zum NS-Staat

Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg wurde am 15. November 1907 in Jettingen – rund 40 Kilometer südwestlich von Stuttgart – geboren. 1926 trat er in die damalige Reichswehr ein und machte ab 1934 Karriere in der Deutschen Wehrmacht. Den Zukunftsversprechen der nationalsozialistischen Bewegung und ihrem „Führer“ stand er zwar aufgeschlossen gegenüber, gleichzeitig sorgte aber seine aristokratische Abstammung und sein daraus abgeleitetes elitäres Selbstverständnis für eine klare Distanz gegenüber den Nazis und der NSDAP.

Stauffenberg war 1939 am Überfall auf Polen und 1940 am Westfeldzug gegen Frankreich beteiligt und wurde anschließend zum Oberkommando des Heeres (OKH) versetzt – der höchsten Kommandoebene des Heeres. Doch nach über zwei Jahren im Stabsdienst wollte Stauffenberg zurück an die Front und bat um eine entsprechende Versetzung. Im März 1943 wurde er dem „Afrikakorps“ von Generalfeldmarschall Erwin Rommel zugeteilt und nur einen Monat später in Tunesien bei einem Fliegerangriff schwer verwundet. Seine rechte Hand und mehrere Finger der Linken mussten amputiert werden, außerdem verlor er sein linkes Auge.

Der Weg in den Widerstand

Angesichts der mit hohen Verlusten für die Wehrmacht verbundenen militärischen Gesamtlage (u.a. Kapitulation der deutschen 6. Armee in der Schlacht von Stalingrad am 31.01.1943, Kapitulation des Afrikakorps im Mai 1943) und der verübten NS-Verbrechen entschloss sich Stauffenberg schließlich zur aktiven Teilnahme am Widerstand gegen Hitler. Bei Wikipedia heißt es dazu weiter: „Er entwickelte sich neben Henning von Tresckow zu einer der zentralen Persönlichkeiten des militärischen Widerstandes innerhalb der Wehrmacht. Als Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres verübte er das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler und war entscheidend an dem anschließenden Unternehmen Walküre, dem Versuch eines Staatsstreiches, beteiligt. Nach dessen Scheitern wurde Stauffenberg gemeinsam mit seinen Vertrauten Albrecht Mertz von Quirnheim, Friedrich Olbricht und Werner von Haeften in der Nacht auf den 21. Juli 1944 im Hof des Bendlerblocks in Berlin erschossen.“

Zu den Verschwörern gehörte u.a. auch der 2008 verstorbene Philipp Freiherr von Boeselager (1917 – 2008). Er war der letzte Überlebende des innersten Kreises der militärischen Widerstandsgruppe um Generalmajor Henning von Tresckow und Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler verübte. Nachdem Boeselager 1941 von der systematischen Ermordung der Juden erfahren hatte, schloss er sich ein Jahr später der Widerstandsgruppe um von Tresckow an und unternahm bereits im März 1943 gemeinsam mit seinem Bruder Georg einen Attentatsversuch auf Hitler. Zwar konnten die als Cognacflaschen getarnten Bomben erfolgreich in Hitlers Flugzeug geschmuggelt werden, doch im unbeheizten Gepäckraum des Flugzeugs froren die Zünder ein und das Attentat scheiterte.

Baron von Boeselager überlebte

Am Tag des Attentats am 20. Juli 1944 kommandierte Boeselager sechs Schwadronen (1200 Mann), die mit den Pferden zunächst in Richtung Brest-Litowsk ritten. Dann sollten sie mit Lastkraftwagen nach Warschau fahren und von da aus mit Flugzeugen zum „führerlosen“ Berlin fliegen, um die beiden Teile des Reichssicherheitshauptamtes zu besetzen. Als er vom Scheitern des Anschlags auf Hitler erfuhr, ließ er sofort kehrtmachen, um wieder in die alten Stellungen zurückzukehren und unbemerkt zu bleiben. Er überlebte, weil alle Mitverschwörer – selbst unter Folter – über seine Beteiligung schwiegen. Boeselager starb am 1. Mai 2008 in Kreuzberg bei Altenahr im Alter von 90 Jahren. Ausführliche Infos unter http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Freiherr_von_Boeselager

  • Manfred Rütten
  • Red
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