INFO: Papst Leo XIV. hat am 26. März 2026 den Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, zum neuen 77. Bischof von Münster ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof em. Dr. Felix Genn, der am 9. März 2025 in den Ruhestand getreten ist. Die Bekanntgabe erfolgte am Hochfest des heiligen Ludgerus, der seit 805 erster Bischof von Münster war.
Der Gottesdienst zur Amtseinführung beginnt am Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr im St.-Paulus-Dom in Münster. Erwartet werden dazu auch zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft, darunter Politikerinnen und Politiker aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen Kirche. Aus der katholischen Kirche kommen Gäste aus aller Welt, von Mexiko bis Ghana, von Frankreich bis Polen, von Belgien bis Israel, von Luxemburg bis Italien.
Dem Gottesdienst vorstehen und predigen wird Bischof Wilmer. Er wird eingeführt durch den Metropoliten der Rheinischen Kirchenprovinz, den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet durch die Chöre der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer und Domkantorin Verena Schürmann. Domorganist Thomas Schmitz spielt die Orgel, begleitet vom Orchester STRINGent & Freunde.
Grußworte am Ende des Gottesdienstes sprechen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU), der Oberbürgermeister von Münster, Tilman Fuchs, Brigitte Lehmannn für das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster sowie der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber. Bischof Wilmer wird zum Schluss ein Dankeswort sprechen. Der Gottesdienst wird live im WDR-Fernsehen sowie auf dem Facebook- und YouTube-Kanal des Bistums Münster übertragen werden. Auch auf den Domplatz wird es eine Übertragung geben. Nach dem Gottesdienst gibt es die Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch für alle auf dem Domplatz, wo für Essen und Trinken gesorgt sein wird.
Der neue Bischof Dr. Heiner Wilmer
Geboren wurde Wilmer am 9. April 1961 in Schapen im Emsland, in Münsters Nachbarbistum Osnabrück. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und spricht neben mehreren Fremdsprachen auch Plattdeutsch. Mit 19 Jahren trat er 1980 in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. 1987 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Im Anschluss studierte er von 1987 bis 1993 im Rom und Freiburg. 1991 wurde er in Freiburg mit einer Arbeit zur Mystik in der Philosophie Maurice Blondels in Fundamentaltheologie promoviert. Von 1993 bis 2007 war er im Schuldienst tätig, zunächst als Referendar in Meppen und nach dem zweiten Staatsexamen von 1995 bis 1997 als Lehrer für Religion, Geschichte und Politik sowie als Schulseelsorger an der Liebfrauenschule in Vechta.
Doch führte sein Lebensweg auch früh weit über Deutschland hinaus: 1997 und 1998 war er Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) in New York (Bronx). 1998 wurde Wilmer Schulleiter des ordenseigenen Gymnasiums Leoninum im emsländischen Handrup. Diese Aufgabe nahm er bis 2007 wahr, ehe er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn wurde. 2015 wählte ihn der Orden zum Generaloberen der Herz-Jesu-Priester mit Sitz in Rom. Aus dieser Zeit weltweiter Verantwortung stammen gute Kontakte in den Vatikan.
Am 6. April 2018 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hildesheim. In der Deutschen Bischofskonferenz übernahm Wilmer im September 2021 den Vorsitz der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. 2019 bis 2024 war er Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Im Februar 2026 wählten ihn die Deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung im Februar 2026 in Würzburg zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Papst Leo XIV. ernannte ihn am 26. März 2026 in der Nachfolge von Felix Genn, der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war, zum neuen Bischof von Münster. Damit steht der 65-Jährige Wilmer künftig an der Spitze des mit rund 1,59 Millionen Katholiken mitgliederstärksten deutschen Bistums – vor Köln (1,58 Mio.), Rottenburg-Stuttgart (1,53 Mio.), Freiburg (1,51 Mio.) und München-Freising (1,38 Mio.).
Bischof Heiner Wilmers neues Bischofswappen, maßgeblich entworfen von zwei Jugendlichen aus Münster und Trier, greift Motive des Wappens auf, das Wilmer zuvor schon als Bischof von Hildesheim hatte. Es ist in drei Felder unterteilt: Die beiden oberen Felder zeigen das Wappen des Bistums Münster, einen roten Balken vor goldenem Grund, sowie ein dem der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester nachempfundenes Kreuz. Die blaue Farbe symbolisiert die Marienverehrung. Die drei silbernen Schafe auf rotem Hintergrund im dritten Feld des Wappens stehen für Herkunft und Heimat von Bischof Wilmer im emsländischen Schapen, zum anderen für sein Grundverständnis: Der Bischof ist Teil der kirchlichen Gemeinschaft. Dafür steht auch sein bischöflicher Wahlspruch aus dem 2. Korintherbrief (Kapitel 1, Vers 24): „Wir wollen nicht Herren über euren Glauben sein, sondern Mitarbeiter eurer Freude; denn im Glauben steht ihr fest.“
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