Neues Dommuseum „PAULUS“

  • 26.08.2026

INFO: Gut acht Jahre nach Schließung der Domkammer ist es so weit: der Domschatz des St.-Paulus-Doms in Münster wird ab dem 27. August wieder zu besichtigen sein. An diesem Tag öffnet das PAULUS, das neue Museum am Alten Steinweg in der Münsteraner Altstadt, seine Pforten für die Besucherinnen und Besucher. Bereits einen Tag vorher gibt es die offizielle Eröffnungsveranstaltung.

Nachdem die Domkammer wegen gravierender baulicher Mängel geschlossen werden musste, werden die bedeutenden sakralen Exponate dann wieder – bei freiem Eintritt – zu besichtigen sein. Dompropst Hans-Bernd Köppen erklärt, dass man sich bewusst für den Standort mitten in der Stadt entschieden habe. „Wir möchten zeigen, dass Kirche mitten in der Welt steht und dass wir gerne in den Dialog mit der heutigen Zeit treten.“ Statt auf früher rund 750 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden Teile des Domschatzes künftig auf 400 Quadratmetern Platz finden. „Die Ausstellung wird sich immer wieder verändern, weil wir themenorientiert arbeiten werden. Es geht uns nicht darum, möglichst viel zu zeigen, sondern einen Ort zu haben, der Impulse gibt“, sagt Köppen. Die Ausstellung wird über zwei Stockwerke gehen. Zusätzlich gibt es Räume für museumspädagogische Angebote und Büros. Auch sechs Wohnungen wird es in dem Gebäude geben.
Die Pläne für das PAULUS wurden entwickelt vom Architekturbüro „P / E / P Architekten + Stadtplaner GmbH“ um dessen Geschäftsführenden Gesellschafter, den Architekten Jörg Preckel. Mit Begeisterung schwärmt er von dem neuen Museum als „eine der Pralinen unseres Berufs“. Und wie der Dompropst ist auch er sich sicher: „Der Domschatz gehört mitten ins Volk.“  Mit dem PAULUS werde „eine moderne Interpretation des historischen Stadtbildes geschaffen“.

Der Eingang durch das neu errichtete steinernes Torhaus am Alten Steinweg führt die Besucherinnen und Besucher zunächst in einen Innenhof. Von dort aus gelangen sie ins Innere des Museums. Bauherr des Gebäudes, in dem das PAULUS seinen Platz finden wird, ist die kunstinteressierte münstersche Kaufmannsfamilie Lohmann. Finanziert werden der Bau und Betrieb des Museums aus Kirchensteuermitteln, aus Stiftungsgeldern sowie über einen Förderverein.

Das wohl bedeutendste Exponat des münsterschen Domschatzes ist ein goldenes Pauluskopf-Reliquiar aus dem 3. Viertel des 11. Jahrhunderts. Bei dieser Darstellung des Dompatrons, dem hl. Paulus, handelt es sich um das älteste erhaltene christliche Büstenreliquiar Europas. Weitere bedeutende Kunstschätze des Domschatzes sind etwa ein goldenes Reliquienkreuz (um 1090), eine Reliquienstatuette der heiligen Agnes (16. Jahrhundert) sowie wertvolle Messgewänder und liturgische Geräte.

Viktoria Aschhoff gibt im Podcast „kannste glauben“ Einblicke in das neue Paulus-Museum
„Wir wollen einen Schritt auf die Münsteranerinnen und Münsteraner zugehen und uns mehr öffnen“, sagt Viktoria Aschhoff bei „kannste glauben“, dem Podcast des Bistums Münster. Mit Moderatorin Ann-Christin Ladermann spricht die Kunsthistorikerin über das neue Paulus-Museum.

Doch nicht nur die Räumlichkeiten sind neu: „Wir wollten weg von der Vorstellung, dass dort nur Gold, Schmuck und Schatzkunst zu sehen sind“, sagt Viktoria Aschhoff. Das Paulus-Museum habe viel mehr als das zu bieten. „Wir haben viele Objekte, mit denen wir auch auf Themen eingehen können, die heute debattiert werden“, erklärt sie. Gleich die erste Sonderausstellung – so viel verrät Viktoria Aschhoff im Podcast – wird sich mit dem Namenspatron des Doms und des Museums, dem Heiligen Paulus, beschäftigen.
Viktoria Aschhoff freut sich darüber, dass das Museum nach der langen Zeit der Planung nun immer greifbarer wird und dass sie mit den Objekten des Museums bald in das neue Gebäude einziehen können. Das Paulus-Museum sei nicht nur ein Museum, sondern ein offenes Bildungs- und Kulturangebot, das kostenlos besucht werden kann. Das Gebäude ist mit einem Aufzug barrierefrei eingerichtet.

Im Podcast verrät sie außerdem, welches ihr Lieblingsobjekt der Ausstellung ist, was sie daran so besonders findet und was eine Kokosnuss im Paulus-Museum zu suchen hat.

Zu hören ist der Bistumspodcast „kannste glauben“ auf www.kannste-glauben.de  und überall, wo es Podcasts gibt.

Weitere Informationen zum Museum: https://www.paulusmuseum.de/

  • Stefan Klinkhammer
  • Red
Neues Dommuseum „PAULUS“
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