Nicht-Packliste

  • 19.08.2026

Der Beitrag zum Nachlesen:

Gerade komme ich aus Frankreich zurück. Eine Woche zelten auf einem Campingplatz. Am letzten Tag dann das große Aufräumen vor der Abreise. Erstaunlich, was sich da in einem kleinen Zelt so alles an Kram ansammelt. Klamotten, Schlafsack, Zahnbürste, Powerbank natürlich in alle Ecken verstreut. Ich bin wohl kein Camping-Profi.

Als ich dann meine Siebensachen beisammenhabe, meint meine Zeltnachbarin Silke zu mir: „Ich fange jetzt an, eine Nicht-Packliste zu erstellen. Also eine Liste, auf der ich notiere, was ich nächstes Jahr gar nicht erst mitnehmen muss, weil ich hier das sowieso nicht brauche.“ Den Föhn, weil die Haare bei 35 Grad sowieso schneller an der frischen Luft trocknen. Die Ersatzkaffeetasse, weil die normale Tasse natürlich nicht kaputt gegangen ist. Den Vorratspack Kältekompressen, weil es so viel Verletzungen gar nicht gegeben hat. Was für ne geniale Idee, finde ich! Auch für den Alltag. Eine Nicht-Packliste. Ich schreibe mir auf, was ich nicht brauche. Damit der Ballast leichter wird.

Womit fange ich mal an? Wenn das nächste Mal die Schranke am Bahnübergang runtergeht und ich an der roten Ampel stehe, ärgere ich mich nicht über den Zeitverlust, sondern nutze die Zeit für ein paar gute Gedanken. Und wenn wieder einmal meine Tagesplanung von überraschenden Augenblicken durchkreuzt wird, gerate ich nicht gleich in Panik, sondern schaue einfach, was als nächstes dran ist. Leichtes Gepäck – für Unterwegs und Zuhause. Das hört sich doch gut an.

  • Max Testermann
  • Red
Nicht-Packliste
  • AM260819