Als sich Dortmund Anfang der 2000er Jahre bundesweit zu einem Schwerpunkt der Neonazi-Szene entwickelte, reagierte Friedrich Stiller gemeinsam mit Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Sozialverbänden und Bildungseinrichtungen. Gemeinsam gründete dieses breite Bündnis 2005 den Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus , dessen Co-Vorsitzender Stiller heute ist. Der Arbeitskreis hat aktuell 23 Mitgliedorganisationen, darunter die beiden großen Kirchen, der DGB, der ASTA, SPD, CDU und Grüne, aber auch die Fanabteilung des BVB und die „Omas gegen rechts“.
Bis heute organisiert der Arbeitskreis immer wieder Demonstrationen, Mahnwachen, Informationsveranstaltungen und Aktionen für die Demokratie. Die bislang größte Demo fand im Januar 2024 statt. Unter dem Motto „Das neue Braun ist Blau“ protestierten 30.000 Menschen gegen das Treffen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Potsdam und deren radikale Ideen zum Thema „Remigration“.
Ziel des Dortmunder Arbeitskreises war und ist es, rechtsextremen Strukturen den öffentlichen Raum nicht kampflos zu überlassen und gleichzeitig die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken. Seine Gründung 2005 war eine Reaktion auf die damals zunehmende und immer brutaler werdende rechte Gewalt in der Stadt: Ein Nazi erschoss drei Polizisten; der sogenannte NSU ermordete den Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık, ein Rechtsradikaler schoss auf einen Ausländer im Supermarkt, es gab mehr und mehr öffentliche Provokationen und Aufmärsche.
Über Jahre hinweg begleitete der Arbeitskreis Proteste gegen die Neonazi-Aufmärsche und setzte sich für eine enge Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Stadtverwaltung und Polizei ein. Dieses Zusammenspiel gilt vielen Beobachtern als ein wichtiger Faktor dafür, dass die rechtsextreme Szene in Dortmund erheblich an Einfluss verloren hat.
Aus Glaubensgründen gegen rechts
Pfarrer Friedrich Stiller begründet sein Engagement gegen Rechts ausdrücklich mit dem christlichen Menschenbild. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Stiller, er und die evangelische Kirche engagierten sich, „weil der Rechtsextremismus mit seiner Ideologie der Ungleichwertigkeit einen Angriff auf unseren Glauben und die Gottesebenbildlichkeit eines jeden Menschen darstellt.“ Deshalb versteht er den Einsatz gegen Rechtsextremismus nicht als parteipolitische Tätigkeit der Kirche, sondern als Konsequenz ihres Glaubens.
In den vergangenen Jahren weitete der Arbeitskreis seinen Blick über klassische Neonazi-Gruppen hinaus aus. Stiller erklärte mehrfach öffentlich, dass sich das Bündnis inzwischen auch mit dem Rechtspopulismus befasse und sich kritisch mit der AfD auseinandersetze. Nach seiner Einschätzung stelle die Partei in wesentlichen Teilen demokratische Grundwerte infrage. Vor diesem Hintergrund beteiligte sich der Arbeitskreis an zahlreichen Kundgebungen für Demokratie und gegen Rassismus sowie an Protesten im Umfeld von AfD-Veranstaltungen.
Für sein langjähriges Engagement ist Friedrich Stiller weit über Dortmund hinaus bekannt geworden. Sein Name steht für einen beharrlichen Einsatz gegen Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus sowie für die Überzeugung, dass Demokratie nur dann Bestand hat, wenn Bürgerinnen und Bürger sie aktiv verteidigen. Auch nach mehr als zwanzig Jahren bleibt der von ihm mitgegründete Arbeitskreis eine der zentralen zivilgesellschaftlichen Stimmen gegen Rechtsextremismus in Dortmund. Im November 2025 feierte er sein 25jähriges Bestehen mit einer kleinen Feier und einer Festschrift, die hier zum Download steht .
(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)

