Pflege: Diakonie holt Nachwuchskräfte aus Myanmar


Bereits vor einem Jahr hat die Diakonie Vlotho deshalb 28 Nachwuchskräfte von den Philippinen nach Deutschland geholt, erklärt Diakonie-Vorständin Kerstin Hensel: „In dem einen Jahr seit Ausbildungsstart haben wir durchweg positive Erfahrungen gemacht.“ Die angehenden Pflegefachkräfte hätten sich erstaunlich gut integriert. „Aus den Einrichtungen hören wir immer wieder, wie gut die Zusammenarbeit klappt und wie groß die Wertschätzung der Seniorinnen und Senioren für ausländischen Kräfte ist“, so die Vorständin weiter. „Das hat uns ermuntert, das erfolgreiche Projekt weiterzuführen.“

Ihren Worten hat die Diakonie auch gleich Taten folgen lassen. In einer Presseinformation vom 3.11.2025 teilt der evangelische Wohlfahrtsverband mit: „Zum 3. November beginnen 25 junge Menschen aus Myanmar (früher: Burma) ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft im Diakonischen Werk Vlotho. Damit geht das Diakonie-eigene Projekt zur Gewinnung ausländischer Nachwuchskräfte nunmehr in die zweite Runde. Die jungen Frauen und Männer im Alter zwischen 21 und 33 Jahren sind zu diesem Zweck Ende Oktober eingereist. Sie verfügen über gesicherte Deutschkenntnisse (B1/B2) und erhalten eine Arbeitserlaubnis für die Dauer der Ausbildung.“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Alle Auszubildenden werden anteilig in den stationären Einrichtungen Stift Eidingsen in Bad Oeynhausen und Eduard-Kuhlo-Heim in Löhne sowie im ambulanten Dienst ihre Praxisphasen absolvieren. Im Rahmen der generalisierten Pflegeausbildung ist unter anderem auch ein Praxiseinsatz im Krankenhaus vorgesehen.

Berufsschule ist Kooperationsprojekt

Die theoretische Unterweisung wird, wie bisher, in den Räumlichkeiten der Diakonie-Verwaltung an der Hermann-Löns-Straße erfolgen und vom Bildungscampus für Gesundheits- und Sozialberufe St. Johannisstift gGmbH durchgeführt. Um das zu ermöglichen, ist das Diakonische Werk eigens eine Kooperation mit dem in Paderborn ansässigen Bildungsträger eingegangen. Es sei das erklärte Ziel, in den nächsten Jahren das jetzt angelegte Modell weiter auszubauen und damit dem wachsenden Bedarf nach Pflegefachkräften zu begegnen, so Kerstin Hensel weiter. »Damit könnten wir grundsätzlich auch zum Dienstleister für andere Einrichtungen der Region werden, die nicht solche Ausbildungskapazitäten haben wie wir«, fügt sie hinzu.

Ankommen in Deutschland

Um den Burmesen das Ankommen in Deutschland zu erleichtern, hat das Diakonische Werk erneut Wohnungen über die Wohnungsgesellschaft SWG angemietet. Hier leben die angehenden Auszubildenden in Gruppen von zwei bis drei Personen in einer Einheit. Die Wohnungen sind komplett renoviert und mit neuem, modernem Mobiliar ausgestattet, inklusive einer Einbauküche, wie Kerstin Hensel erläutert. Ein komplettes Onboarding-Paket, darunter ein Behörden-Wegweiser und eine Stadtführung, ein Leitfaden für Sport- und Freizeitangebote sowie individuelle Patenschaften zur besseren Integration in das Alltagsleben werden ebenfalls über das Diakonische Werk bereitgestellt.

Diakonie-Vorständin Kerstin Hensel findet den Aufwand angemessen und gerechtfertigt: „Wir möchten, dass sich die burmesischen Auszubildenden von Anfang an willkommen fühlen und leicht Fuß fassen können. Denn wenn sie herzlich aufgenommen werden in Deutschland, werden sie gern hier arbeiten und bleiben wollen. Die Menschen aus dem südost-asiatischen Raum sind bekannt für ihre Warmherzigkeit und ihre ausgeprägte Bereitschaft zu pflegerischer Arbeit. Sie kommen hochmotiviert und zum Teil schon mit Vorerfahrung in ähnlichen Berufsfeldern.“

  • 04.01.2026
  • Manfred Rütten
  • Red
Pflege: Diakonie holt Nachwuchskräfte aus Myanmar
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