INFO: Weltberühmt ist Echternach für seine Springprozession („D’Sprangprëssessioun zu Iechternach: Op de Spueren vum hellege Willibrord“). Jedes Jahr am Pfingstdienstag versammeln sich Pilger und Zuschauer aus dem In- und Ausland, um an diesem einzigartigen Brauch zu Ehren des Heiligen Willibrord teilzunehmen. Das Besondere an der Prozession ist, dass sie den ganzen Körper in das Gebet einbezieht: Das Springen, begleitet von einer unaufhörlich wiederholten Polkamelodie, ist einmaliger Ausdruck der christlichen Freude. Etwa 10.000 Pilger sind es heute, die an dem Zug durch die Stadt bis zum Grabe des Heiligen teilnehmen, darunter etwa 8.000 Springer.
Der Willibrordus-Bauverein Echternach, der 1975 die Organisation der Springprozession übernommen hat, lädt am 26. Mai 2025 wieder in die Abteistadt. Jeder ist herzlich willkommen – man muss sich nicht anmelden. „Jeder hat grundsätzlich das Recht, an der Prozession teilzunehmen, falls er dies aus religiösen Motiven tut, sich ordnungsgemäß benimmt und die Anweisungen der Ordner befolgt“, so die Organisatoren. Sie bitten, den traditionellen und religiösen Charakter der Prozession zu wahren und sich an eine angemessene Kleiderordnung zu halten.
Das wird auch von den Zuschauern erwartet: Die Prozession sei „keine Folklore-Show, deshalb ist es auch unangebracht, den einzelnen Gruppen Beifall zu spenden“. Für die Springer wird keine besondere Kleidung vorgeschrieben. Springer in Sport- oder Trachtenkleidung (z.B. Dirndl) sind nicht zugelassen. Um dem besonderen Charakter der Springprozession gerecht zu werden, bewegen die Springer sich in einem echten Springerschritt vorwärts: einen Sprungschritt seitwärts nach links, einen Spungrschritt seitwärts nach rechts und so fort. Die Police Grand-Ducale Echternach und der Willibrordus-Bauverein weisen darauf hin, dass mit Ausnahme der Bahnhofsumgebung nur wenige Parkmöglichkeiten im Stadtzentrum zur Verfügung stehen. Darum wird ein kostenloser Buspendeldienst die Pilger und Besucher vom „Parking du Lac“ in der Route de Luxembourg im 15-Minutentakt von 8.30 bis 16 Uhr hin- und zurückbringen.
ECHTERNACH – SPRINGPROZESSION 2026
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
09.00 Uhr: Willibrordusmesse in der Krypta
10.30 Uhr: Messe für die Zwangsrekrutierten
20.00 Uhr: Feierliche Eröffnungsandacht, Festprediger: Dr. Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim, ernannter Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, erwartet werden zudem die Kardinäle Fridolin Ambongo Besungu aus Kinshasa im Kongo und Ladislav Német aus Belgrad sowie der Brüsseler Erzbischof Luc Terlinden; insgesamt haben rund 40 Bischöfe ihr Kommen zugesagt.
Pfingstdienstag, 26. Mai 2026
05.15 Uhr: Eintreffen der Teilnehmer der Route-Echternach-Sternwallfahrt: Am Morgen versammeln sich die Jugendlichen, die an der nächtlichen Route Echternach-Sternwallfahrt teilgenommen haben, in der Basilika zu einer von ihnen gestalteten Eucharistiefeier.
05.30 Uhr: Messe für die Teilnehmer der Route-Echternach-Sternwallfahrt
06.45 Uhr: Gemeinschaftsmesse in der Krypta
07.30 Uhr: Echternacherbrück: Um 7.30 Uhr werden an der alten Sauerbrücke die Pilger von Großprüm und Waxweiler, die am Pfingstsonntag zu einer 3-tägigen Fußwallfahrt aufgebrochen waren, vom Vorstand des Willibrordus-Bauvereins empfangen und in Prozession zur Basilika geleitet. Kurz vorher treffen auch Pilgergruppen aus den Nachbarpfarreien in der Kirche ein.
08.00 Uhr: Pontifikalkonzelebration in der Basilika
Ab 08.30 Uhr: Aufstellen der Prozession für die Gruppen A –I und 1 – 7 im Ehrenhof der Abtei.
09.15 Uhr: Ansprache von S.EM.Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg.
09.30 Uhr: Beginn der Springprozession: Die Springergruppen 8-35 finden sich im Abteihof ein und stellen sich zu den ihnen zugeordneten Musikgesellschaften auf. Danach setzt sich die Prozession in Bewegung, angeführt von den Sängern, welche die Willibrordus-Litanei vortragen, und den Betergruppen aus dem In- und Ausland. Es folgen die 46 Springergruppen, die jeweils vor und hinter einer Musikgesellschaft in Reihen von 5 Springern aufgestellt sind. Die Musikgesellschaften spielen abwechselnd den traditionellen Marsch, so dass den Springergruppen eine Pause gewährt wird.
13.00 Uhr: Voraussichtliches Eintreffen der letzten Springergruppen in der Basilika
Anschließend: HL. MESSE IN DER BASILIKA
15.00 Uhr: Lof en zegen van’t Sacrament (St. Willibrordus parochie Eisden en Willibrordus Vrienden van Limburg)
-> Programm: PDF 294.2 kiB, 5. Mai 2026.
Veranstalter: Willibrordus-Bauverein Echternach: www.willibrord.lu ; Äerzbistum Lëtzebuerg , 5 avenue Marie-Thérèse, Gebai H, 1. Stack, L-2132 Lëtzebuerg, +352 44 74 34 01, Internet: www.cathol.lu , Veranstaltungsort Adresse: Parvis de la Basilique, Echternach, Parvis de la Basilique, L-6486 Echternach Auf Karte anzeigen , Tel.:,+352 72 02 30, E-Mail: touristinfo@visitechternach.lu, Webseite: https://www.visitechternach.lu/ , https://www.cathol.lu/www/evenementer/dsprangpressessioun-zu-iechternach .
Wallfahrten aus Deutschland: Auch aus vielen Orten in Deutschland, vor allem aus dem Bistum Trier, sind wieder Pilger zur Springprozession unterwegs: So brechen am Pfingstsonntag, 24.05.2025, wieder nach alter Tradition die Pilger von Prüm-Waxweiler von der Salvator-Basilika in Prüm zur Wallfahrt nach Echternach auf. Beginn ist am Pfingstsonntag um 12:55 Uhr mit kurzer Andacht und dem Segen in der Basilika St. Salvator in Prüm. Die Pilger marschieren über Niederprüm, Pronsfeld und Lünebach nach Waxweiler. Am Pfingstmontag ist um 6:00 Uhr hl. Messe für die Pilger in der Kirche in Waxweiler. Nach einem Pilgeramt und Pilgerfrühstück im Dechant-Faber-Haus beginnt die Wallfahrt um 7:00 Uhr über Krautscheid, Neuerburg, Sinspelt, Mettendorf, Nusbaum bis Bollendorf. Dienstags um 5:50 Uhr gehen alle das letzte Wegstück bis Echternach. Um 8:00 Uhr ist das Pontifikalamt in der Basilika zu Echternach und anschl. die Springprozession. Die Echternach-Pilger treffen dienstags zwischen 14:30 und 15:00 Uhr wieder in Prüm ein zum Schlusssegen in der Basilika St. Salvator. Kosten: kostenlos, Ort: Startpunkt St. Salvator Basilika, Prüm, Info-Tel.: 0171 / 6019227 oder 0160 95505606, E-Mail: info@springprozession.com. Internet: https://www.eifel.info/events/traditionelle-echternacher-springprozession .
Echternach und Willibrord
Echternach im Großherzogtum Luxemburg war seit dem Ende des 7. Jahrhunderts ein wichtiger Ort für die Ausbreitung des Christentums. Der Ort mit seiner ehemaligen Reichsabtei ist Begräbnisstätte des Heiligen Willibrord. Der 658 in Northumbrien geborene angelsächsischen Missionar kam als Oblate ins Kloster Ripon, war Einsiedler, ging mit 20 Jahren ins Kloster Rathmelsigi nach Irland und wurde 688 zum Priester geweiht.
Wie viele seiner geistlichen Landsleute suchte er in der „peregrinatio“ als Wandermissionar seine Bestimmung und erreichte 690 mit 11 Gefährten den europäischen Kontinent. Unter dem Schutz des Franken Pippin II. predigte er unter den Friesen und sicherte sich 695 auf zwei Romreisen die Unterstützung des Papstes. Von Papst Sergius I. wurde er zum Erzbischof von Utrecht geweiht und erhielt 698 von Äbtissin Irmina in Trier ein Gut in Echternach, wo er ein Kloster gründete. Reisen führten bis nach Dänemark und Thüringen, auch Winfrid/Bonifatius, der spätere „Apostel der Deutschen“, war 719 zunächst fast drei Jahre bei ihm. Willibrord starb mit 81 Jahren am 7. November 739 und wurde in Echternach beigesetzt. Sein Grab zog bald sehr viele Pilger an und um 800 wurde eine große Kirche gebaut. Legenden und Wunder verbreiteten seine Verehrung in viele Regionen Europas, von wo immer noch Pilger auch zur Springprozession kommen – so aus Belgien, Holland und vom Niederrhein. Sie soll um das Jahr 1000, vielleicht sogar Ende des 8. Jahrhunderts entstanden sein, findet jährlich am Pfingstdienstag statt und findet in ihrer heutigen Form seit der Zeit nach der Französischen Revolution statt. Anfangs des 20. Jahrhunderts kamen die Springergruppen hauptsächlich aus Echternach, den Nachbarpfarreien und aus dem Raum Prüm-Waxweiler. In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg kamen auch viele Pfarreien aus dem benachbarten Grenzraum dazu. Seit 1975 stieg die Zahl der teilnehmenden Musikgesellschaften auf 45, was neuen Springergruppen die Teilnahme ermöglichte. 2010 wurde die „Procession Dansante“ von der Unesco als „Immaterielles Weltkulturerbe“ anerkannt. Internet: http://www.springprozession.com/ , mehr: www.cathol.lu .
Das Pfingstfest
Mit dem Pfingstfest endet in der katholischen Kirche die Osterzeit und ist in Deutschland wie Weihnachten und Ostern besonders hervorgehoben durch einen zweiten Feiertag, den arbeitsfreien Pfingstmontag. Das Pfingstfest (von Griechisch: „pentecoste”, der Fünfzigste) bezeichnet den 50. Tag nach Ostern und gilt als „Geburtstag” der Kirche. An ihm empfingen die Jünger im Abendmahlssaal von Jerusalem den Heiligen Geist – so berichtet es die Apostelgeschichte im zweiten Kapitel: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie (die Jünger) waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.” Die mutlos und ängstlich zurückgezogenen Jünger Jesu werden in „Sturm und Feuer” neu „in Fahrt gebracht”, sie gehen mit neuer Begeisterung auf die Menschen zu, um die „Frohe Botschaft” zu verkündigen.
Die Bibel versteht den Heiligen Geist – in der Kunst dargestellt im Zeichen der Taube, in Sturm und Feuer – als schöpferische Macht allen Lebens. Er ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi lebendig zu erhalten. Die hebräische Bezeichnung für Gottes Geist ist weiblich und bedeutet „Atem, Hauch“: Damit bringt er den Menschen zum Leben, beseelt, entflammt, vitalisiert, dynamisiert, begeistert ihn – wie bei der Erschaffung des Menschen. Dass ihm mit dem Vater und dem Sohn göttliche Anbetung und Verherrlichung gebührt, kommt im „Großen Glaubensbekenntnis” zum Ausdruck: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird.” Als die „Sieben Gaben des Hl. Geistes“ gelten Weisheit, Erkenntnis, Einsicht, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Diese Reihung ist aus Jesaja 11,2(–3) EU abgeleitet.

