Der Beitrag zum Nachlesen:
Wir sind mitten in den Rauhnächten – diese besonderen zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Eine Zeit, die schon unsere Vorfahren als Übergang zwischen Alt und Neu gefeiert haben, als magische, stille Tage. Die Rauhnächte sind eine Einladung, kurz innezuhalten, zu reflektieren, loszulassen und einfach einmal durchzuatmen.
Die Advents- und Weihnachtszeit ist so vollgestopft Vorbereitung und Erwartungen – und dann ist alles plötzlich vorbei. Mein Vater hat am 26. Dezember immer gesagt: ‚Getz is d‘ Stoot davun.“ – Krass, so viel Aufwand, so viel Trubel, und dann ist Weihnachten einfach schon wieder vorbei. Ein Satz, der mich daran erinnert: Ich darf mir Zeit nehmen, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen.
Die Rauhnächte helfen dabei. Kleine Rituale wie einfach die Augen schließen und die Gedanken ordnen – das gibt mir die Gelegenheit, das Alte zu verabschieden und das Neue willkommen zu heißen. Ein Bibelwort passt gut dazu: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten tragt; ich will euch Ruhe geben. (Matthäus 11,28).
Weihnachten und die Rauhnächte erinnern mich daran, dass ich mir Ruhe und Kraft schenken darf – nicht nur anderen, sondern auch mir selbst. Also: gönnt euch diese Pause, atmet durch, lauscht ein wenig in die Stille – und spürt, wie Kraft für all das Neue kommt, das euch in 2026 bevorsteht.
Julia-Rebecca Riedel von der evangelischen Kirche für „Augenblickmal!“.

