Der Beitrag zum Nachlesen:
„Süßes oder Saures!“ Die Tür geht auf. Davor stehen drei Kinder – verkleidet als Vampir, Hexe und Gespenst. So sieht der Vorabend zum 31. Oktober an vielen Orten aus. Kinder ziehen durch die Straßen, klingeln an Türen und rufen: „Süßes oder Saures!“ Halloween ist inzwischen vielen vertrauter als der Reformationstag. Und bei den Kindern wird schnell klar, warum: Kinder lieben es, sich zu verkleiden. Sie lieben Geschichten, ein bisschen Grusel und den Spaß daran, für einen Abend jemand anderes zu sein.
Halloween darf seinen Platz haben. Doch am selben Tag gibt es noch etwas zu feiern: den Reformationstag.
Martin Luther stellte vor mehr als 500 Jahren eine Frage, die bis heute wichtig ist: „Was macht einen Menschen frei?“ Nicht das perfekte Leben. Nicht die Meinung der anderen oder die Angst, nicht zu genügen. Für Luther war die Antwort klar: Wir müssen uns Gottes Liebe nicht verdienen. Wir sind frei. Von Anfang an. Frei, weil Gott uns liebt.
Vielleicht kommen Halloween und Reformationstag genau hier zusammen: Hinter den Masken steckt die Freude, für einen Abend eine andere Rolle zu spielen. Am Reformationstag geht es um die Freiheit für alle Tage: Da brauche ich keine Maske. Ich darf sein, wer ich bin. Halloween darf seinen Platz haben. Und der Reformationstag erinnert mich: Du musst dich nicht verkleiden, um geliebt zu sein. Du bist frei.
Katrin Schirmer, von der Evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“
