Der ganze Beitrag zum Nachlesen:
Anfang September, erster Schultag. Vor der Grundschule stehen die Kleinen mit Schultüten, die fast größer sind als sie selbst. Der Ranzen drückt, der Bauch kribbelt. Die Eltern machen Fotos und schlucken heimlich.
Für manche fängt die Schule ganz neu an. Andere wechseln. Mein eigenes Kind hat den ersten Tag an der weiterführenden Schule. Ein großes Gebäude, überall Ältere, die schon wissen, wo alles ist. Kein Elternteil, das mit reindarf. Die Aufregung. Schon groß und irgendwie noch klein. Ich spüre ihr Kribbeln und die Vorfreude gleichermaßen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufgeregt ich früher nach den großen Ferien war. Diese Mischung aus Stolz und Angst. Werde ich mithalten? Bin ich gut genug? Und gerade deshalb ist es mir so wichtig, meinem Kind mitzugeben: Du bist wertvoll, bevor du irgendetwas leistest. Deine erste Eins ändert daran nichts, und deine erste Sechs auch nicht. Noten messen, was du in dem Moment kannst. Sie messen nicht, wer du bist.
Ich wünsche jedem Kind einen ersten Schultag ohne Druck im Bauch. Und Erwachsene, die sich freuen, dass es da ist, und nicht sofort wissen wollen, was es schon kann. Ich wünsche mir, dass wir das nicht vergessen, wenn die Kinder größer werden und das Zeugnis wichtiger scheint als das Kind. Du bist wunderbar. Auch an einem ganz normalen Mittwoch, an dem du gar nichts beweisen musst.

