Seelsorge im Alter


Bereits vor zehn Jahren wurde dort der Arbeitsbereich „Seelsorge im Alter“ eingerichtet, mit dem Ziel, sämtliche Angebote für Senioren an einer Stelle zu bündeln und die Zusammenarbeit mit anderen Trägern und Einrichtungen der Altenhilfe zu koordinieren. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Gewinnung sowie Aus- und Fortbildung von Ehrenamtlichen, die im Besuchsdienst mitarbeiten und in Gemeinden, Krankenhäusern, Altenheimen und Rehakliniken zum Einsatz kommen.

Seit knapp drei Jahren leitet Karin Tasche die „Seelsorge im Alter“. „Menschen ab 55 Jahren zusammenbringen und das Ehrenamt fördern“ – so bringt sie die Ziele ihrer Arbeit auf den Punkt. Die Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren geschieht auf vielfältige Weise. Dazu gehören Veranstaltungen für ältere Menschen, aufsuchende Angebote wie der Besuchsdienst in den Kirchengemeinden, aber auch Fahrten und Ausflüge.

In diesem Jahr geplant sind zum Beispiel Reisen ins Allgäu und nach Rügen, erzählt Karin Tasche: „Da werden wir mit dem Bus unterwegs sein, einfach Zeit miteinander verbringen, gemeinsame Mahlzeiten einnehmen, sich begegnen, über Gott und die Welt ins Gespräch kommen – das ist das, was ich mir für die Zeit wünsche.“

Ein besonderes Programm unter dem Motto „Urlaub ohne Koffer“ ist für den Sommer geplant, so Tasche weiter: „Da machen wir Tagesausflüge, gucken uns Ziele in der Umgebung an, wir haben ja die Weser vor Ort, da werden wir eine Schifffahrt machen, miteinander singen, Spiele machen, die Mittagspause draußen hoffentlich bei schönem Wetter auf der Wiese verbringen. Einfach Zeit miteinander haben.“ Die Vorteile von dieser Art von Urlaub beschreibt die Gemeindepädagogin so: „Wir bieten den älteren Menschen damit die Möglichkeit, tagsüber miteinander unterwegs zu sein, sich Dinge in der Umgebung anzuschauen, aber die Nacht im eigenen Bett verbringen zu können, weil sie es einfach schätzen, dass sie abends wieder zu Hause sind.“

Ebenfalls besonders und noch relativ neu ist das Angebot der „Zeitgefährten“, erklärt Karin Tasche: „Das sind Menschen, die andere zu Hause oder im Pflegeheim besuchen und da regelmäßig in den Kontakt gehen – einmal in der Woche eine Stunde. Die Zeitgefährten treffen so lange, wie die beiden diesen Kontakt aufrechterhalten wollen. Das ist häufig auch über mehrere Monate und Jahre der Fall.“

Mit den Diensten und Angeboten der „Seelsorge im Alter“ will der Evangelische Kirchenkreis Vlotho nicht zuletzt der Vereinsamung älterer Menschen entgegenwirken. Gerade bei ihnen finden sich häufig Risikofaktoren, die Einsamkeit begünstigen. Je älter die Menschen werden, desto häufiger leiden sie unter gesundheitlichen Problemen, was nicht selten auch ihre Mobilität einschränkt. Mit dem Alter steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass sie allein leben, weil Freunde, Lebensgefährten und Ehepartner versterben und die Kinder oft aus beruflichen Gründen wegziehen.

Laut dem Einsamkeitsreport 2024 der Techniker Krankenkasse leiden etwa 60 Prozent der Bundesbürger häufig, manchmal oder selten unter dem Gefühl von Einsamkeit. Nicht überraschend ist die Erkenntnis, dass sich Singles und Alleinlebende dreimal häufiger einsam fühlen als Paare.

  • 15.03.2026
  • Manfred Rütten
  • Red
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