Sorgen in Venezuela

INFO: Essen (KNA) Nach dem Militärschlag der USA und der Inhaftierung von Staatschef Nicolás Maduro ist die Lage in Venezuela weiter angespannt. „Die Menschen haben Angst“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Essen. „Niemand traut sich, auf der Straße offen zu sprechen, schon gar keine Kritik am Regime zu äußern.“

Dort führten nach wie vor die sogenannten Colectivos, die Schlägertrupps der weiterhin regierenden Administration, Kontrollen durch, sagte Maier. „Die Menschen befürchten, dass die Repression noch weiter steigt, und ihre Situation noch dramatischer wird. Deswegen kam es bereits zu Hamsterkäufen.“
Ob es an der Grenze zum Nachbarland Kolumbien zu neuen Migrationsbewegungen komme, sei bislang unklar, sagte der Adveniat-Hauptgeschäftsführer. „Natürlich kann die Angst vor Repression durch das nach wie vor regierende Regime oder vor weiteren Angriffen der USA dazu führen, dass noch mehr Menschen das Land verlassen.“ Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass bereits mehr als acht Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner infolge der schweren Staats- und Wirtschaftskrise nach dem Amtsantritt von Maduro geflohen seien. „Wer also die Möglichkeiten hatte, ist nicht mehr im Land.“
Adveniat gelingt es nach Maiers Angaben weiter, den Menschen in dem südamerikanischen Land zu helfen. Als Lateinamerika-Hilfswerk der Kirche arbeite Adveniat direkt mit den kirchlichen Institutionen und den Pfarrgemeinden in Venezuela zusammen. Das sei auch schon in den vergangenen Jahren von großem Vorteil gewesen.

Bereits im Januar dieses Jahres warnte Thomas Wieland, Abteilungsleiter Ausland beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, anlässlich des Amtsantritts des Präsidenten, das Land sei das ‘unkalkulierbare Pulverfass der gesamten Region’. Adveniat steht mit der Kirche als einziger Institution, der das Volk noch vertraut, an der Seite der Menschen. Die Hilfe umfasst Lebensmittel, Medikamente, aber auch den Unterhalt zahlreicher kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kümmern sich um Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur, weil der Staat vollständig ausfällt. „Wir liefern Medikamente, weil sie für die Menschen unbezahlbar sind. Wir bauen Gesundheitsposten auf, weil die staatlichen nicht mehr vorhanden sind. Wir fördern den Bau von Solaranlangen, weil die Stromversorgung regelmäßig ausfällt. Wir bezahlen Lehrerinnen und Lehrer an kirchlichen Schulen, während an staatlichen Schulen nur noch an zwei Tagen in der Woche so etwas wie Unterricht stattfindet“, fasst Adveniat Ausland-Chef Thomas Wieland zusammen.

Adveniat:
Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Adveniat fördert Projekte, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Kontakt: Bischöfliche Aktion Adveniat e. V., Gildehofstraße 2, 45127 Essen, Tel: 0201- 1756-0, Fax: 0201 1756-222, Mail: kontakt@adveniat.de,  Internet: www.adveniat.de

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  • 11.01.2026
  • Stefan Klinkhammer
  • Red