Sportbischof Stefan Oster zur Fußball-WM

  • 14.06.2026


INFO: (KNA) Zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft betonen die katholischen Bischöfe in Deutschland die verbindende Kraft des Sports. Zugleich verwiesen sie am Donnerstag, 11. Juni, darauf, dass ein globales Sportereignis dieser Größe Verantwortung für Menschenwürde, Fairness und Gemeinwohl trage. „Gerade in einer Zeit, die von Kriegen, gesellschaftlichen Spannungen und wachsender Polarisierung geprägt ist, kann der Sport Räume der Begegnung öffnen und Brücken über Grenzen, Sprachen und Kulturen hinweg bauen“, erklärte der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stefan Oster. „Dass diese Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, macht sichtbar, wie sehr der Fußball Menschen unterschiedlicher Herkunft, Prägung und Lebenswirklichkeit zusammenführen kann.“

Der Passauer Bischof erinnerte zugleich daran, dass große Sportereignisse nicht losgelöst von den gesellschaftlichen Realitäten stattfänden. „Fragen der sozialen Gerechtigkeit, der Migration, der Teilhabe, des Schutzes wirtschaftlich benachteiligter Menschen und des verantwortlichen Umgangs mit Ressourcen gehören zum Umfeld eines solchen Turniers.“ Gerade deshalb sollte eine Weltmeisterschaft nach den Worten des Bischofs nicht nur ein Fest des Fußballs sein, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Fairness und Respekt über den Sport hinaus Bedeutung hätten. Dabei dürfe der Fußball nicht auf wirtschaftliche Interessen reduziert werden, so Oster weiter. „Die glaubwürdige Kraft des Sports zeigt sich dort, wo der Mensch im Mittelpunkt steht: die Sportler, die Fans, die vielen Helferinnen und Helfer – vor allem auch jene, die am Rand stehen oder wenig Teilhabe erfahren.“

Unser Gesprächspartner: Bischof Dr. Stefan Oster SDB, geboren 3. Juni 1965 in Amberg/Oberpfalz, absolvierte nach dem Abitur 1984 eine Ausbildung zum Zeitungs- und Hörfunkredakteur. Er arbeitete einige Jahre in diesem Beruf, wechselte dann ab 1988 zum Studium der Philosophie, der Geschichte und der Religionswissenschaften an die Universitäten in Regensburg, in Kiel, an der University of Keele (England) und an der University of Oxford. Nach Abschluss in Oxford mit dem Master of Studies (1993) und in Regensburg mit dem Magister Artium (1994) trat er 1995 in das damalige Noviziat Salesianer Don Boscos in Jünkerath in der Eifel ein. 1996 legte Stefan Oster die Erste Profess ab und studierte bis 2000 Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) Benediktbeuern. Der Ewigen Profess (1999) folgte 2001 die Priesterweihe durch Bischof Viktor Josef Dammertz von Augsburg.

2003 wurde Oster an der Theologischen Fakultät der Universität Augsburg in Philosophie mit einer Arbeit über Ferdinand Ulrich promoviert, für die er 2003 den Albertus-Magnus-Preis der Diözese Augsburg und 2004 den Universitätspreis des Vereins der Freunde der Universität Augsburg erhielt. Anschließend wirkte er als Dozent im Fach Philosophie, insbesondere zur Erkenntnistheorie, Metaphysik, Sprachphilosophie, Dialogphilosophie und Philosophie der Person an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern. 2009 folgte die Habilitation im Fach Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Trier und die Ernennung zum ordentlichen Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der PTH Benediktbeuern. Nach Einstellung des dortigen Lehrbetriebs 2013 übernahm er Dozententätigkeiten an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Abteilung Benediktbeuern und an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München.

Am 4. April 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum 85. Bischof von Passau, am 24. Mai 2014 folgte die Bischofsweihe im Stephansdom in Passau durch Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx. Seitdem übernahm Stefan Oster auch in der Deutschen Bischofskonferenz verschiedene Aufgaben in der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste sowie in der Publizistischen Kommission, als Vorsitzender der Jugendkommission und als Mitglied der Kommission Ehe und Familie. Die Deutsche Bischofskonferenz berief ihn zum Kontaktbischof für die DJK-Sportjugend, Papst Franziskus im Sommer 2023 zur Teilnahme an der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode 2023/24 in Rom.

  • Stefan Klinkhammer
  • Red
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