INFO: Der große Bonner Martinsumzug: Mehr als 50 kleinere und größere Martinszüge gibt es in Bonn. Der größte zieht durch die Bonner Innenstadt vom Münsterplatz aus zum Alten Rathaus. Viele Schulen und auch wieder viele Kitas aus dem innerstädtischen Bereich nehmen dieses Jahr am Zug teil. Der Zug wurde besonders auf die Bedürfnisse der Kleinsten zugeschnitten und für sie gibt es am Feuer auf dem Marktplatz einen besonderen Aufstellbereich.
Großer Martinsumzug am Mittwoch, 4. November 2026
Ausdrücklich ist jeder eingeladen, den Zug und die mühevoll gebastelten Laternen anzuschauen und bei der Abschlussfeier auf dem Marktplatz kräftig mitzusingen. Der Heilige Martin wartet vor dem festlich illuminierten Münster, bevor er sich auf seinem Pferd in den Zug einreiht.
Die Aufstellung des Zuges beginnt um 16.30 Uhr – Start ist um 17.15 Uhr.
Der Zugweg: Münsterplatz | Remigiusstraße | Acherstraße | Dreieck | Münsterplatz | Vivatsgasse | Sterntor | Sternstraße | Marktplatz
Die Abschlussfeier mit dem Martinsfeuer findet auf dem Marktplatz statt. Bonns Oberbürgermeister Guido Déus und Stadtdechant und Innenstadtpfarrer Msgr. Dr. Markus Hofmann werden vom Alten Rathaus aus die Teilnehmer begrüßen.
Quelle und mehr Infos: https://www.bonner-muenster.de/martinsumzug/index.html
Zu Sankt Martin gibt es das in vielen Regionen Deutschlands bis heute verbreitete Martinsbrauchtum: Martinszüge mit Pferd und Laternen, Verteilung von Süßigkeiten, Gänsebraten machten das Brauchtum um den Heiligen zum immateriellen Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Die nach dem heiligen Martin von Tours benannten Umzüge rund um den 11. November erinnern an die Legende, nach der Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Alle Infos dazu auf der Internetseite: http://www.martinstradition.de .
Martin von Tours, geboren um 316/17 in Sabaria (heute Szombathely) im heutigen Ungarn, war Soldat, Priester, Einsiedler und Bischof. Er trat als 15-Jähriger in Pavia in die römische Armee ein und gehörte zu einer in Gallien eingesetzten Eliteeinheit. Der Legende nach spielte sich 334 in Amiens jene Szene ab, die alljährlich bei den Martinszügen eine Rolle spielt: In einem strengen Winter begegnete er einem armen, unbekleideten Bettler, der um Hilfe bat. Martin teilte mit dem Schwert seinen Mantel und gab dem Frierenden eine Hälfte. In der Nacht sah er im Traum Christus bekleidet mit dem Mantelstück und Martin ließ sich taufen. Er wurde Priester, zog sich als Einsiedler zurück, gründete 361 mit dem Kloster Ligugé das erste Kloster im westlichen Abendland und wurde 371 vom Volk zum Bischof von Tours ausgerufen. Damit verbunden ist die Erzählung, dass Martin sich in einem Gänsestall versteckte, um so diesem Amt zu entgehen. Doch das Geschnatter des Federviehs – so die Legende – verriet ihn.
Martin, der 397 starb, hinterließ nachhaltigen Eindruck: Frankenkönig Chlodwig machte ihn gut 100 Jahre nach dessen Tod zum „Nationalheiligen“ des Reiches. Martin ist der erste Heilige der Kirche überhaupt, der kein Märtyrer ist. Er ist Schutzpatron Frankreichs und der Slowakei, Landespatron des Burgenlandes in Österreich, Patron der Bistümer Mainz und Rottenburg-Stuttgart sowie tausendfacher Namensgeber für Kirchen und Klöster weltweit. Katholiken verehren ihn ebenso wie Protestanten, Orthodoxe, Anglikaner und armenische Christen. Sein Gedenktag, der Martinstag am 11. November, galt früher als Winteranfang und Tag der Zins- und Pachtzahlungen. Zu den fälligen Naturalabgaben gehörte auch die Martinsgans als Höhepunkt eines üppigen Festtagsessens. In Gallien und auch in den Klöstern begann früher mit dem Martinstag die Adventszeit, die damals sechs Wochen dauerte und als Bußzeit mit dem Verzicht auf Fleischspeisen verbunden war. Somit bot sich der Vorabend des Martinstages an, noch einmal richtig zuzulangen und zu feiern: den 11.11. als Karnevalsbeginn, an dem heutzutage „Prinz Karneval“ proklamiert wird.
Europäischer Martinsweg: Europäische Martinswege gehen inzwischen durch Frankreich, Ungarn, Italien, England, Kroatien und Slowenien. Denn seit einigen Jahren entsteht auf Initiative des Europarats ein europäisches Netz von Pilgerwegen, die ähnlich wie die Jakobswege nach Santiago de Compostela in Nordspanien durch ganz Europa führen, an den populären Heiligen der Mantelteilung erinnern wollen und seinen Geburtsort im heute ungarischen Szombathely (Steinamanger) mit dem französischen Tours verbinden. Die Hauptroute der „Via sancti Martini“ verläuft von Ungarn aus nach Slowenien, über Venedig nach Mailand, durchs Aosta-Tal und überquert beim Kleinen Sankt Bernhard die Alpen Richtung Lyon und endet der Weg in Tours. Die Route berührt damit eine Reihe von Orten, an denen Martin laut historisch gut gesicherten Erkenntnissen auch gewesen ist. Ein zweiter Weg durch Österreich, Deutschland, Luxemburg und Frankreich wird Mittelroute genannt. Für die Strecke durch die Bistümer Freiburg, Speyer, Mainz und Trier wurde im November 2016 wird das letzte durch Deutschland führende Teilstück zwischen Trier und Luxemburg eröffnet. Hinzu kommen zwei weitere Routen: Die eine führt in Süd-Nord-Richtung vom spanischen Saragossa durch die Pyrenäen nach Tours, die andere verbindet als Nord-Süd-Tour das niederländische Utrecht mit der Stadt an der Loire. Erkennbar sind alle Wege an bordeauxroten Tafeln mit einem gelben Kreuz und dem Signet des Europarates. Das Wegenetz umfasst rund 2.500 Kilometer.
Infos: www.saintmartindetours.eu , www.martinuswege.eu , http://culture-routes.net/routes/the-saint-martin-of-tours-route , http://www.vianovis.net/martinusweg/datagis/pdf/karte-via-sancti-martini-21-mars-2015.pdf
