INFO: Am 8. Mai 2026 wird in vielen europäischen Ländern der Tag der Befreiung gefeiert, da an diesem Tag 1945 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Kraft trat. Das Gedenken zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist in Frankreich, Tschechien und der Slowakei ein gesetzlicher Feiertag. In Mecklenburg-Vorpommern ist er ein staatlicher Gedenktag, jedoch nicht arbeitsfrei. Für uns ist dieser Tag ein Grund, an einem Menschen zu erinnern, der schon früh vor dem Nationalsozialismus gewarnt hatte.
Titus Brandsma: Der Bauernsohn Anno Sjoerd Brandsma aus Nord-Friesland, geboren am 23.02.81 in Oegeklooster/Niederlande, besuchte die Lateinschule der Franziskaner-Minoriten in Mengen an der Maas (Nordbrabant) und trat 1899 in Boxmeer an der Maas in den Orden der Karmeliten ein und nahm den Namen Titus an. Fünf der sechs Geschwister wählten den geistlichen Weg: Der Bruder wurde Ordenspriester und vier der Schwestern gingen ins Kloster. Am 17. Juni 1905 empfing Titus in der Kathedrale von ´s-Hertogenbosch die Priesterweihe und setzte danach sein Studium für vier Jahre an der Gregoriana-Universität in Rom fort. Anschließend war er 14 Jahre lang Professor für Philosophie und Geschichte der Mystik an der ordenseigenen Universität in Oss, danach für mittelalterlichen Philosophie, Ordensgeschichte 38, niederländische Mystik und niederländische Frömmigkeit an der neu gegründeten Katholischen Universität Nimwegen und 1932/33 dort Rector Magnificus.
Titus Brandsma wandte sich als katholischer Journalist früh gegen Nationalsozialismus und Faschismus. Er war aktiv für verschiedene katholische Zeitungen und Zeitschriften, Geistlicher Leiter des katholischen Journalistenvereins, Gründer und Berater katholischer Schulen und der Niederländischen Bischofskonferenz. Nach der Besetzung der Niederlande durch Deutsche Truppen am 10. Mai 1940 schrieb er mutig in der Öffentlichkeit gegen den Nationalsozialismus und dessen der Judenverfolgung. Dieser Einsatz für die Unabhängigkeit der freien katholischen Presse führte zu seiner Verhaftung am 19. Januar 1942.
Über mehrere Gefängnisse in Scheveningen und Amersfoort kam er nach Kleve und am 19. Juni 1942 in das KZ Dachau. Schwerste Feldarbeit, Hunger und Misshandlungen ertrug er ruhig und mit innerem Frieden und wurde zum Vorbild für seine Mitgefangenen. Auf der Krankenstation wurde er schließlich am 26. Juli 1942 um 13.50 Uhr durch eine Giftspritze ermordet. An diesem Tag ließen die niederländischen Bischöfe in den Kirchen ihren Protest-Hirtenbrief gegen die Deportation von Juden verlesen. Drei Tage später, am 29.07.14. wurde der Körper von P. Titus im Krematorium des KZ Dachau verbrannt. Seine Asche wurde in einem Massengrab auf dem Gelände des Krematoriums beigesetzt.
Titus Brandsma wurde als erster der Geistlichen aus dem KZ Dachau am 03.11.1985 durch Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen. Am 15. Mai 2022 wurde er von Papst Franziskus heiliggesprochen. Der Hl. P. Titus Brandsma ist der Patron der Journalisten und der deutschen Provinz des Karmeliterordens. Sein liturgischer Gedenktag ist der 27. Juli.
Mehr über Titus Brandsma: Arolsen Archives, International Center on Nazi Persecution, Große Allee 5-9, D-34454 Bad Arolsen, Tel. +49 5691 629-0, Kontakt , Internet: https://arolsen-archives.org/dossiers/verfolgte-journalistinnen/titus-anno-brandsma-widerstandskaempfer-schutzpatron/
Kontakt: Deutsche Provinz der Karmeliten, Provinzverwaltung, Am Knöcklein 11-13, 96049 Bamberg, Tel. 0951 / 9529-100, Fax 0951 / 9529-119, provinzverwaltung@karmeliten.de, Provinzial: P. Peter Schröder O.Carm., provinzial@karmeliten.de, Internet: https://karmeliten.de/

