Das beweist nun schon im vierten Jahr der „Weihnachtsmarkt der Herzen“ rund um die evangelische Christuskirche in Heinsberg. Die kleinen und großen Geschenke, die es hier zu kaufen gibt, wurden allesamt von Ehrenamtlichen in Handarbeit hergestellt. Auch das Essen und die Getränke organisiert die örtliche Kirchengemeinde selbst und kann daher die Waffeln, Würstchen oder die Erbsensuppe für vergleichsweise „kleines Geld“ anbieten.
Doch es gibt immer noch Menschen, die sich selbst diese vergünstigten Preise nicht leisten können. Für sie wurde auf dem „Weihnachtsmarkt der Herzen“ von Beginn an eine sogenannte „Bonkasse“ eingerichtet. Das Prinzip ist einfach: Besser betuchte Besucher spenden freiwillig einen Betrag ihrer Wahl und kaufen damit Gutscheinbons, mit denen man auf dem Weihnachtsmarkt etwas kaufen kann. Menschen mit wenig Geld dürfen sich aus dieser Bonkasse bedienen. Wer sich nicht traut, etwas daraus zu nehmen, bekommt die Bons von Mitarbeitern auf dem Weihnachtsmarkt diskret angeboten.
Die Idee und das Verfahren werden sehr gut angenommen, berichtet Pfarrer Walde auf evangelisch.de : „Wir erreichen alle Zielgruppen – die gut situierten Bürger ebenso wie die Menschen, die sich normalerweise einen Weihnachtsmarktbummel kaum leisten können.“ Letzteres ist für den Pfarrer nicht nur aus sozialer Sicht wichtig. Gegenüber der Tagesschau betont er: „Gerade in dieser Zeit vor Weihnachten werden Armut und Einsamkeit, die oft miteinander einhergehen, besonders stark und bedrückend empfunden. Darum ist es wichtig, dass es Projekte gibt, die so niederschwellig und attraktiv sind, dass sie gerade auch auf diese Gruppe einladend wirkt.“
Gestartet ist der „Weihnachtsmarkt der Herzen“ vor drei Jahren im Rahmen der bundesweiten Aktion „Wärmewinter“ von Evangelischer Kirche und Diakonie. Nachdem im Februar 2022 der russische Angriff auf die Ukraine begonnen hatte, stiegen im Jahresverlauf die Energie- und Lebensmittelpreise in Deutschland dramatisch an. Im November 2022 lag die Inflationsrate bei zehn Prozent, erinnert sich Pfarrer Sebastian Walde: „Angesichts der Tatsache, dass manche Menschen vor der Wahl standen »Voller Kühlschrank oder warme Stube?«, haben wir unsere Kirche damals als Wärmestube geöffnet. Und daraus ist dann die Idee entwickelt worden: »Lasst uns doch einen Weihnachtsmarkt in und um die Kirche machen«“.
Inzwischen erfährt der „Weihnachtsmarkt der Herzen“ der Kirchengemeinde Heinsberg Unterstützung aus der gesamten Stadt: Eine Biker-Gruppe sammelt Geld für die Bonkasse, ebenso die Rotarier. Und zu den ehrenamtlichen Helfern gehören neben Menschen aus der Kirchengemeinde und der örtlichen Tafel auch Aktive aus Karnevals- und Schützenvereinen. Außer Essen, Trinken und Geschenken ist auch Kultur im Angebot. Unter anderem sorgen Kindergärten, Schulen und Chöre auf einer kleinen Bühne mit Musik- und Tanzdarbietungen für adventliche Stimmung.
Der „Weihnachtsmarkt der Herzen“ ist in diesem Jahr erneut an drei Wochenenden im Advent geöffnet: Freitag, 28.11. bis Sonntag, 30.11. sowie am 6.+ 7. Dezember und 13. + 14. Dezember. Die genauen Zeiten und das Bühnenprogramm sind unter https://kirche-heinsberg.de/weihnachtsmarkt-der-herzen/ zu finden. Im vergangenen Jahr konnte die Kirchengemeinde trotz der günstigen Verkaufspreise und Dank vieler Spenden einen Überschuss von 10.000 Euro erzielen. Das Geld wurde der Heinsberger Tafel zur Verfügung stellt.

