Weltklimakonferenz: Signale aus dem Regenwald


INFO: Die UN-Klimakonferenz 2025 in Belém tagt seit dem 10. bis zum 21. November 2025 in Belém (deutsch „Bethlehem“, ursprünglich Santa Maria de Belém do Grão Pará), der 1616 gegründeten und neben Manaus wichtigsten Stadt des brasilianischen Amazonasgebiet. Die rund 2 Millionen Einwohner zählende und einst durch den Kautschukhandel reich geworden Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Pará liegt an der Mündung des Rio Guamá in den Rio Pará und der Bucht von Marajó. Präsident Lula unterzeichnete im Vorfeld eigens ein Gesetz, mit dem die Hauptstadt Brasiliens während der Konferenz zwischen dem 11. und 21. November 2025 temporär nach Belém verlegt ist. In dieser Zeit müssen alle Anordnungen des Präsidenten, der Minister und Bundesbehörden in Belém erlassen werden. Präsident der COP 30 ist André Corrêa do Lago, Brasiliens Chefunterhändler bei der COP 28 (2023) und COP 29 (2024). Rund 50.000 Delegierte beraten über Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel und die Umsetzung des vor zehn Jahren abgeschlossenen Pariser Klimaabkommens. Es sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst sogar 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau, zu begrenzen. Dies soll durch Verminderungen beim Ausstoß von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen wie Methan und Lachgas geschehen. Dazu legen die Länder Selbstverpflichtungen mit nationalen Klimazielen (NDCs, Nationally Determined Contributions) vor.

Mehr: https://cop30.br/en

Misereor bei der COP 30: Misereor unterstützt seit Jahrzehnten in Brasilien indigene Organisationen, die sich für den Erhalt und eine nachhaltige Nutzung des größten Regenwaldes der Welt einsetzen, bei Landrechten, Rechtsschutz und dem Kampf gegen Umweltverbrechen wie illegale Abholzung und Flussverseuchung. Derzeit fördert das größte katholische Hilfswerk in Deutschland über 160 Projekte in Brasilien mit etwa 44 Millionen Euro. Seit Jahrzehnten unterstützt Misereor. Auch zur COP 30 ist Misereor gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern in Belém präsent. Während der Klimaverhandlungen setzt Misereor sich dafür ein, dass die internationale Gemeinschaft entschlossen handelt. Auch katholische Laienvertreter forderten mehr Verantwortung und Tempo beim Klimaschutz: Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), kritisierte das späte Zustandekommen einer europäischen Einigung auf Klimaziele für 2035, den erneuten Ausstieg der USA und die erst nach zwei Fristversäumnissen zustande gekommene Einigung der europäischen Umweltminister auf Klimaziele für 2035. Die EU habe eine Vorreiterrolle in der Verbindung von Klima- und Sozialpolitik, die sie nicht verlieren dürfe.

Unsere Gesprächspartnerin: Anika Schroeder koordiniert bei Misereor die Arbeit im Themenfeld „Klimapolitik und Armutsbekämpfung“, beteiligt sich an der Strategieentwicklung für die klimabezogene Projektarbeit von Misereor und steht im engen Austausch mit Partnerorganisationen weltweit zu den Folgen der Klimakrise und gerechten Lösungsansätzen. Sie engagiert sich für eine menschenrechtsbasierte Klimapolitik und vertritt Misereor seit 2007 bei den Internationalen Klimaverhandlungen (COP ). Auch nimmt sie die deutsche Klima- und Klimaaußenpolitik in den Bereichen Klimaschutz, Anpassung und Umgang mit Schäden und Verlusten in den Blick. Nach Praktika mit traditionellen Gemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet absolvierte sie zuvor Stationen am Wuppertal Institut, bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie am Institut für Umweltmanagement an der Universität Lüneburg (heutige Leuphana Universität), an der sie auch ihr Studium der Umweltwissenschaften abschloss. Kontakt: Tel. 0241 442 193, E-Mail: anika.schroeder@misereor.de

Zum Download: Regenwald am Limit Zwischen Schutz und Zerstörung ->Mehr Informationen ; Wendepunkt COP30 Wie Länder des Globalen Südens im fossilen Ausstieg voran gehen und Deutschland dabei unterstützen kann -> Mehr Informationen

 

  • 16.11.2025
  • Stefan Klinkhammer
  • Red
Weltklimakonferenz: Signale aus dem Regenwald
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