Start Woche 2 im neuen Jahr. Sarah Vecera gibt heute Morgen im „Augenblick mal!“ ein paar Tipps, wie ihr Erlebnisse die Kraft geben, mit ins neue Jahr nehmt und wie ihr Erfahrungen, die euch Kraft genommen haben, hinter euch lasst. Einatmen. Ausatmen. Loslassen. Hört mal rein. Tut gut.
Der ganze Beitrag von Theologin Sarah Vecera zum Nachlesen:
Woche zwei. Die Kalenderblätter sind frisch, die Brotdosen nach den Ferien zum ersten Mal wieder gepackt und die S-Bahn voll wie immer. Zwischen Mails und Wäsche fragt mein Kopf: Was war da alles im alten Jahr?
Gesellschaftlich: laute Debatten, enge Budgets, Wahlkämpfe, Krisenbilder im Dauerschleifen-Tempo. Politisch: viel „wir gegen die“, viel Tempo, wenig Luft. Und privat? Vielleicht ein Abschied, vielleicht ein Anfang, vielleicht beides. Ein Erfolg, auf den niemand geklatscht hat. Ein Streit, der noch im Bauch sitzt. Ein Satz, der gut getan hat.
Ich merke: Rückblick geht schnell in Dauerschleife. Deswegen halte ich kurz an – und lasse dann los, so gut es geht. Drei Fragen helfen mir dabei: Was hat mir Kraft gegeben? Was hat mir Kraft genommen? Was will ich in die nächste Woche mitnehmen? Und dann schaue ich nach vorn.
Ich richte meinen Blick auf das, was ich beeinflussen kann – und tue das Nächste, nicht das Perfekte. Ich bleibe verbindlich: zuhören, nachfragen, Fakten prüfen, Menschen nicht reduzieren. Ich teile: Zeit, Kontakte und ein „wir schaffen das“. Ich halte aus, dass andere Perspektiven unbequem sind – und lerne dabei. Ich gönne mir Pausen. Hoffnung braucht Atem.
Hoffnungsvoll sein heißt nicht: Alles wird gut. Hoffnungsvoll sein heißt: Wir werden nicht kalt. Wir bleiben handlungsfähig. Wir rechnen damit, dass Veränderung möglich ist – auch gegen die Gewohnheit, die sagt: „Bringt doch nichts.“
Also: altes Jahr würdigen, Rucksack leichter machen, Schritte setzen. Woche zwei ist ein guter Start dafür. In diesem Sinne: Kommen sie gut in den Alltag und bleiben Sie hoffnungsvoll! Sarah Vecera von der evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“

