Der Beitrag zum Nachlesen:
Es ist Urlaubszeit. Irgendwo im Café, in einer fremden Stadt, fragt jemand: Woher kommst du? Ich sage: aus Deutschland. Ein Nicken, ein Lächeln, das Gespräch geht weiter.
Zuhause klingt dieselbe Frage anders, da sage ich Essen. Und bekomme dafür manchmal so einen Blick. So einen: „Und wo kommst du wirklich her-Blick“? Als hätte meine Antwort noch eine Fußnote. Im Urlaub gehöre ich dazu. Aber Zuhause fühle ich mich manchmal eher wie zu Gast.
Drei Worte: Woher kommst du? An ihnen entscheidet sich, wer selbstverständlich dazugehört und wer sich erklären muss. Manche Menschen werden nie gefragt, andere immer wieder.
Trotzdem stehe ich nicht auf der Seite derer, die sagen: So eine Frage darf man nicht stellen. Neugier ist nichts Schlimmes. Ich erzähle gern von meiner Familie. Von Pakistan, von zwei Religionen in meiner Familie. Und ich wünsche mir, dass Menschen zuhören. Dass sie fragen, wie es sich für mich anfühlt, ständig nach meiner Herkunft gefragt zu werden, und die Antwort aushalten, auch wenn sie unbequem ist. Und ich wünsche mir, dass sich Zuhause anfühlt wie Zuhause.

