Zum Nachlesen:
Wir haben kurz nach Ostern. Nach einer Unterrichtseinheit über Jesus fragt mich Tom aus der 3. Klasse: „Sag mal, glaubst du an die Auferstehung?“ Ich antworte: „Ja, ich glaube daran“. Ben hört das und sagt: „Ne, ich nicht. Wie soll das gehen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Ein Toter auf einmal wieder da“. Tom hört ihm wortlos zu. Und Ben fährt fort: „Wenn der Jesus auferstanden ist, wenn der im Himmel ist, dann will ich mal was vom ihm sehen hier im Dorf. Der Jesus soll mal runterkommen.“ Es klingelt, die Stunde ist zu Ende. Tom, der die Frage gestellt hat, geht langsam raus und antwortet Ben: „Ich glaube, dass der Jesus wieder auferstanden ist. Es gibt so vieles was ich nicht verstehe.“ Und weg sind die Beiden.
Alles drin in diesem kurzen Gespräch zwischen Tom und Ben. Fragen, Skepsis, Zweifel und Glauben. Mir fällt zum Gespräch der Grundschüler die biblische Geschichte von Thomas ein. Er gehört zum Kreis der Jünger Jesu und die anderen erzählen ihm Tage nach der Kreuzigung: „Wir sind Jesus wirklich begegnet. Er ist lebendig“. Thomas kann das nicht glauben, er bleibt skeptisch, er will Beweise. Die Bibel erzählt wie Jesus endlich auch Thomas begegnet und ihn seine Wundmale zeigt. Jesus verurteilt Thomas nicht. Er geht auf ihn ein. Mir gefällt diese Geschichte, denn sie gibt meinem Zweifel einen Platz im Glauben. Mich hat es weitergebracht nachzufragen und zu zweifeln. Für mich gehören Zweifel und Glauben zusammen wie Geschwister. Sie beide profitieren voneinander.
Carsten Griese von der Evangelischen Kirche für „Augenblick mal!“

