Immer was los rund um den Kölner Dom: Das bekannteste Gebäude der
Republik ist ab Donnerstag wieder Ziel von Tausenden von
Pilgern. Die diesjährige Domwallfahrt greift das Anliegen des weltweiten Jahrs der Barmherzigkeit auf…
INFO: Unter dem Leitwort reich beschenkt steht die diesjährige Domwallfahrt, die vom 24. bis 27. September in Köln stattfindet. Sie steht diesmal ganz im Zeichen des „Jahres der Barmherzigkeit“, das noch bis November dauert. Der rund 100 Meter lange Pilgerweg im Dom, der an der mit Blumen geschmückten Heiligen Pforte beginnt, ist am Freitag und Samstag von 10 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet, am Sonntag von 13 Uhr bis 19 Uhr. Am Samstagabend um 20 Uhr feiert Kardinal Woelki eine Vigil der Jugend. Sonntags findet um 10 Uhr ein Pontifikalamt mit Kardinal Woelki und dem Apostolischem Nuntius statt, in dem der Kölner Erzbischof das Pallium, ein Ehrenabzeichen für Metropoliten, auferlegt bekommt.
Am Kölner Dom gibt es einen Pilgerstempel, der zwischen 10 und 18 Uhr
im DOMFORUM, bei der Turmbesteigung und in den Läden am Domkloster 4
erhältlich ist.
Programm Domwallfahrt 22.-25.9.2016
Donnerstag 22.9.2016: 9.00 h Hl. Messe zur Eröffnung
der Domwallfahrt, 10.30 h Wortgottesdienst für die Kindertagesstätten,
12.00 h Gebet am Mittag für die Grundschulkinder, 18.30 h Pilgermesse
besonders für die Kölner Gemeinden mit Stadtdechant Kleine, 20.30 h
Gebet zur Nacht – Evensong. Der Pilgerweg ist geöffnet von 13.00-17.30
Uhr
Freitag 23.9.2016: 10.30 h Pilgermesse besonders für
das Erzbischöfliche Generalvikariat, 12.00 h Pilgerandacht für die
Erzbischöflichen Schulen, 14.00 h Beichtgelegenheit, 15.00 h Geistliche
Domführung besonders für Senioren, 16.30 h Beichtgelegenheit, 17.30 h
Vesper, 18.30 h Pontifikalamt besonders für die geistlichen
Gemeinschaften mit Weihbischof Schwaderlapp, 21.00 h Abend der
Barmherzigkeit. Der Pilgerweg ist geöffnet von 13.00-17.30 Uhr
Samstag 24.9.2016: 10.30 h Pilgermesse besonders für
Familien, 12.00 h Pilgerandacht für Flüchtlinge, neue und alte
Nachbarn, 14.00 h Beichtgelegenheit, 15.00 h Geistliche Domführung für
Familien aus aller Welt, 16.30 h Beichtgelegenheit, 17.30 h Vesper,
18.30 h Pontifikalamt besonders für die Teilnehmenden der
Diözesanwallfahrt nach Rom mit Weihbischof Steinhäuser, 20.30 h Vigil
der Jugend. Der Pilgerweg ist geöffnet von 13.00-17.30 Uhr
Sonntag 25.9.2015: 10.00 h Pontifikalamt zum
Weihetag der Domkirche mit Kardinal Woelki, 12.00 h Pilgermesse, 17.00 h
Vesper zum Abschluss der Domwallfahrt mit Domprobst Bachner. Der
Pilgerweg ist geöffnet von 13.00-16.30 Uhr
Der Hohe Dom zu Köln: Während des II. Weltkrieges
war die „Hohe Domkirche Sankt Peter und Sancta Maria“ von 14 schweren
Fliegerbomben getroffen worden. Die Zerstörungen brachten aber auch neue
Erkenntnisse zur Baugeschichte: Bereits an der Nordostecke der
römischen Legionsstadt Colonia Agrippina gab es eine Vielzahl an
Tempeln, Heiligtümern, Weihe- und Kultstätten. Um 300 n.Chr. baute dort
der Kölner Bischof Maternus die erste christliche Kirchenanlage. Sein
späterer Nachfolger und Reichskanzler Rainald von Dassel brachte 1164
die Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln und die Stadt
trat in die Reihe der großen abendländischen Wallfahrtsorte. Die für
die Reliquien gebaute Kathedrale – Erzbischof Konrad von Hochstaden
legte am 15. August 1248 den Grundstein – sollte das größte Bauwerk
nördlich der Alpen werden. Bis 1560 wurde gebaut, bis der Bau aus Mangel
an Kapital und Interesse der Bürger beendet werden musste. Erst 1842
nahm man mit neuer Begeisterung den Bau wieder auf. 1863 war das Innere
des Doms fertiggestellt, die beiden Türme, vollendet 1880, waren das
höchste Bauwerk der Erde. Finanziert wurden die neuen Baumaßnahmen von
der preußischen Staatskasse und dem von Kölner Bürgern gegründeten
Zentral-Dombau-Verein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Innenraum
erst 1956 wiederhergestellt.
Das Fest zur 700-Jahr-Feier der Grundsteinlegung 1948 fand weltweite
Beachtung und galt für Köln als eine Art Wiederauferstehung aus den
Trümmern. Der gesamte Innenraum wurde nach Behebung der Kriegsschäden am
29.08.1956 wiedereröffnet. Heute besuchen täglich bis zu 20.000
Touristen aus aller Welt den Dom. Zur 750-Jahr-Feier wurde der Dom
offiziell in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die
größte Kirche Deutschlands ist mit ihren 157,38 Metern Höhe nach der
Moschee von Casablanca in Marokko mit 172 Metern und dem Ulmer Münster
mit 162 Metern das dritthöchste Gotteshaus der Welt. Links: www.koelnerdom.de , www.dombau-koeln.de
Domführungen (Gruppen): KölnTourismus GmbH, Unter Fettenhennen 19, 50667 Köln, Tel. 0221/2 21-23332, Fax 24848, E-Mail: koelntourismus@stadt-koeln.de, www.stadt-koeln.de .
Domforum – Besucherzentrum des Doms, Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221/92 58 47-30, Fax -31, www.domforum.de .
Schwerpunkte: Kirchliche Gruppen, Kinder- sowie Jugendgruppen- und
Schulklassen, Führungen für Einzelpersonen und tägliche Multivision über
den Kölner Dom (gegenüber Hauptportal). Öffentliche Führungen: Mo.-Sa.
11.00, 12.30 h, Mo.-So. 14.00, 15.30 h, Treffpunkt: Hauptportal innen
Erwachsene: € 4,00, Schüler/Studenten: € 2,00, Gebühr für geführte
Gruppen: € 13,00.
Öffnungszeiten: Der Kölner Dom ist täglich
durchgehend von 6.00-19.30 h geöffnet. Während der Gottesdienste ist
eine Besichtigung des Domes nicht möglich. Im Kölner Dom sind nur
Gruppenführungen zugelassen, die im Auftrag von KölnTourismus GmbH und
Domforum stattfinden.
Gottesdienste: Sonn- und feiertags: 7.00, 8.00,
9.00, 10.00 h; (Kapitelsamt), 12.00, 17.00, 18.30 h. Vesper oder Andacht
18.00 h. Mo-Sa 6.30, 7.15, 8.00, 9.00, 18.30 h. Mittagsgebet: 12 h.
Andacht: 18.00 h. Information: Tel. 0221/179 40-200; Fax 02 21/179
40-299.
Unser Gesprächspartner: Monsignore Robert Kleine,
Kölner Stadt- und Domdechant, 1967 in Neuss geboren, seit 1993 Priester,
Kaplanzeit in Bad Honnef, 1997-2004 Domvikar und Schulseelsorger an der
Domsingschule. 2004 zum Leiter der Abteilung Erwachsenenseelsorge im
Erzbischöflichen Generalvikariat ernannt, Diözesanfrauen- und
Diözesanmännerseelsorger sowie Präses des Diözesanverbandes der
Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Seit 2006 Leiter der
Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat, 2012
Vorsitzender des Bildungswerks der Erzdiözese Köln und Domdechant, seit
dem 1. September 2012 Kölner Stadtdechant und Vorsitzender des
Caritasrates. Kontakt: Domkloster 3, 50667 Köln, Tel. 0221 / 92 58 47-70, Fax 0221 / 92 58 47-71, E-Mail: aplatz@stadtdekanat-koeln.de, Mo- Fr 9.30 – 13.30 Uhr.
„Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“: Papst Franziskus
hat am Samstag, 11. April 2015, mit der feierlichen Lesung von Teilen aus
einer eigenen Bulle (Urkunde) ein außerordentliches „Heiliges Jahr”
ausgerufen. Es begann am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November
2016.
Das Heilige Jahr ist dem Thema Barmherzigkeit gewidmet. Sie gilt als
Leitbegriff des Christentums, der das zentrale Wesen Gottes beschreibt.
Zahlreiche Gleichnisse verdeutlichen dies – so die Geschichte des
barmherzigen Samariters (Lk 10,25-37), aber auch die Bergpredigt („Selig
sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen”, Mt
5,7). Konkret gelebt wird Barmherzigkeit nach christlicher Tradition in
den sogenannten „Sieben Werken der leiblichen Barmherzigkeit”, die sich
an alle Menschen ungeachtet ihrer Religion und Herkunft richten: Dazu
gehört Hungrige zu speisen, Dürstenden zu trinken zu geben, Nackte zu
bekleiden, Fremde aufzunehmen, Kranke und Gefangene zu besuchen sowie
Tote zu begraben.
Biblisches Vorbild ist das Jubeljahr (Levitikus 25), ein alle 50
Jahre begangenes Erlassjahr. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst
Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgerufen, der angesichts verbreiteter
Endzeitstimmung erstmals einen besonderen vollständigen Ablass für
Rom-Pilger gewährte. Dieser sollte zunächst alle 100 Jahre wiederholt
werden, doch seit 1450 ist ein 25-jähriger Turnus üblich. Danach wäre
das nächste Heilige Jahr eigentlich erst 2025 gewesen – das letzte
ordentliche Heilige Jahr fand im Jahr 2000 statt, als die Rekordzahl von
rund 25 Millionen Pilgern und Touristen nach Rom kamen. Damit ist das
bevorstehende Heilige Jahr ist das dritte außerordentliche seit
Einführung.
Zum Heiligen Jahr 2015/2016 informiert eine Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz unter www.dbk.de/heiliges-jahr/home/ .

