Pressemitteilung

Telefon-Seelsorge wird 60

  • 18.07.2016

1.500 Ehrenamtliche aus über 30 Ländern treffen sich vom 19.-22. Juli
zum Weltkongress der Telefonseelsorge in Aachen. Am 23. Juli feiern sie
das 60-jährige Bestehen in Deutschland mit einem ökumenischen
Gottesdienst im Aachener Dom und Festakt…

INFO:
Die Telefonseelsorge in Deutschland wird in diesem Jahr 60 Jahre alt.
Der Berliner Arzt, Pfarrer und Psychotherapeut Klaus Thomas
veröffentlichte am 5. Oktober 1956 eine private Telefonnummer für die Ärztliche Lebensmüdenbetreuung. Ein Jahr später entstanden die Stellen
in Kassel und Frankfurt.a.M., 1959 folgten Hamburg und Köln, 1960 Kiel
und Stuttgart. In den folgenden Jahren zog sich ein Netz von
Neugründungen über die ganze Bundesrepublik. Inzwischen arbeiten in
Deutschland 105 Telefonseelsorge-Stellen rund um die Uhr. Träger der
Telefonseelsorge sind die beiden christlichen Kirchen in Deutschland,
die Evangelische Kirche (www.ekd.de ; www.diakonie.de ) und die Katholische Kirche (www.dbk.de ).
Der Name TelefonSeelsorge ist seit 1999 markenrechtlich geschützt.
Inhaber der Marke sind die Evangelische Konferenz für TelefonSeelsorge
und Offene Tür e.V.
und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für
Beratung e.V.
.

Die Telefon-Seelsorge ist 24 Stunden, Tag und Nacht, auch an
Wochenenden und Feiertagen, bundesweit erreichbar: Für die bundesweite
Organisation arbeiten rund 8.000 umfassend ausgebildete ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit vielseitigen Lebens- und
Berufskompetenzen, die durch regelmäßige Supervision begleitet werden.
Sie absolvieren eine Ausbildung von zwölf bis 24 Monaten, bevor die
Ehrenamtlichen ihren Telefon-Dienst antreten. Alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Telefonseelsorge unterliegen der Schweigepflicht, alle
Telefonate sind anonym – für beide Seiten. Die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Telefonseelsorge können die Nummer Anrufer in den
Displays der Endgeräte nicht sehen, auch kann niemand der
Telefonrechnung entnehmen, dass ein Anruf bei der Telefonseelsorge
erfolgte. Die Verbindungsdaten werden von den
Telekommunikationsunternehmen nur entsprechend den gesetzlichen
Vorschriften gespeichert.

Bereits seit Gründung der ersten Telefonseelsorge-Stellen in
Deutschland gab es gute Kontakte zur Deutschen Bundespost, 1976 stellte
das Postministerium den einzelnen Telefonseelsorge-Stellen erstmals
bundeseinheitliche Rufnummern zur Verfügung. Die Unterstützung durch die
Deutsche Telekom besteht seit 1997. Sie trägt seit 1997 sämtliche
Gebühren für die aus jedem Ortsnetz in Deutschland unter den beiden
Sondernummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 geführten
Telefongespräche, leitet das Gespräch unbemerkt für den Anrufer an
einen Mitarbeiter in der nächstgelegenen Beratungsstelle weiter,
unterstützt die Anrufenden durch die Übernahme sämtlicher
Verbindungskosten (mobil und Festnetz) und stellt der Telefonseelsorge
ihr technisches Know-how bei der Umsetzung des Routings und der
Anonymisierung der Anrufe zur Verfügung.

Mehr: www.telefonseelsorge.de . Bei Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit mehr unter dem Menüpunkt vor Ort . Dort finden Sie Ihre nächstgelegene Telefonseelsorge-Stelle.

20. IFOTES-Weltkongress in Aachen

Die TelefonSeelsorge ist Mitglied im Internationalen Verband für TelefonSeelsorge IFOTES (International Federation of Telephone Emergency Services) mit Mitgliedern aus 28 Ländern und Sitz in Genf (www.ifotes.org ).
Der diesjährige, bislang größte 20. Weltkongress der Telefonseelsorge,
mit dem IFOTES das 50-jährige Bestehen feiert, findet vom 19. bis 22.
Juli in Aachen statt.

1.500 Ehrenamtliche aus 28 Ländern werden sich unter dem Motto des Kongresses for life to go on in Vorträgen und Workshops (Eurogress Aachen und Workshop-Centrum im
Pius-Gymnasium Aachen) mit den Möglichkeiten zur Hilfe und Unterstützung
von Menschen in suizidalen Krisen beschäftigen. Schwerpunkt der
Beratungen ist der Suizid als gesellschaftlich verdrängtes Problem. Zu
Gast sind Expertinnen und Experten aus allen Teilen der Welt,
Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen aus den Bereichen der
Psychologie, Soziologie, Philosophie, der Persönlichkeitsentwicklung und
Kommunikationsforschung, die Vorträge und Workshops halten. Für die
Plenarvorträge wird Simultanübersetzung in alle fünf Kongresssprachen
(Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch) angeboten.
Zum attraktives Rahmen- und Kulturprogramm für die Teilnehmer/innen
auszuarbeiten. Neben einem stimmungsvollen Willkommensabend wird es zum
Abschluss eine Geburtstagsparty geben, dazu Konzerte im historischen Dom
von Aachen. Programm und mehr: www.ifotescongress2016.org/Home.home.0.html?&L=0

Das 60. Jubiläum der TelefonSeelsorge in Deutschland wird im
Anschluss an den Weltkongress am 23. Juli 2016 mit einem ökumenischen
Gottesdienst im Aachener Dom und einem Festakt im Krönungssaal des
Rathauses gefeiert.